SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hält die Geschwindigkeit des Euro-Kursrutsches an?

11. März 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Hält die Geschwindigkeit des Euro-Kursrutsches an? „Zur Wochenmitte ist der Kurs von EUR/USD auf ein neues Zwölfjahrestief von aktuell 1,0557 abgesackt. Damit hat sich die Ihre Werbung. Hier?Abwärtsbewegung des Euro gegenüber dem US-Dollar erheblich beschleunigt. Allein seit Jahresanfang hat die Gemeinschaftswährung Kursverluste von fast 15 Prozent zum Greenback zu verzeichnen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen am Devisenmarkt zusammen. Kann die Kursbewegung in dieser Heftigkeit weitergehen, sehen wir bald die erst für die nächsten Jahre prognostizierte Parität von Euro und US-Dollar? Eine kritische Einschätzung der letzten Marktentwicklungen und eine schonungslose Analyse der EZB-Währungspolitik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Kurssturz des Euro geht nicht nur ungebremst weiter, sondern gewinnt zusehends an Dynamik: Notierte das Währungspaar EUR/USD zum Jahresauftakt noch über 1,2300, hat mittlerweile ein rasanter Kursverfall eingesetzt, der die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar auf ein von neues Zwölfjahrestief von 1,0557 absinken ließ. Allein im letzten Einjahreszeitraum hat EUR/USD damit 25 Prozent seines Wertes verloren – für das bei Weitem umsatzstärkste Währungspaar am internationalen Devisenmarkt eine ungewöhnlich heftige Kursbewegung.

Was sind die Gründe für den massiven Euro-Absturz, der in seiner Intensität selbst Experten überrascht? Aktuell kommen am Devisenmarkt mehrere Entwicklungen zusammen, die sich gegenseitig verstärken und damit große Kursbewegungen auslösen. In erster Linie fällt der Euro, weil EZB-Präsident Mario Draghi nun sein groß angekündigtes Staatsanleihenkaufprogramm gestartet hat, das mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Billionen Euro in seinem Umfang selbst die kühnsten Prognosen der Experten übertroffen hat. Die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und ihre nochmals gesteigerte Liquiditätsschwemme schwächen den Euro immens, wobei das Erreichen der selbst gesteckten EZB-Ziele Inflationsankurbelung und Konjunkturbelebung im Euroraum höchst fraglich erscheinen.

Richtig schlimm wird die Situation für den Euro aber dadurch, dass sich in den USA eine genau gegenläufige Entwicklung vollzieht und damit starker Abwertungsdruck bei EUR/USD entsteht: Denn die US-Valuta profitiert von der sich immer weiter durchsetzenden Ansicht, dass die Notenbank Fed noch in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen und mit ersten Leitzinserhöhungen starten wird. Der überzeugend ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für Februar mit fast 300.000 neu geschaffenen Stellen bekräftigte diese Markteinschätzung. Während die US-Notenbank ihr eigenes Quantitative-Easing-Programm längst beendet hat und auf eine baldige geldpolitische Straffung zusteuert, ist die Europäische Zentralbank weiter auf dem entgegengesetzten Weg: Die Zinsen sind ihr immer noch nicht niedrig genug, auch ein immer stärkeres Absinken der Renditen von EU-Staatsanleihen in den negativen Bereich wird bewusst in Kauf genommen.

Die Konsequenz: Die internationalen Kapitalströme haben sich in kürzester Zeit so stark zu Ungunsten des Euro verschoben, dass EUR/USD bereits auf Kursziele zusteuert, die selbst von den größten Pessimisten erst im Laufe der nächsten Jahre erwartet wurden. Noch vor wenigen Monaten wurde belächelt oder als Unheilsprophet gebrandmarkt, wer Euro und US-Dollar auf die Parität zusteuern sah. Selbst notorische Euro-Pessimisten wie Goldman Sachs prognostizierten nicht vor 2017 einen EUR/USD-Kurs von 1,0000, der nun bereits in wenigen Wochen oder gar Tagen Wirklichkeit werden kann.

Hat Mario Draghi womöglich die Wirkung seiner massiven Anleihenkäufe unterschätzt und nicht richtig vorhergesehen, wie sensibel der Markt darauf reagieren würde? Vieles spricht dafür, denn zwar ist die Schwächung des Euro gewünscht und beabsichtigt gewesen, doch nicht in einer solch extremen Dimension. Geht das billionenschwere geldpolitische Experiment des italienischen EZB-Präsidenten also schief, bevor es so richtig begonnen hat? Die jüngst kräftig nach unten revidierten Kursprognosen für EUR/USD lassen aufhorchen. Analysten der Deutschen Bank rechnen jetzt damit, dass der Kurs des Währungspaares bis 2017 weiter auf 0,8500 und damit deutlich unter die Parität abrutschen wird – vom aktuellen Kursniveau aus wäre dies ein weiterer Kursverfall von 20 Prozent.

SJB FondsSkyline. Fazit. Hält die Geschwindigkeit des Euro-Kursrutsches an? Die Schnelligkeit, mit der EZB-Präsident Mario Draghi die Stärke der angeblich so stabilen europäischen Gemeinschaftswährung untergraben hat, ist atemberaubend. Im Zuge der QE-Maßnahmen ist der Euro zu einer „Weichwährung“ verkommen, die selbst absolute Krisenkandidaten wie den argentinischen Peso stark erscheinen lässt. Da sich der Euro aktuell noch schwächer als die riskantesten Emerging-Markets-Währungen präsentiert, sehe ich auch steigende Risiken auf die internationalen Aktienmärkte zukommen. Eine so heftige Abwärtsbewegung einer der wichtigsten Weltwährungen überfordert viele – selbst professionelle – Marktteilnehmer und birgt eine steigende Crashgefahr. Nach einer nunmehr rund sechsjährigen Hausse der großen Börsen sind die Märkte ohnehin reif für eine starke Korrektur. Der Euro könnte im Zuge der so ausgelösten Kursturbulenzen dann deutlich unter die Parität fallen – die nicht enden wollende Euro-Schwemme der EZB fordert so ihren Tribut.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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