SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum kommt die Freihandelszone mit den USA nicht voran?

02. Juli 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum kommt die Freihandelszone mit den USA nicht voran? „Die Verhandlungen zwischen der EU und den USA über das Freihandelsabkommen TTIP sind festgefahren. Obwohl eine Freihandelszone beiden Seiten SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.umfassende wirtschaftliche Vorteile bringen dürfte, beharren Europäer wie Amerikaner starr auf ihren Prinzipien und blockieren so einen Fortschritt bei den Verhandlungen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen zusammen. Bleibt diese beidseitige Starrköpfigkeit erhalten, steht das so aussichtsreiche Projekt der transatlantischen Freihandelszone auf der Kippe. Ein Aufruf zu mehr Gelassenheit und weniger Prinzipienreiterei findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, die wirtschaftlichen Vorteile einer transatlantischen Freihandelszone sind immens. Doch weder die Stimmung in der Bevölkerung noch die Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner tragen dem ausreichend Rechnung. Die Verhandlungen der USA mit der EU über eine Freihandelszone sind vielmehr festgefahren. Beide Seiten haben Bereiche und Themen, in denen sie sich in keiner Weise kompromissbereit zeigen. Während die USA ihren Finanzsektor keiner Harmonisierung unterziehen wollen, sind die Europäer und hier insbesondere die Deutschen im Bereich des Verbraucherschutzes sowie im Landwirtschaftssektor unnachgiebig.

Die Gefahr besteht, dass durch diese Sturheit das Gesamtprojekt einer transatlantischen Freihandelszone in Gefahr gerät. Dabei ist das Hauptziel des sogenannten TIPP-Abkommens der Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen – ein Umstand, der allen zugute kommen würde. Gibt es die Einigung auf einen Pakt, entstünde die größte Freihandelszone der Welt mit rund 800 Millionen Menschen.

Ein Pluspunkt für den EU-Verbraucher wäre mit Sicherheit die komplette Abschaffung der Zölle auf US-Produkte, die aktuell noch zwischen fünf und sieben Prozent liegen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellt den Konsumenten in Aussicht, nach Einführung der Freihandelszone ihre Autos deutlich günstiger kaufen zu können. Neben der Automobilindustrie rechnen noch weitere Branchen mit Kostenvorteilen. Jährlich werden Waren im Wert von mehr als einer halben Billion Euro über den Atlantik hin- und herbewegt, so dass die Wirtschaft auf beiden Seiten des „großen Teichs“ bei einem Wegfall der Einfuhrzölle Milliarden sparen kann.

Wirtschaftsverbände erwarten innerhalb einer transatlantischen Freihandelszone weniger Bürokratie, vor allem für mittelständische Unternehmen. Diese hätten dann mehr Geld für Investitionen, zum Beispiel in Forschung und Entwicklung. Ein weiterer Vorteil des TTIP-Abkommens: Neue Produkte könnten sowohl in den USA als auch in Europa schneller am Markt erhältlich sein, wenn sie einheitlich zugelassen werden. So würde es künftig ausreichen, wenn etwa die US-Aufsichtsbehörde FDA ein neues Medikament freigibt, teure und aufwendige Doppeluntersuchungen würden entfallen.

Die größten Hemmnisse für eine baldige Realisierung der transatlantischen Freihandelszone sind auf europäischer Seite die Themen Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz. Die Europäer vertrauen ihren eigenen Produkten und Standards, sind aber gegenüber Lebensmitteln aus den USA höchst skeptisch. In Interviews geben ganze zwei Prozent der europäischen Konsumenten an, auch den amerikanischen Normen im Lebensmittelbereich zu vertrauen – eine absolut irrationale und nicht nachvollziehbare Skepsis.

Mit harten Fakten ist diese übermäßige Furcht vor US-Produkten jedenfalls nicht zu erklären – denn die amerikanische Verbraucherschutzbehörde ist machtvoll wie kaum eine andere. Nirgends bekommen Konsumenten so hohe Entschädigungszahlungen für Gesundheitsschäden durch Nahrungsmittel wie in den USA. Umgekehrt zeigen die immer neuen Lebensmittelskandale in Deutschland, dass gerade die europäische Kontrollmechanismen oft versagen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum kommt die Freihandelszone mit den USA nicht voran? Ist die Angst vor Chlor-Hühnchen und Hormon-Fleisch also nur ein verkappter Anti-Amerikanismus? Manches spricht dafür. Die Europäer und die Deutschen haben eine irrationale Angst vor einer Bevormundung durch fremde Mächte, die sich besonders gerne auf die übermäßig kritisierten Amerikaner bezieht. Diese Ressentiments sind nun auch der Grund für die Torpedierung des geplanten Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU (TTIP). Doch das transatlantische Abkommen würde sich nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht auszahlen, es könnte auch die Basis für ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl legen. Denn unterschiedliche Bestimmungen zum Arbeitnehmer- und Verbraucherschutz oder einzelne Maßnahmen zum Schutz von Gesundheit und Umwelt könnten einfach bestehen bleiben, wenn man sich nicht in jedem Bereich auf einheitliche Standards einigen kann. Die künftige Freihandelszone wäre dann durch eine Mischung von Harmonisierung und weiter bestehender Individualität geprägt, die aber beiden Seiten die ökonomischen Vorteile garantieren würde. Eine schöne Vorstellung, für die es sich lohnt, die eigene Starrköpfigkeit aufzugeben und in den Verhandlungen Kompromissbereitschaft zu signalisieren – damit die transatlantische Freihandelszone doch noch kommt.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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