SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Reicht Griechenlands Reformliste für eine Einigung aus?

02. April 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Reicht Griechenlands Reformliste für eine Einigung aus? „In der kommenden Woche könnte es endlich zu einer Einigung im Schuldenstreit zwischen der neuen griechischen Regierung und den internationalen Geldgebern kommen. SJB Fonds Echo. Analysiert.Voraussetzung dafür ist jedoch: Die Griechen legen eine Reformliste vor, die EU-Kommission, IWF und EZB überzeugt“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um Griechenland zusammen. Erste Eckpunkte dieser Reformliste sind nun bekannt geworden. Sind die Vorschläge der Griechen ausreichend konstruktiv, reichen sie aus, die Vertreter der Troika zufriedenzustellen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, wird es im Streit Griechenlands mit seinen Geldgebern in der kommenden Woche eine Einigung geben? Die Chance ist da, und Griechenlands Wirtschaftsminister Georgios Stathakis zeigte sich optimistisch, dass man sich auf die notwendigen Reformen verständigen werde. Der Knackpunkt für die weiter nervenaufreibenden Verhandlungen ist die überarbeitete Reformliste, die Griechenlands Regierung jetzt vorgelegt hat. Erste Details aus dieser Aufstellung sind nun bekannt geworden: So will die Regierungskoalition in Athen mit einer Mischung aus Steuererhöhungen, Privatisierungen und dem Eintreiben von Geldern bei Steuersündern ihre leeren Staatskassen auffüllen. Doch reicht dies für die internationalen Geldgeber aus, die die Umsetzung konkreter Reformen zur Bedingung für die Auszahlung ausstehender Hilfsgelder gemacht haben? Betrachten wir die Liste im Detail:

Auf der Reformliste der Griechen steht nun auch eine Rentenreform. Das wichtigste Element dieser Planungen: Griechenlands Arbeitnehmer sollen künftig erst im Alter von 67 Jahren in Rente gehen können. Eine Rente mit 62 Jahren soll es nur für diejenigen geben, die mindestens 40 Jahre lang gearbeitet haben. Die Planungen klingen gut und sind den Verhältnissen angenähert, wie man sie in anderen EU-Ländern findet. Doch das Vorhaben ist in der griechischen Bevölkerung umstritten, da es eigentlich zu den zentralen Wahlversprechen des Linksbündnisses zählte, die Renten nicht anzutasten. Hier ist also noch keinesfalls sicher, ob die Rentenreform so realisiert werden kann.

Ein weiterer Eckpunkt der Reformliste ist ein Gesetz, das griechischen Steuersündern eine letzte Chance zur Steuerehrlichkeit gibt: Griechenlands Steuerbehörden wollen in den kommenden Tagen alle Griechen, die Schwarzgeld ins Ausland überwiesen haben, aufrufen, sich beim Finanzamt zu melden. Danach müssen sie mit hohen Strafen rechnen. In Athen soll bereits eine Liste mit Tausenden Namen von Griechen existieren, die in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 100.000 Euro ins Ausland transferiert und so die Steuer umgangen haben. Folgt man den Vorstellungen der griechischen Regierung, so wird allein dieses neue Gesetz fast 9 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen. Die Griechen berichten, dass sich bereits über 100.000 Betroffene gemeldet hätten. Trotz alledem sind die effektiven Steuerschulden noch viel höher: Das griechische Finanzministerium spricht von einer Gesamtsumme von 76 Milliarden Euro, die Unternehmen und reiche Griechen dem Staat schulden.

Ein letzter Reformpunkt ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Nicht nur für Hotels soll sie angehoben werden, sondern auch auf Tabakwaren und Alkohol. Zudem will die griechische Regierung die ermäßigten Steuersätze für die Touristeninseln in der Ägäis abschaffen – ein Maßnahmenpaket, das zwar Mehreinnahmen bringt, aber auch den Tourismus empfindlich treffen könnte.

SJB FondsSkyline. Fazit. Reicht Griechenlands Reformliste für eine Einigung aus? Trotz neuer Zugeständnisse und einem auch um unangenehme Reformen erweiterten Maßnahmenpaket bin ich weiter skeptisch, ob die griechische Reformagenda ausreicht. Denn die Zeit für Hellas wird knapp: Bereits Anfang April muss das Land Schulden von 400 Millionen Euro zurückzahlen, das Geld dafür ist aktuell nicht vorhanden. Kommt es zu einer Rettung in letzter Minute? Die Chancen stehen 50:50. Über die kommenden Wochen und Monate kann sich die griechische Regierung nur retten, wenn die aus EU-Kommission, EZB und IWF bestehende Troika die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro aus dem verlängerten Rettungsprogramm genehmigt. Dafür muss sie aber grünes Licht geben für den Reformplan aus Athen und dessen Inhalte akzeptieren. Doch die Reformprojekte dürften deutlich weniger Geld einbringen, als von Griechenlands Regierung kalkuliert. In letzter Instanz könnte somit US-Starinvestor Warren Buffett Recht behalten, der ein Scheitern der Verhandlungen und einen baldigen „Grexit“ prognostiziert. Schaden für Europas Einheitswährung erwartet Buffett aber nicht: Ein Austritt Griechenlands wäre positiv für den Euro und die Euro-Zone, so seine Meinung – eine Einschätzung, der zuzustimmen ist.

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