SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum hinkt Italiens Wirtschaft dem Aufschwung in der Eurozone hinterher?

14. Juni 2017 von um 13:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum hinkt Italiens Wirtschaft dem Aufschwung in der Eurozone hinterher? SJB Fonds Echo. Analysiert.„Beim Wirtschaftswachstum der Länder in der Eurozone ist Italien für 2017 absolutes Schlusslicht. Der aktuellen OECD-Prognose zufolge wird das BIP-Plus von Italien im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als 1,0 Prozent betragen, ehemalige Sorgenkinder wie Spanien bringen es hingegen auf 2,8 Prozent. Während die Wirtschaft lahmt, sind beim Abbau des Schuldenberges keinerlei Fortschritte sichtbar“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Italien zusammen. „Warum ist Italien trotz der überaus unterstützenden EZB-Zinspolitik weiter Europas großer Wackelkandidat, weshalb kann das Land nicht am Aufschwung der anderen Teile der Eurozone partizipieren? Alle Details zu dieser spannenden Thematik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, eine lahmende Wirtschaft, ein sich immer weiter auftürmender Schuldenberg – Italien kann am Wirtschaftsaufschwung des Rests der Eurozone nicht teilhaben und hinkt der Entwicklung der EU-Währungsunion hinterher. Das Heimatland von EZB-Präsident Mario Draghi hat sich zum größten Problemfall der Eurozone entwickelt: Dem Niedrigzins und der Liquiditätsflut der Europäischen Zentralbank zum Trotz, hat sich das Land mit seiner großen Wirtschaftskraft zum größten Problemkandidaten in Euroland entwickelt.

Während sich die anderen Mitgliedsstaaten der Währungsunion wieder über solide Wachstumsraten freuen können, ist Italien zum neuen Sorgenkind der Eurozone geworden. Das Land kämpft mit einer hohen Arbeitslosigkeit, schwächelnden Wachstumsraten und immensen Schulden. Neue und verschärfte Probleme sind für Italien längst absehbar: Da die EZB voraussichtlich mit Beginn des kommenden Jahres ihre Anleihenkäufe zurückfahren will, dürfte die Finanzierung der horrenden Staatsschulden deutlich teurer werden.

Wie sehen die italienischen Wirtschaftszahlen im Detail aus? Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei zwölf Prozent, bei den jüngeren Italienern sogar bei fast 40 Prozent. Die Einkommen derer, die Arbeit haben, sind oft niedrig. Entsprechend gering fällt die Kaufkraft aus: Im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone werde Italien immer weiter zurückfallen, so die Prognose des jüngsten Länderberichts des Internationalen Währungsfonds (IWF), falls sich die Wachstumsaussichten nicht deutlich verbessern.

Weitere Krisensymptome in Italien: Das Bruttoinlandsprodukt liegt noch heute niedriger als vor zehn Jahren, als die weltweite Finanz- und – Wirtschaftskrise ihren Anfang nahm. Laut IWF-Einschätzung kann es noch einige Jahre dauern, bis das Land überhaupt wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Damit ist der Kontrast zur übrigen Situation der Eurozone-Länder erheblich: Dort ist die Krise weitgehend überwunden, wie auch der Generaldirektor der italienischen Zentralbank, Salvatore Rossi, zugibt. Die Wirtschaft in der Eurozone wachse jetzt sogar “besser als angenommen” – die neuesten Prognosen liegen bei 1,8 Prozent Wachstum für dieses Jahr.

Nur im Heimatland von Rossi gelingt es der Wirtschaft nicht, in Schwung zu kommen. In diesem Jahr wird die italienische Wirtschaft nach der jüngsten Schätzung der OECD nur um knapp ein Prozent zulegen, 2018 dürfte das BIP-Wachstum sogar nur noch 0,8 Prozent betragen. Damit ist Italien das Schlusslicht Europas, selbst in Griechenland (aktuelles Wirtschaftswachstum +1,1 Prozent) entwickelt sich die Ökonomie besser. Zu schwachen Wachstumszahlen kommen zahlreiche weitere Probleme: Das Land wird von einer alles lähmenden Bürokratie beherrscht, die politische Situation ist unsicher. Eine marode Infrastruktur, die drückende Steuerlast vieler Betriebe und schlechte Schulen tragen ebenfalls dazu bei, dass Italiens Wirtschaft in der Krise feststeckt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum hinkt Italiens Wirtschaft dem Aufschwung in der Eurozone hinterher? Doch das größte Problem bleibt für Italien die sich abzeichnende „Normalisierung“ der Geldpolitik. Verschwindet der Null- und Niedrigzins, ist der Schock für das südeuropäische Land vorprogrammiert. Die Möglichkeit zur billigen Staatsverschuldung ist dann endgültig vorbei, und Italien war der größte Profiteur der Politik des „leichten Geldes“. Seit Anfang des laufenden Anleihekaufprogramms hat die EZB italienische Staatsanleihen im Volumen von rund 265 Milliarden Euro erworben und damit die Renditen auf einem rekordverdächtigen Niedrigniveau festgezurrt. 60 Milliarden Euro an Zinsen hat die Regierung in Rom dadurch jedes Jahr eingespart, so die Schätzung der Experten. Doch nun, wo ein Ende der EZB-Kriseninterventionen absehbar ist, brechen harte Zeiten für Italien an: Die Zinsaufschläge sind wieder auf dem Weg nach oben: Musste Italien für seine zehnjährigen Staatspapiere noch im August 2016 nur eine Rendite von 1,2 Prozent bieten, sind es mittlerweile schon wieder rund zwei Prozent. Bei dem enormen italienischen Schuldenstand von insgesamt 2.260 Milliarden Euro (März 2017) macht sich diese Differenz erheblich bemerkbar. Weiter steigende Zinsen dürften für den italienischen Staat wie seine Banken aber verheerende Folgen haben – schon jetzt kämpfen viele der Institute ums Überleben.

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