SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt nach dem IWF der EWF zur Griechenland-Rettung?

06. Juli 2017 von um 12:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommt nach dem IWF der EWF zur Griechenland-Rettung? SJB Fonds in der Presse„Ohne Partizipation des Internationalen Währungsfonds (IWF) werde sich Deutschland nicht an neuen Hilfsprogrammen für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland beteiligen – diese Aussage der deutschen Bundesregierung klingt vielen Investoren noch im Ohr. Doch jetzt bahnt sich eine absolute Kehrtwende in der Griechenland-Politik von Kanzlerin Angela Merkel an; ein neu zu gründender Europäischer Währungsfonds (EWF) soll die Griechenland-Rettung finanzieren, selbst dann, wenn sich der IWF einer Teilnahme verweigert“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die bedrohliche Finanzsituation in Hellas zusammen. „Ist dieser EWF eine gute Idee, oder dient er nur dazu, selbst dann noch Zahlungen an Griechenland zu leisten, wenn internationale Geldgeber wie der IWF längst abgesprungen sind?“ Eine kritische Einschätzung zu diesem Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, ist der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht dabei, so werde sich auch Deutschland nicht an immer neuen Hilfspaketen für Griechenland beteiligen – so lautet die bislang von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wie von Kanzlerin Angela Merkel vertretene, klar definierte Position. Doch nun ist plötzlich eine radikale Kursumkehr absehbar. Da sich der IWF offensichtlich nicht an weiteren Hilfsprogrammen beteiligen will, ohne Griechenland zugleich nennenswerte Schuldenerleichterungen zu gewähren, überlegen die Länder der Euro-Zone nun, sich einen eigenen, Europäischen Währungsfonds (EWF) zu kreieren.

Besonders Bundeskanzlerin Merkel vollzieht in Sachen Euro-Rettung eine grundlegende Wende. Denn im neuen Wahlprogramm von CDU und CSU heißt es: „Wir sind bereit, mit der neuen französischen Regierung die Euro-Zone schrittweise weiterzuentwickeln, zum Beispiel mit der Schaffung eines eigenen Währungsfonds.“ Vorbild für dieses neue Finanzinstrument könnte der Euro-Rettungsfonds ESM unter seinem Chef Klaus Regling sein. Das seit sieben Jahren wiederholte Mantra der Kanzlerin „Keine Euro-Rettung ohne IWF“ würde damit ein abruptes Ende finden.

Bislang konnten sich die Deutschen darauf verlassen: Ohne Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) werde sich die Bundesregierung nicht an Hilfsprogrammen für andere Länder der Euro-Zone beteiligen. Der Fonds arbeitete Reformprogramme für die Krisenländer aus und sorgte dafür, dass ausreichende Sparbestrebungen eingehalten wurden. Doch nun hat sich die Lage gewandelt, denn offensichtlich hält der IWF eine „Rettung“ von Griechenland nur noch dann für möglich, wenn ein erneuter Schuldenschnitt erfolgt. Dies passt Merkel und Schäuble aber gar nicht und steht in krassem Widerspruch zu ihren bisherigen Versprechungen. Daher jetzt die absolute Kehrtwende: Die geplante neue Institution – kurz EWF – würde bei künftigen Problemen von Euro-Ländern „eine stärkere Rolle spielen, vielleicht sogar die alleinige Rolle“, führte Merkel aus. Im Umkehrschluss heißt dies: Es ist damit zu rechnen, dass der IWF bei den kommenden Programmen gar keine Rolle mehr spielen wird.

Der IWF steht damit kurz vor der Ausbootung. Die finanziellen Risiken durch neue Hilfspakete werden dann auf weniger Schultern verteilt, die Risiken für den deutschen Steuerzahler nehmen zu. Am dritten Hilfsprogramm für Athen hat der IWF bis jetzt nicht wirklich teilgenommen, insbesondere ist noch keinerlei Geld aus Washington im Rahmen dieses Programms geflossen. Frühestens im nächsten Jahr, wenn die Griechen am Ende ihres Programms stehen und die Europäer entscheiden, ob und wie viel der fälligen Schulden sie dem Land erlassen, will sich der Internationale Währungsfonds überlegen, ob er noch Mittel bereitstellt.

Dieses zögerliche Verhalten des IWF ist für die Europäer ein einziges Ärgernis – zumal zu befürchten steht, dass der IWF einen radikalen Schuldenerlass für Griechenland fordert, den die deutsche Bundesregierung ihren Bürgern nicht verkaufen kann. Seit dem Frühjahr zeichnet sich daher ein Umdenken im Finanzministerium ab. Merkel und Schäuble haben ihre Pläne zum Aufbau eines EWF forciert, da der IWF ohnehin nicht an einem weiteren Programm für Griechenland teilnehmen dürfte, ohne aus deutscher Sicht unerfüllbare Forderungen zu stellen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Kommt nach dem IWF der EWF zur Griechenland-Rettung? Die Pläne der Bundesregierung, durch das Aus-der-Taufe-Heben eines EWF die allzu lauten Forderungen des IWF nach umfangreichen Schuldenerleichterungen für Griechenland zu umgehen, sind in ihrer Motivation allzu offensichtlich. Zwar könnte Deutschland die Bedingungen einer Kreditvergabe an Griechenland dann stärker kontrollieren, doch zugleich würden die Risiken für den deutschen Steuerzahler ganz erheblich zunehmen. Der Plan der CDU, mit einer möglichst harten Position gegenüber den Krisenländern beim Wähler zu punkten, wäre damit gefährdet. Wird die Griechenland-Rettung auf eine völlig neue Rechtsgrundlage gestellt, müsste zudem das deutsche Parlament mitentscheiden. Denn eine Nichtbeteiligung des IWF heißt zugleich mehr Verantwortung, mehr Kreditübernahme und damit mehr Risiko für die Kreditgeber wie Deutschland. Die Gründung des EWF wäre nur auf den ersten Blick ein positiver Schritt für die EU-Länder – in Wirklichkeit wäre sie die nächste Stufe einer höchst bedenklichen Vergemeinschaftung von Schulden.

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