SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Tritt Griechenland jetzt aus dem Euro aus?

07. Januar 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Tritt Griechenland jetzt aus dem Euro aus? „Es kam wie es kommen musste. Nachdem die Wahl eines neuen Staatspräsidenten in Griechenland das dritte Mal in Folge gescheitert ist, wurde die Regierung aufgelöst und Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Neuwahlen für den 25. Januar angesetzt. Den Umfragen zufolge besitzt die linke Syriza-Partei beste Chancen auf einen Wahlsieg“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Griechenland zusammen. „Syriza-Chef Alexis Tsipras will den Reformkurs beenden und stellt die Vereinbarungen zum Schuldenabbau in Frage. Da ist es kein Wunder, dass Spekulationen über einen Euro-Austritt Griechenlands hochkochen. Kommt es tatsächlich zum „Grexit“, dem Austritt des Landes aus der Euro-Zone? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, die Bekundungen hochrangiger deutscher Politiker, die Bundesregierung halte bei einem Sieg der Linken in Griechenland einen Austritt von Hellas aus der Euro-Zone für verkraftbar, zeigen es bereits in aller Deutlichkeit: Deutschland wappnet sich bereits für den „Grexit“, der offenbar seinen Schrecken längst verloren hat. Eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme und ein Austritt des Landes aus der Währungsunion scheint vielen längst als die bessere Möglichkeit im Kontrast zu nicht enden wollenden Zahlungen an ein reformunwilliges Land.

Denn während Portugal oder Irland sich durch harte Sparmaßnahmen am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen haben, ist in Griechenland relativ wenig passiert. Das Land ist weiterhin auf ausländische Hilfe angewiesen und erwartet gerade jetzt neue Hilfszahlungen, die jedoch bis zur Veröffentlichung des Wahlergebnisses erst einmal ausgesetzt wurden. Auch gegenüber den Ländern, die ihren Reformkurs durchgehalten haben und deren Bevölkerung große Opfer gebracht hat, wäre es höchst ungerecht, bei den Griechen eine Ausnahme zu machen. Werden die mit EZB, IWF und EU-Kommission vereinbarten Sparauflagen nicht eingehalten, darf Griechenland nicht mit neuem Geld rechnen.

Ganz offenbar sieht dies die Bundesregierung ähnlich und arbeitet bereits an konkreten Strategien für den Fall, dass Griechenland aus der Euro-Zone austritt. Eingeweihte halten die Folgen für beherrschbar. Erste Konsequenz eines Wahlsieges des Linksbündnisses Syriza am 25. Januar: Wird der Reformkurs Griechenlands wie angekündigt abgebrochen, so würde die nächste ausstehende Rate von zehn Milliarden Euro Hilfskrediten schon nicht mehr an Athen überwiesen werden. Weitere mögliche Folgen: Steigt Griechenland aus dem Euro aus und kommt es zum sogenannten „Grexit“, dürfte ein Kunden-Ansturm auf griechische Banken die Folge sein. Die Bürger würden sich ihre Euro-Guthaben sichern wollen, bevor sie eine Zwangsumstellung auf die Drachme weitgehend entwertet. Kommt es daraufhin zu einem Kollaps der griechischen Bankinstitute, müsste die EU-Bankenunion einspringen und die Institute stützen, solange Griechenland noch Mitglied im Euroraum ist.

Dies könnte teuer werden, aber auch nicht unbedingt für höhere Milliarden-Fehlbeträge sorgen, als die Weigerung der Griechen, ihre Schulden zurückzubezahlen. Hört man sich in deutschen Bankenkreisen um, so lässt diese ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands relativ kalt. Die Institute haben die Kreditbeziehungen nach Griechenland ohnehin längst gekappt, Gefahren sehen sie vor allem für die griechischen Banken selbst.

Sind die Aussagen zur Verkraftbarkeit eines „Grexit“ eine unerlaubte Einmischung in die innenpolitischen Verhältnisse eines anderen EU-Landes? Auch wenn es Hinweise gibt, dass die Kommentare aus Deutschland die radikalen Kreise in Griechenland noch weiter stärken, so ist doch klar: Syriza-Chef Alexis Tsipras ist ein klarer Gegner der Sparauflagen der Troika. Im Falle eines Wahlsieges will er Griechenlands Sparpolitik beenden und einen Schuldenerlass aushandeln. Seine Begründung: Weitere Sozialkürzungen seien für die Griechen unzumutbar, ein Euro-Austritt wird jedoch offiziell nicht angestrebt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Tritt Griechenland jetzt aus dem Euro aus? Doch den Griechen muss einleuchten: Sie können sich nicht auf der einen Seite gegen Sparbeschlüsse und Reformanstrengungen wehren, auf der anderen Seite die Vorzüge einer stabilen Währung genießen. In der Euro-Zone sollte es doch so sein: Finanziell solide wirtschaftende Länder wie zuletzt Litauen können in die Währungsunion eintreten, wer sich dauerhaft nicht fähig sieht, die Stabilitätskriterien zu erfüllen, sollte aus dem Euro austreten. Dieses Vorgehen wäre auch für den Ruf der Gemeinschaftswährung ein großer Vorteil, da der Euro bei bedingungsloser Stützung selbst reformunwilliger Länder zusehends an Reputation einbüßt. Finanziell betrachtet dürfte ein Euro-Austritt Griechenlands Deutschland rund 30 Milliarden Euro kosten. Den Kosten gegenübergestellt, die eine weitere Unterstützung des Landes verursacht, könnte dies gut angelegtes Geld sein. Wenn Griechenland den Euro offensichtlich nicht mehr haben will, sollten wir ihm Gelegenheit bieten, den Exit zu vollziehen. Dies dürfte langfristig für beide Seiten die bessere Lösung sein.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>