SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird Griechenland erneut zum Krisenherd?

10. Dezember 2014 von um 14:45 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird Griechenland erneut zum Krisenherd? „Eine ganze Zeit war es relativ ruhig rund um Griechenland geblieben, doch nun flammen die Konflikte wieder auf. SJB FondsSkyline 1989 e.K.. PortfolioManagement. Antizyklisch.Nachdem die Regierung überraschend die Präsidentschaftswahlen vorgezogen hat und zudem ein von der Troika kritisierter Haushalt verabschiedet wurde, sind Anleger in Scharen aus dem griechischen Aktienmarkt geflohen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Griechenland zusammen. „Am Dienstag stürzte die Börse in Athen um 13 Prozent ab, auch am Mittwoch ging es weiter nach unten. Droht für die Eurozone erneute Gefahr aus Hellas, wo politische Instabilität und fehlende Sanierungsbemühungen drohen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, die Investoren haben mit den Füßen abgestimmt: Nachdem der Leitindex ATHEX der Athener Aktienbörse bereits am Vortag um 13 Prozent gefallen war, ging es am Mittwoch erneut um 2,6 Prozent nach unten. Mit einem Indexstand von lediglich 865 Zählern im Tief hat die griechische Börse den niedrigsten Stand in diesem Jahr erreicht, der Tagesverlust vom Dienstag war der stärkste seit 1987. Der Grund für die Fluchtwelle der Anleger, die neben dem Aktienmarkt auch den griechischen Anleihenmarkt mit voller Wucht erfasst hat: Das Land hat kurzfristig und für viele überraschend die Präsidentenwahl auf Dezember vorgezogen. Dies schürt bei vielen Investoren Ängste vor einer politischen Instabilität und einer Abkehr vom Sanierungskurs.

Griechenland könnte in eine politische Dauerkrise hineinrutschen, wenn das Vorhaben der aktuellen Regierung nicht aufgeht. Denn der aktuelle griechische Regierungschef Antonis Samaras geht volles Risiko. Nach seinem Willen soll der frühere griechische EU-Kommissar Stavros Dimas (73) neuer Präsident des krisengeplagten Landes werden. Doch dass dieser die zwei Monate früher angesetzte Präsidentenwahl tatsächlich gewinnt, ist alles andere als sicher. Scheitert die vorgezogene Wahl durch das Parlament, ist für ganz Griechenland mit Neuwahlen zu rechnen. Samaras argumentiert, er wolle klare politische Verhältnisse angesichts anstehender harter Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern schaffen. Doch genau dies könnte sich als Problem erweisen. Seine Koalitionsregierung verfügt nur über 155 Abgeordnete, für die Wahl eines Präsidenten sind jedoch mindestens 180 Stimmen notwendig. Wird Dimas nicht gewählt, müssten vorgezogene Wahlen stattfinden, deren Ausgang völlig offen ist.

Denn der Chef der oppositionellen Linkspartei Syriza, Alexis Tsipras, liegt in allen Umfragen derzeit vor Samaras mit seiner bürgerlichen Regierungspartei. Tsipras erklärte bereits, Dimas werde es nicht schaffen, die nötige Mehrheit im Parlament zu bekommen. Damit werde der Weg für vorgezogene Wahlen geebnet, die zum Sturz der Regierung Samaras führen werden, ließ er verlauten. Dieses Risiko eines Rückfalls in die politische Dauerkrise, in der die oppositionellen Linksparteien wieder an Einfluss gewinnen und die Spar- und Konsolidierungsbemühungen torpedieren, hat offensichtlich auch die Anleger erfasst.

Hintergrund der politischen Querelen in Griechenland: Gerade erst hatte das griechische Parlament den Haushalt 2015 verabschiedet, den ersten ausgeglichenen Etat seit Jahrzehnten. Während die Regierung dies als großen Erfolg verkauft, hat die aus IWF, EU-Kommission und EZB bestehende Troika Zweifel an dem Zahlenwerk. Athen geht von einem Haushalt ohne Neuverschuldung und einem vor Leistung der Zinszahlungen bestehenden Primärüberschuss von drei Prozent aus. Zugleich betonte die Regierung in der Haushaltsdebatte, dass sie mit einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent sowie einem Rückgang der Arbeitslosenquote auf 22,6 Prozent rechne. Dies würde Griechenlands Schuldenstand um mehr als sechs Prozent auf 171 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinken lassen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wird Griechenland erneut zum Krisenherd? Das Problem ist nur: Das Haushaltsbudget ist gar nicht mit den internationalen Geldgebern abgestimmt, die Kontrolleure der Troika gehen von anderen Zahlen aus. So sieht die Troika in Griechenland eine Haushaltslücke von mindestens 2,5 Milliarden Euro, die durch weitere Einsparungen und Einschnitte geschlossen werden müsste. Dazu ist die griechische Regierung aber nicht bereit, die bereits jetzt großen Gegenwind in der Bevölkerung wegen ihrer Sanierungsbemühungen verspürt. So hat sie den Haushalt unverändert verabschiedet und damit den Zorn der internationalen Geldgeber auf sich gezogen. Im Ergebnis ist die Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms gefährdet, denn die Auflagen von Seiten der EU-Finanzminister wurden nicht erfüllt. Gemeinsam mit dem möglichen Neuerstarken reformfeindlicher Kräfte bei Neuwahlen bildet dies ein höchst explosives Gemisch, das Griechenland erneut zu einem der größten Krisenherde in der europäischen Finanz- und Schuldenkrise macht.

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