SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen Griechenland zusätzliche Milliarden gezahlt werden?

14. Juni 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen Griechenland zusätzliche Milliarden gezahlt werden? „Eigentlich war die Sache doch klar. Ab dem Sommer sollte sich Griechenland wieder selbst finanzieren und seine eigenen Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen. Doch die Zweifel wachsen, ob so eine langfristige Schuldentragfähigkeit des Landes hergestellt werden kann. Deshalb werden neue Modelle diskutiert“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um den Staatsbankrott in Hellas zusammen. „Soll Griechenland neue Schuldenerleichterungen erhalten, oder könnte dem Land mit zusätzlichen Milliardenzahlungen geholfen werden?“ Eine aktuelle Einschätzung zu diesem kontroversen Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, die deutsche Bundesregierung arbeitet eifrig daran, dass sie das Thema „Schuldenkrise in Griechenland“ bis zu den nächsten Bundestagswahlen ad acta legen kann. Nachdem erneut Zweifel an der langfristigen Schuldentragfähigkeit Griechenlands aufgekommen sind, müssten Hellas entweder weitere Schuldenerleichterungen gewährt oder zusätzliche Gelder ausgezahlt werden. Favorisiert wird offensichtlich die Option, Athen finanziell so auszustatten, dass das Geld mindestens bis zu den Bundestagswahlen 2021 reicht.

Vermieden werden soll dabei ein offizieller Schuldenerlass für Griechenland, bei dem auch der Bundestag zustimmen müsste und deshalb mit entsprechendem politischen Gegenwind zu rechnen ist. Stattdessen will die Bundesregierung Athen mit einem zusätzlichen Milliardenpolster unterstützen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Verhandlungspapiere der europäischen Unterhändler schlagen vor, der griechischen Regierung einen Cash-Puffer zur Verfügung zu stellen, der dazu genutzt werden könnte, die finanziellen Verpflichtungen von 2019 an zu begleichen. In diesem Fall könnten die geplanten Schuldenerleichterungen reduziert werden.

Die zugrundeliegende Rechnung ist einfach: Für jeweils fünf Milliarden Euro, die zusätzlich ausgezahlt würden, könnten anvisierte Schuldenerleichterungen – wie etwa die Streckung von Krediten – um zwei Jahre verringert werden. Am liebsten würde Deutschland Athen finanziell so auszustatten, dass das Geldpolster mindestens bis 2022 ausreicht, um alle Kreditraten an die Euro-Staaten und den Internationalen Währungsfonds (IWF) bedienen zu können. Denn dieses Datum liegt nach der nächsten regulären Bundestagswahl.

Umgekehrt ist Deutschland fest entschlossen, so wenig Schuldenerleichterungen wie möglich zu vereinbaren. Hier treibt die Regierung die Sorge um, dass es im Bundestag bei einem entsprechenden Beschluss großen Widerstand geben könnte, sowohl in der Unionsfraktion als auch von Seiten der FDP und der AfD. Am einfachsten wäre es deshalb, aus dem noch bis August laufenden Kreditprogramm für Griechenland einfach mehr Geld auszuzahlen als bisher geplant. Von dem bis zu 86 Milliarden Euro umfassenden Topf hat Griechenland bislang lediglich 45,9 Milliarden Euro erhalten.

Die EU-Kommission hat bereits ein zusätzliches Finanzpolster von elf Milliarden Euro für die Regierung in Athen ins Gespräch gebracht. Dieses müsste allerdings aufgestockt werden, wenn Deutschland auf so wenig Schuldenerleichterungen wie möglich beharre, hieß es aus EU-Kreisen. Eine weitere Option wäre es, dass die Europäer die an Griechenland vergebenen IWF-Kredite zurückkaufen. Frankreich will zudem einen Mechanismus einführen, der Schuldenerleichterungen an das künftige Wirtschaftswachstum des Landes koppelt. Beide Modelle finden in der Bundesregierung aber keine Zustimmung.

SJB FondsSkyline. Fazit. Sollen Griechenland zusätzliche Milliarden gezahlt werden? Entscheidend für die neuerliche Lösung der griechischen Schuldenproblematik ist die Tatsache, dass sich die EU-Staaten intern darauf geeinigt haben, von einer finanziellen Beteiligung des IWF am dritten Griechenland-Programm abzusehen. Diese war ursprünglich von der Union zur Bedingung dafür gemacht worden, dass man überhaupt weiteren Krediten für Athen zustimme. Angesichts der Forderung nach Schuldenerleichterungen ist die Unionsfraktion aber davon abgekommen, den Internationalen Währungsfonds noch einmal mit ins Boot zu holen. Sollte der IWF aber nicht mit dabei sein, wird Griechenland nicht darum herumkommen, trotz seines neuen Reform- und Sparprogramms entweder Schuldenerleichterungen oder weitere Hilfszahlungen zu benötigen. Ein Schuldenerlass für Athen wäre die offenere, aber wenig beliebte Form der Unterstützung; verdeckte Milliardenzahlungen würden das Problem nicht wirklich lösen, doch weniger politische Unruhe heraufbeschwören.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.