SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlimm steht es um Frankreich?

27. August 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie schlimm steht es um Frankreich? „Die Lage in der französischen Ökonomie, immerhin die zweitgrößte Wirtschaft der Eurozone, hat sich in den letzten Monaten immer weiter eingetrübt. Die jüngste Regierungsumbildung zeigt: Der Widerstand gegen Reformen ist groß, obwohl diese dringend nötig wären“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen bei unseren französischen Nachbarn zusammen. Ist die „Grande Nation“ angesichts steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Wachstumsraten überhaupt noch zu retten? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, in Frankreich muss Präsident François Hollande sein Kabinett umbilden, da gleich mehrere Minister die Spar- und Reformpolitik sowie seinen wirtschaftspolitischen Kurs nicht mehr mittragen wollten. Dabei sind strukturelle Reformen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nötiger denn je.

Hollandes Entscheidung, Minister wie den Linkssozialisten Arnaud Montebourg zu entlassen, der zu „Widerstand“ gegen die von Deutschland forcierte Sparpolitik in Europa aufgerufen hatte, ist dabei so konsequent wie notwendig. Doch wie schlimm ist es um Frankreichs Ökonomie wirklich bestellt?

Unübersehbar ist: Hollandes wirtschaftspolitische Bemühungen haben bislang keine Erfolge gebracht, im Gegenteil. In den letzten zwei Wochen haben sich die Negativmeldungen zu Frankreichs Wirtschaft beschleunigt. So ist die Arbeitslosigkeit im Juni weiter angestiegen. Mittlerweile sind 3,398 Millionen Franzosen auf Arbeitssuche, seit der Wahl Hollandes im Mai 2012 ist die Zahl bereits um eine halbe Million angestiegen. In der Konsequenz liegt die französische Arbeitslosenquote bereits im zweistelligen Bereich: Nach Angaben des Statistikamtes Insee betrug sie im ersten Quartal 10,1 Prozent. Für das zweite Quartal wird keinerlei Entspannung erwartet, die Quote dürfte vielmehr noch weiter zulegen. In diesem Zusammenhang erklärte Frankreichs Arbeitsminister Rebsamen, neue Arbeitsplätze könnten erst wieder in ausreichender Zahl geschaffen werden, wenn die Wirtschaft um 1,3 bis 1,5 Prozent wachse.

Doch danach sieht es überhaupt nicht aus, denn die Konjunktur in Frankreich lahmt. Frankreichs Wirtschaft stagniert das zweite Quartal in Folge, solide Wachstumsraten sind nicht in Sicht. Auch deshalb musste die sozialistische Regierung ihre Prognosen kräftig nach unten schrauben. Das erwartete BIP-Plus für 2014 wurde gerade erst von 1,0 auf 0,5 Prozent halbiert, für 2015 wurde die Wachstumsprognose von 1,7 auf 1,0 Prozent zurückgenommen.

Kaum Wachstum, da klappt es auch nicht mit dem Schuldenabbau. Ökonomen erwarten, dass Frankreich nicht in der Lage sein wird, die für 2014 und 2015 selbst gesteckten Defizitziele zu erreichen. Im laufenden Jahr muss damit gerechnet werden, dass das Haushaltsdefizit mehr als vier Prozent beträgt und damit klar oberhalb der Maastricht-Schuldengrenze liegt. Auch 2015 dürfte das Ziel, das Defizit auf drei Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) zu senken, nicht einzuhalten sein.

Neben fehlenden Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit besitzt die „Grande Nation“ ein weiteres zentrales Problem: das horrende Handelsbilanzdefizit. Im Jahre 2011 verbuchte das Land mit einem Minus von 74 Milliarden Euro einen Negativrekord, auch 2013 betrug das Handelsbilanzdefizit noch immer 61 Milliarden Euro. Die Branchen in Frankreich, die Überschüsse im Handel mit dem Ausland erwirtschaften, sind an einer Hand abzuzählen: Es sind die Luftfahrt-, die Lebensmittel- und die Pharma-Industrie. Andere Sektoren tragen nichts zu einer positiven Handelsbilanz bei, darunter solche Schwergewichte wie der Automobil- oder Maschinenbau. Abgerundet wird die Problematik fehlender französischer Wettbewerbsfähigkeit durch zu hohe Arbeits- und Lohnnebenkosten, die viele Firmen in die Pleite treibt. So ist die Zahl der Insolvenzen innerhalb des letzten Jahres kontinuierlich gestiegen, wie Zahlen der Banque de France beweisen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie schlimm steht es um Frankreich? Die Lage in Frankreichs Wirtschaft wird zunehmend kritischer und stellt auch eine immer größere Gefahr für die konjunkturelle Erholung der Eurozone dar. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht ungebremst weiter, zugleich kommt der Schuldenabbau nicht wie geplant voran. Zunehmende Firmenpleiten und ein lahmendes Wirtschaftswachstum tun ein Übriges, um die Situation zu verschlimmern. Eine baldige Besserung ist nicht in Sicht, weshalb Präsident Hollande gefragt ist, der aus der eigenen Partei kommenden Opposition gegen den alternativlosen wirtschaftspolitischen Reformkurs in aller Schärfe zu begegnen. Frankreich wird noch weit schmerzhaftere Einschnitte im sozial- wie arbeitsmarktpolitischen Bereich vornehmen müssen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen und wieder auf einen soliden Wachstumspfad einzuschwenken.

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