SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Gibt es bald eine neue High-Tech-Blase?

06. November 2013 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Gibt es bald eine neue High-Tech-Blase? „Der Nachrichtendienst Twitter geht an die Börse – und Anleger reißen sich um die Aktien, obwohl das Unternehmen derzeit gar keinen Gewinn macht. Die Aktie ist längst mehrfach überzeichnet, viele Investoren dürften bei der Neuemission nicht zum Zuge kommen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Marktentwicklungen zusammen. Entsteht ein neuer Hype um Technologieaktien, ist die hohe Bewertung von Social-Network-Aktien gerechtfertigt? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, es ist wieder einmal so weit. Investoren reißen sich um Aktien von unprofitablen Unternehmen, die Neuemission von Twitter ist vielfach überzeichnet. Bahnt sich eine neue Blase im Hightech-Sektor an, die diesmal von Aktien aus dem Bereich der Sozialen Netzwerke ausgeht? Vieles spricht dafür, denn die Begeisterung ist wieder einmal riesig. Twitter geht in dieser Woche an die US-Börse und hat die Preisspanne für die neuen Aktien wegen der hohen Nachfrage bereits auf 23 bis 25 US-Dollar angehoben. Trotzdem ist die Platzierung gesichert, viele Investoren werden leer ausgehen und die Aktie zu noch höheren Kursen an den ersten Handelstagen nachkaufen müssen.

Nach den jüngsten Zahlen wäre das Unternehmen Twitter an der Börse bis zu 13,6 Milliarden US-Dollar wert – ein sehr ambitionierter Betrag für eine Firma aus dem Social-Network-Sektor, die weit davon entfernt ist, Gewinne zu erzielen. Doch es geht nicht nur um die Twitter-Aktie. Auch andere verlustträchtige Technologie-Unternehmen wie Snapchat oder Pinterest, die kaum über die Start-up-Phase hinausgekommen sind, stehen bei Anlegern wie Kapitalgebern hoch im Kurs. Die steigenden Börsenkurse vieler Technologie-Unternehmen erinnern bereits an die Hochzeiten des „Neuen Marktes“, als neu an den Markt strebende High-Tech-Firmen mit einer Marktkapitalisierung im Milliardenbereich bewertet wurden, ohne nennenswerte Umsätze oder gar Gewinne zu erwirtschaften. Der Dotcom-Boom der späten 1990er-Jahre ist vielen Anlegern noch schmerzhaft im Gedächtnis, und die Devise „Dieses Mal wird alles anders“ gehört bekannterweise zu den teuersten Handlungsmaximen am Aktienmarkt.

Doch zurück zum konkreten Beispiel der Twitter-Aktie. Ist diese bis zu 25 US-Dollar wert? Sicher ist der Nachrichtendienst Twitter ein sehr wichtiges und durch seine Schnelligkeit überzeugendes Medium, das gerne auch von Politikern und Prominenten genutzt wird. Das Problem jedoch: Seinen hohen globalen Bekanntheitsgrad hat das Unternehmen bislang nicht in Gewinne ummünzen können. Der Umsatz legte im dritten Quartal auf 167 Millionen US-Dollar zu, doch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bleiben hoch. In der Konsequenz musste Twitter zuletzt einen Verlust von 65 Millionen US-Dollar ausweisen. Betrachtet man diese Zahlen, sind zahlreiche deutsche Unternehmen beispielsweise aus dem MDAX um ein Vielfaches attraktiver bewertet.

Sind die hohen Vorschusslorbeeren für Twitter also gerechtfertigt? Bestenfalls dann, wenn es dem Unternehmen dauerhaft gelingt, seine Nutzer an sich zu binden. Doch dies wird in einer Zeit, in der der nächste ähnliche Anbieter oft nur einen Klick entfernt ist, immer schwieriger. Eine weitere Herausforderung: Zwecks Erzielung von Zusatzeinnahmen dürfte Twitter nicht darum herumkommen, Werbung in seine Kurznachrichten einzubinden. Dies muss jedoch in einer Art und Weise geschehen, die die bisherigen „User“ nicht verärgert. Ein wirklich überzeugendes Konzept, das auch nachhaltige Erträge verspricht, steht bislang noch aus.

SJB FondsSkyline. Fazit. Gibt es bald eine neue High-Tech-Blase? Wie volatil es nach der Emission einer neuen Technologieaktie zugehen kann, zeigt die Entwicklung von Facebook: Die Aktie des Sozialen Netzwerks stürzte nach dem Börsengang ab und verlor zwischenzeitlich über 50 Prozent ihres Ausgabewertes, liegt inzwischen aber wieder über dem Emissionspreis. Anleger, die dabeigeblieben sind oder relativ früh nachgekauft haben, befinden sich jetzt im Plus. Dass es bei Twitter ähnlich läuft, ist jedoch alles andere als sicher: Denn Facebook war bei seinem Börsengang mit fast einer Milliarde Mitglieder bereits deutlich größer und vor allem schon profitabel. Auch wenn die Euphorie rund um neue Technologieaktien noch nicht so ausgeprägt ist wie um die Jahrtausendwende: Die Gefahr einer Blasenbildung ist zweifelsfrei vorhanden, wofür allein schon die weiterhin konkurrenzlos günstige Liquidität sorgt. In die Kurse ist bereits jede Menge Optimismus eingepreist, die Erwartungen wie auch die Bewertungen sind hoch. Investoren sollten deshalb nicht den aktuellen Kursen hinterherlaufen, sondern lieber abwarten, bis sich das aktuell wenig überzeugende Chance-Risiko-Verhältnis im Technologiesektor normalisiert.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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