SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Folgen hat die Ukraine-Krise für die deutsche Wirtschaft?

07. Mai 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Welche Folgen hat die Ukraine-Krise für die deutsche Wirtschaft? „Die Ukraine-Krise weitet sich stetig aus, eine schnelle Lösung des Problems rückt in immer weitere Ferne. Damit werden auch die Forderungen nach Sanktionen gegen Russland immer lauter, die wiederum die deutsche Wirtschaft treffen könnten“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Neuss-Korschenbroich, die aktuelle Lage im Ukraine-Konflikt zusammen. Wie stark leidet Deutschlands Wirtschaft unter der aktuellen Krisensituation und wie sehr würde eine Verschärfung der Sanktionen diese treffen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Lage in der Ost-Ukraine gerät immer mehr außer Kontrolle. Die Kämpfe zwischen den für einen Anschluss an Russland eintretenden Separatisten und den der Kiewer Zentralregierung nahestehenden Truppen verschärfen sich, weshalb die Rufe nach harten Sanktionen gegen Russland lauter werden. Wie sehr bedroht die Eskalation der Ukraine-Krise die deutsche Wirtschaft?

Die Investoren im deutschen Aktienindex DAX bekommen schon kalte Füße. In der laufenden Woche verzeichnete das Kursbarometer Verluste von rund 1,5 Prozent und rutschte auf 9.407 Zähler im Tief ab. Auch der europäische Aktienmarkt zeigte sich schwächer, der EuroStoxx 50 fiel in Richtung der Unterstützung bei 3.130 Punkten zurück. Die größte Sorge der Anleger: Russland könnte den prorussischen Kräften im Osten der Ukraine militärisch zu Hilfe eilen und sich nach der Krim noch weitere Landesteile des Nachbarn einverleiben.

Auch wenn am Wochenende die entführten OSZE-Beobachter endlich freigelassen wurden, gibt es keine Anzeichen für eine Deeskalation. Die Lage in der Ukraine bleibt höchst kritisch. Was passiert, wenn sich die Situation weiter verschärft und die russischen Streitkräfte in der Ukraine direkt eingreifen, es also zu einem offenen militärischen Konflikt der beiden Länder kommt? Ökonomen der DZ Bank haben dieses Eskalationsszenario untersucht: Für den Fall gehen sie von wirtschaftlichen Sanktionen der „Stufe 3“ durch die westlichen Staaten gegen Russland aus. Diese Sanktionsstufe würde teilweise drastische Folgen für die Konjunktur in Deutschland, den Euro-Raum und auch für die Finanzmärkte haben, so die Einschätzung der Ökonomen. Konkret wäre eine „merkliche Dämpfung“ der Konjunktur in Europa zu erwarten. Dabei seien sowohl direkte Auswirkungen der Sanktionen (z. B. das Verbot bestimmter Exporte) als auch die indirekten Effekte zu berücksichtigen. Zu diesen gehören unter anderem höhere Energiepreise, negative Vertrauenseffekte sowie konjunkturelle Zweitrundeneffekte, wie die Analyse der DZ Bank ausführt.

Konkret könnte sich in diesem schlimmsten Fall das Wirtschaftswachstum in Deutschland in 2014 um 0,5 Prozentpunkte sowie in 2015 um mehr als einen Prozentpunkt verringern. „Deutlich niedriger“ würde es auch im Euro-Raum ausfallen, so der Report. Die gerade begonnene konjunkturelle Erholung in der Euro-Zone würde „merklich gedämpft“. Die Erwartung in Zahlen: Im laufenden Jahr wäre ein Absinken des EU-Wirtschaftswachstums von 1,2 auf 0,7 Prozent zu erwarten, 2015 würde das BIP-Plus sogar unter die Ein-Prozent-Marke sinken.

Während die schlimmsten Folgen für die mit Russlands Wirtschaft enger verbundenen Staaten des Baltikums sowie Finnland zu erwarten sind, würden härtere Strafmaßnahmen des Westens auch Deutschland empfindlich treffen. Die DZ-Bank-Experten gehen davon aus, dass in diesem Falle die Exporte nach Russland im laufenden Jahr um rund 25 Prozent und im Jahr 2015 um etwa 50 Prozent zurückgehen würden. Denn Europa und Russland sind wirtschaftlich längst eng miteinander verflochten. Während europäische Staaten vor allem Investitionsgüter, Kfz-Teile und chemische Erzeugnisse nach Russland liefern, ist das Land umgekehrt ein wichtiger Lieferant für Erdöl und Erdgas. Sieben Prozent aller EU-Exporte sowie 12 Prozent der Importe entfallen auf Russland.

SJB FondsSkyline. Fazit. Welche Folgen hat die Ukraine-Krise für die deutsche Wirtschaft? Selbst wenn Russland zum Zwecke der Sicherung eigener Deviseneinnahmen als Reaktion auf verschärfte Sanktionen die eigenen Energieexporte nicht vollständig stoppen dürfte, ist trotzdem mit Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise in Deutschland zu rechnen. Aufgrund der schlechteren Versorgungslage und der gestiegenen Unsicherheit erwartet die DZ Bank dann einen Preisanstieg um rund 20 Prozent. Zuletzt dürfte bei Eintreten einer neuen Sanktionsstufe die steigende Risikoaversion an den Finanzmärkten die Kurse von Bundesanleihen, US-Treasuries und auch Gold nach oben treiben. Während diese Fluch in nur vermeintlich „sichere Häfen“ kritisch zu werten ist, bleibt der zu erwartende kräftige Rücksetzer beim BIP-Wachstum die schlimmste Folge für die deutsche Ökonomie. Aus Sicht der heimischen Wirtschaft ist damit sehr zu hoffen, dass andere Wege als gesteigerte Sanktionsmaßnahmen zu einer Lösung der Ukraine-Krise beitragen können.

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