SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wann werden die EZB-Anleihenkäufe endlich zurückgefahren?

11. Mai 2017 von um 13:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wann werden die EZB-Anleihenkäufe endlich zurückgefahren? SJB Fonds Echo. Analysiert.„In den USA ist die Zinswende bereits vollzogen, schon im Vorfeld hatte die Fed damit begonnen, ihre Anleihenkäufe zurückzufahren. Auch wenn sich EZB-Präsident Mario Draghi noch gegen Zinsanhebungen wehrt und seine ultralockere Geldpolitik vorerst weiterführen will, muss er doch bald einen Plan für das Auslaufen der Anleihenkäufe präsentieren, mit denen er weitere Liquidität in die Märkte pumpt“, betont Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich. „Ab wann müssen sich Investoren tatsächlich auf ein ‚Tapering‘ der Europäischen Zentralbank einstellen, zu welchem Zeitpunkt können Marktteilnehmer mit einem Auslaufen der Anleihenkäufe rechnen?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, spätestens im kommenden Jahr wird es ernst für die EZB: Dann muss die Notenbank endlich ihre umstrittenen Anleihekäufe zurückfahren, um der Kritik an der Niedrigzinspolitik von EZB-Präsident Draghi zu begegnen. Bislang hatte der Italiener stets betont, es mit einer Straffung der Geldpolitik nicht eilig zu haben und noch länger am Nullzinsniveau festzuhalten. Als Grund wurde die noch nicht überzeugende Inflationsdynamik in der Eurozone angeführt: Noch am Mittwoch betonte Draghi bei seiner Rede vor dem niederländischen Parlament, dass es nötig sei, den „sehr substanziellen“ Konjunkturimpuls aufrecht zu erhalten. Doch die Uhr für den langsamen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik hat längst zu ticken begonnen – wenn auch bislang kaum vernehmlich.

Volkswirte des Verbands Öffentlicher Banken (VÖB), die sich am Mittwoch zu ihrer halbjährlichen Zinsprognose-Pressekonferenz in Frankfurt trafen, erwarten spätestens ab 2018 ein Auslaufen der Anleihenkäufe. Zugleich sind sich Ökonomen einig, dass die EZB bei ihrer nächsten Sitzung im Juni die Prognosen für den Wirtschafts- und Inflationsausblick anheben wird. Einen konkreten Fahrplan für das „Tapering“ dürfte es aber frühestens ab September geben. „Draghi hat es nicht eilig, aber er muss seinen Kritikern etwas anbieten“, betont Ulf Krauss, Volkswirt bei der Helaba.

Seit gut zwei Jahren kauft die EZB in Euro denominierte Anleihen, um so die Zinsen in der Eurozone noch weiter zu drücken. Die Schuldpapiere sind vor allem Staatsanleihen der Euro-Länder, doch auch Unternehmensanleihen und Pfandbriefe sind dabei. Als Folge ihrer umfangreichen Anleihenkäufe hat die EZB inzwischen Bonds im Umfang von mehr als 1,8 Billionen Euro in ihrer Bilanz. Nach jetzigem Stand wird das Kaufprogramm noch bis Ende Dezember laufen und bis dahin eine Größenordnung von 2,3 Billionen Euro erreichen. Danach ist kein plötzliches Ende, sondern ein langsames Herunterfahren der Käufe zu erwarten – das sogenannte Tapering.

Könnte dies zu Verwerfungen an den Kapitalmärkten führen? Nach Meinung der VÖB-Experten eher nicht, denn jeder Marktteilnehmer wisse, dass es mit den Anleihekäufen nicht ewig so weitergehen könne, gibt Jan Holthusen von der DZ Bank zu bedenken. Der Anstieg der Renditen werde so stark nicht ausfallen, prognostizieren Volkswirte, da in der Eurozone nach wie vor kein nachhaltiger Inflationsdruck zu erwarten sei und es mit den im kommenden Frühjahr anstehenden Wahlen in Italien noch politische Unsicherheiten gebe. Konkret sagen die wichtigsten deutschen Banken voraus, dass es nur einen kaum merklichen Anstieg der zehnjährigen Bund-Rendite von aktuell 0,40 auf dann 0,45 bis 0,55 Prozent geben werde. Mit Sicht auf ein Jahr dürften dann Bund-Renditen von 0,75 Prozent bis 1,0 Prozent Realität werden.

Während es selbst nach Beginn des Tapering nur zu einem „Renditeanstieg mit angezogener Handbremse“ kommen dürfte, könnte die Tapering-Diskussion hochverschuldete Länder wie Italien dennoch stärker belasten. Schon jetzt rentieren zehnjährige italienische Staatsanleihen mit 2,2 Prozent, deutlich steigende Renditen würden die Tragfähigkeit des italienischen Haushalts gefährden.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wann werden die EZB-Anleihenkäufe endlich zurückgefahren? Es steht zu erwarten, dass die EZB ab Ende des Jahres damit beginnen wird, ihr Kaufprogramm zu reduzieren. Dies gilt auch deshalb, weil sie zum Jahresende 2017 die von ihr selbst gesetzten Obergrenzen in vielen Ländern erreicht haben wird. Der Kapitalschlüssel, nach dem die Zentralbank die Anleihen der einzelnen Euro-Länder kauft, darf aus rechtlichen Gründen nicht verändert werden: Die EZB hat festgelegt, dass sie maximal 33 Prozent an den Anleihen eines einzelnen EU-Landes halten wird – eine Grenze, die 2018 für Deutschland erreicht würde. Investoren sollten sich somit auf ein allmähliches Auslaufen der Anleihenkäufe ab Januar 2018 einstellen, wobei die aktuell monatlich 60 Milliarden Euro langsam reduziert und die Käufe im dritten oder vierten Quartal 2018 komplett beendet sein dürften.

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