SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Braucht Griechenland ein drittes Rettungspaket?

27. August 2013 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Braucht Griechenland ein drittes Rettungspaket? „Wenige Wochen vor der deutschen Bundestagswahl verdichten sich die Hinweise, dass das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland nach Auslaufen des aktuellen Hilfsprogramms 2014 ein neues Rettungspaket benötigen wird“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um Hellas zusammen. Soll man dem bedrängten Land tatsächlich noch ein weiteres Mal unter die Arme greifen, oder lieber darauf bestehen, dass alle Reformzusagen eingehalten werden und bei Nichterfüllung den Geldhahn zudrehen? Alle Details zu dieser brisanten Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, gut einen Monat vor der Bundestagswahl hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Katze aus dem Sack gelassen und als erster deutscher Regierungspolitiker offen eingeräumt, dass Griechenland auch nach dem Ende der bereits genehmigten Finanzhilfen im Jahre 2014 weitere Hilfszahlungen benötigen wird. Zuvor hatte die Bundesregierung die Frage bewusst gemieden, wie sich Griechenland nach dem Auslaufen des zweiten Hilfsprogramms Ende nächsten Jahres finanzieren soll. Schäuble betonte nun unter anderem bei Wahlkampfveranstaltungen, dass es für Griechenland weitere EU-Finanzhilfen werde geben müssen. Allerdings hieß es, dass in diesem Falle weit geringere Kredite nötig seien als in den bisherigen Programmen.

Einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland lehnt Finanzminister Schäuble zudem kategorisch ab. Doch um ein Hilfsprogramm in welcher Dimension geht es nun? Hier hält sich Schäuble sowie die gesamte CDU so kurz vor der Wahl mit konkreten Summen verständlicherweise zurück. Doch der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte zuletzt mitgeteilt, er sehe eine Finanzierungslücke Griechenlands in den Jahren 2015 und 2016 zwischen 5,5 und 9,5 Milliarden Euro. Für den Zeitraum 2015 bis 2020 soll der Finanzierungsbedarf gar auf 50 Milliarden Euro ansteigen. Aber soll man dem Land bereits jetzt ein weiteres Hilfsprogramm in Aussicht stellen, schwächt man damit nicht die Reformanstrengungen der Regierung in Athen? Hier muss tatsächlich darauf geachtet werden, dass der Reformdruck auf Griechenland nicht gesenkt wird und alle bereits in Aussicht gestellten Sparmaßnahmen auch durchgeführt werden.

Allerdings ist bereits jetzt absehbar, dass sich selbst bei Realisierung aller Spareinschnitte und Strukturreformen die finanzielle Situation Griechenlands nicht so weit verbessert, dass der Haushalt des Landes auf einer soliden Basis steht oder das Land gar an die Kapitalmärkte zurückkehren könnte. Da ist es nur folgerichtig, dass Zeitungsberichten zufolge auch die deutsche Bundesbank von einem dritten Griechenland-Hilfspaket nach der Bundestagswahl am 22. September ausgeht. Entschieden wird darüber allerdings nicht vor Anfang 2014 und damit mehrere Monate nach der Bundestagswahl.

Schäuble geht mit der Kritik der Opposition, er habe die weiteren Risiken für den deutschen Haushalt durch neue Griechenlandhilfen verheimlicht, offensiv um: Noch zu Wochenbeginn betonte er, die Notwendigkeit weiterer Hilfe für das Land sei nichts Neues, dies sei „der Öffentlichkeit auch immer gesagt worden.“ Schäuble verweist unter anderem auf das Euro-Finanzministertreffen im vergangenen Dezember, wo auf die Finanzierungslücke Griechenlands nach Ende 2014 hingewiesen und die prinzipielle Bereitschaft zu weiterer Hilfe betont worden war.

SJB FondsSkyline. Fazit. Braucht Griechenland ein drittes Rettungspaket? Griechenland benötigt ein neues, drittes Hilfspaket von Seiten der Europäischen Union – so viel ist nicht erst seit dem offiziellen Eingeständnis von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble klar. Das wahre Problem ist jedoch ein ganz anderes. Denn weitere Zinserleichterungen auf bestehende Kredite können Griechenland nicht helfen; die Zinsen sind bereits jetzt fast bei Null. Auch die Bewilligung neuer Kredite hilft dem vom Staatsbankrott bedrohten Land nicht wirklich, da sich damit nur der Schuldenstand weiter erhöht und die Verschuldungsquote steigt, die Gradmesser für den Erfolg oder Misserfolg der bereits eingeleiteten Reformen ist. Das Einzige, was Griechenland wirklich helfen könnte, ist ein zweiter Schuldenschnitt – diesmal auf Kosten der EU-Institutionen und staatlichen Stellen, nachdem der erste Schuldenschnitt vorwiegend die privaten Gläubiger getroffen hat. Genau dies zuzugeben und auch offiziell einen zweiten Schuldenschnitt zu befürworten, der den deutschen Staatshaushalt empfindlich treffen würde, fehlt Schäuble noch der Mut. Ich könnte mir aber vorstellen, dass er diesen aufbringen wird, sobald eine schwarz-gelbe Regierungskoalition bei der Bundestagswahl bestätigt ist und somit keine unmittelbaren Konsequenzen mehr zu befürchten sind.

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