SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie groß sind die Finanzierungsprobleme türkischer Banken?

30. August 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie groß sind die Finanzierungsprobleme türkischer Banken? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Der Kursverfall der türkischen Lira geht weiter: Nach aktuellem Stand hat die Währung der Türkei seit Jahresbeginn über vierzig Prozent ihres Wertes gegenüber Euro und US-Dollar verloren. Daraus resultieren massive Finanzierungsprobleme türkischer Banken, die nun durch eine Entscheidung der US-Ratingagentur Moody’s weiter unter Druck gesetzt werden“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die türkische Lira zusammen. „Moody’s hat gleich 20 türkische Banken in ihren Bonitätsnoten herabgestuft und damit die Probleme der Geldhäuser weiter auf die Spitze getrieben. Kann die Türkei ihre hohen Auslandsschulden in Hartwährung jemals zurückzahlen?“ Eine topaktuelle Einschätzung zu diesem Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, die angesichts des massiven Wertverlustes der einheimischen Währung aufgetretenen Finanzierungsprobleme der Türkei erreichen eine neue Eskalationsstufe. US-Großbanken und international tätige Rating-Agenturen warnen unisono davor, welch große Risiken der Lira-Verfall für die türkische Wirtschaft birgt. Das Land dürfte seine Schulden bald nicht mehr bezahlen können, so die Erwartung der Ökonomen. Dies gilt umso mehr, als dass allein bis zur Jahresmitte 2019 über 150 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten in harter Währung durch türkische Unternehmen und Banken zurückgezahlt werden müssen.

Finanzexperten schlagen wegen der daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken Alarm: Denn die Summe von umgerechnet 153 Milliarden Euro, die die US-Investmentbank JP Morgan für die bald fälligen türkischen Auslandsschulden ermittelt hat, entspricht fast einem Viertel der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Der Lira-Verfall sorgt dafür, dass eine ordnungsgemäße Begleichung dieser Schulden immer unwahrscheinlicher geworden ist.

Der Großteil der in den nächsten zwölf Monaten anstehenden Rückzahlungen entfalle auf den Privatsektor, insbesondere auf Banken, schreiben die JP Morgan-Experten in ihrer gerade veröffentlichten Studie. „Der Finanzierungsbedarf in den nächsten Monaten ist groß und der Zugang zu den Märkten ist problematisch geworden“. Nur umgerechnet 3,7 Milliarden Euro seien Schulden von öffentlichen Stellen.

Rund 27 Milliarden Euro müssen türkische Unternehmen und Banken nach Berechnungen von JP Morgan bereits bis Ende 2018 zurückzahlen. Bei weiteren Verbindlichkeiten von etwa 93 Milliarden Euro, die bis Juli 2019 beglichen werden müssten, sehen die Analysten der US-Investmentbank ein ganz erhebliches Finanzierungsrisiko.

Die negative Einschätzung zur Zahlungsfähigkeit türkischer Schuldner wird durch die jüngsten Ereignisse auf Rating-Ebene bestätigt: So hat die US-amerikanische Rating-Agentur Moody’s die Bonitätsnoten für gleich 20 türkische Geldhäuser nach unten korrigiert. Die Bonitäts-Herabstufung trifft dabei einige der größten Banken der Türkei wie die Isbank. In ihrem begleitenden Kommentar warnt die Rating-Agentur davor, dass sich die Risiken für die Türkei erhöht haben.

Die Marktteilnehmer reagierten prompt: Von türkischen Banken ausgegebene US-Dollar-Anleihen gaben in Folge der Warnung nach und verzeichneten kräftige Kursverluste. Am Devisenmarkt setzte sich zugleich die Abwärtsspirale der türkischen Lira fort: Das Währungspaar USD/TRY kletterte auf 6,62 in der Spitze nach oben und knüpfte damit an seinen steilen Kursanstieg von Mitte August an, wo es kurzzeitig die 7er-Marke übersprungen hatte. Zeitgleich mussten bis zu 7,75 türkische Lira für einen Euro gezahlt werden – auch dies eine Notierung in bedrohlicher Nähe zu den Mitte August erreichten Allzeithochs.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie groß sind die Finanzierungsprobleme türkischer Banken? Türkische Geldhäuser dürften ganz massive Probleme bekommen, ihre in Hartwährungen aufgenommenen Auslandsschulden zurückzuzahlen – der Wert der im Inland generierten Erträge sinkt rapide, während zugleich der Kursverfall der türkischen Lira die in Euro oder US-Dollar aufgenommenen Verbindlichkeiten explodieren lässt. Problematisch für die türkischen Banken ist insbesondere, dass sie keine ausreichende Unterstützung der türkischen Zentralbank erwarten können; trotz einer mittlerweile über 15 Prozent gestiegenen Inflationsrate ist diese nur zu sehr halbherzigen Zinserhöhungen bereit. Zugleich stimmt skeptisch, dass die türkische Regierung behauptet, „keine Konjunkturrisiken“ zu sehen und die prekäre Lage einfach ignoriert. Finanzminister Berat Albayrak ließ gerade erst in einem Bericht der Zeitung „Hürriyet“ verlauten, dass die Verschuldung von Staat und Haushalten „gering“ und das Finanzsystem „stabil“ sei. Genau diese Mischung aus Ignoranz und Unfähigkeit ist es, die ganz besonders gefährlich wirkt und die Türkei-Krise bald auf ein neues Eskalationsniveau heben könnte.

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