SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist Italiens Staatsverschuldung der nächste Krisenherd in der Eurozone?

18. Mai 2017 von um 12:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.Ist Italiens Staatsverschuldung der nächste Krisenherd in der Eurozone? „Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Situation in der Eurozone zuletzt deutlich verbessert – zu positiven konjunkturellen Daten kam eine Stabilisierung der politischen Situation hinzu. Doch steigende EU-Wachstumszahlen sowie ein wieder zulegender Euro werden von einer anderen Problematik bedroht: Dem immensen Schuldenberg, den Italien angehäuft hat“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in der Eurozone zusammen. „Italiens Staatsverschuldung wächst immer weiter und ist auch in der jüngsten Niedrigzinsphase nicht abgebaut worden, auch am jüngsten wirtschaftlichen Aufschwung in Euroland kann das Land kaum partizipieren. Wird Italien zur untragbaren Belastung für die Eurozone? Alle Details zu diesem kontroversen Thema finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, verbesserte Wachstumszahlen, ein sich stabilisierender Euro sowie auf dem Rückzug befindliche politische Risiken – die Situation in der Eurozone könnte so schön sein, wenn doch nur Italien nicht wäre! Das Land trübt die Idylle im Euroraum, denn seine fehlenden konjunkturellen Impulse wie auch seine horrende Staatsverschuldung werden zu einem ernsten Problem für die europäische Staatengemeinschaft. Italiens Zurückbleiben beim neu gestarteten Aufschwung dürfte zum nächsten großen Belastungsfaktor für die Währungsunion werden.

Auf Jahressicht hat die italienische Wirtschaft ein äußerst bescheidenes Plus von 0,2 Prozent im ersten Quartal 2017 verzeichnet und blieb damit hinter dem europäischen Mittel zurück. Das geringe Wirtschaftswachstum trifft auf eine weiter exorbitante Staatsverschuldung: Die Stiefel-Nation mit ihren 61 Millionen Einwohnern ist nicht nur die drittgrößte Ökonomie der Euro-Zone, sie ist auch der große Schuldner des Kontinents. Bei einem staatlichen Schuldenberg von knapp 2,3 Billionen Euro kann sich Italien steigende Zinsen, wie sie sich für die Eurozone allmählich abzeichnen, eigentlich gar nicht leisten. Denn angesichts der enormen Last von Verbindlichkeiten bräuchte die italienische Ökonomie ein viel schnelleres Wachstum, um wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Doch die Chancen auf Reformen und die Vorteile der Niedrigzinsphase wurden nicht genutzt – jetzt zeichnet sich für Beginn des Jahres 2018 ein allmähliches Auslaufen des Quantitative-Easing-Programms der Europäischen Zentralbank ab, das Italien in ernste Bedrängnis bringen kann.

EZB-Chef Mario Draghi wird durch die fehlende wirtschaftliche Entwicklung und finanzielle Gesundung seines Heimatlandes Italien daran gehindert, rechtzeitig aus der ultralockeren Geldpolitik auszusteigen. Doch ein zu langes Herauszögern der geldpolitischen Normalisierung kann problematisch werden. Erst zu Wochenbeginn sah sich EZB-Chefvolkswirt Peter Praet nicht zuletzt mit Blick auf Italien genötigt, den Aufschwung der Euro-Zone herunterzureden und vor einem zu raschen Ausstieg zu warnen. „Nach einer so langen Zeit der geldpolitischen Stützung kann man den Kurs nicht über Nacht ändern“, ließ Praet am Montag in Brüssel verlauten. Die Voraussetzung für einen Kurswechsel der EZB sei „sehr solides Wachstum“.

Die ausufernde Staatsverschuldung Italiens bei gleichzeitiger Erwartung mittelfristig wieder anziehender Zinsen hat die Kreditmärkte in Alarmstimmung versetzt. Während zuletzt Deutschland und vor allem Frankreich mit rückläufigen Prämien für Kreditausfallversicherungen überzeugen konnten, ist für Italien keine Besserung in Sicht: Die Akteure an den Finanzmärkten beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass der italienische Staat in den kommenden fünf Jahren in eine finanzielle Schieflage gerät, auf 3,7 Prozent. Zum Vergleich: Für Frankreich hat sich die Pleitewahrscheinlichkeit nach der Wahl von Macron zuletzt halbiert und wird gerade noch auf 2,5 Prozent taxiert.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist Italiens Staatsverschuldung der nächste Krisenherd in der Eurozone? Die anderen EU-Länder könnten dem Land nun mit der Vergemeinschaftung von Schulden („Euro-Bonds“) oder einer Neustrukturierung der Schuldenlast helfen – doch dies würde scharfe Kritik innerhalb der restlichen EU heraufbeschwören. Oder die anderen Mitglieder der Währungsunion müssten akzeptieren, dass die EZB noch weitaus länger ihre Krisenpolitik beibehält, als es für den Rest gesund ist – auch dies keine wirkliche Lösung. Klar ist: EZB-Präsident Mario Draghi muss auf Rom weiter Rücksicht nehmen, sonst drohen Turbulenzen: Je schneller die EZB ihre Geldpolitik normalisiert, desto anfälliger wird Italien für Marktschwankungen. Schon leicht anziehende Renditen können die zu tragende Zinslast auf die aktuelle Staatsverschuldung von 2,26 Billionen Euro erheblich ansteigen lassen. Die Gefahr eines Crashs am italienischen Anleihenmarkt ist nicht von der Hand zu weisen, und um diesen zu vermeiden, gibt es für Italien nur eine Möglichkeit: Der schnelle Beginn einer überfälligen Reformpolitik mit einschneidenden Maßnahmen in den Haushalt, um endlich zu einem Abbau der Staatsverschuldung zu kommen.

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