SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll die EZB jetzt auch noch Aktien kaufen?

25. August 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll die EZB jetzt auch noch Aktien kaufen? „Die Politik des Niedrig- und Negativzinses wie auch das massive Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) haben allesamt wenig gebracht. Die Wirtschaft in der Eurozone ist nicht merklich angesprungen, auch die EU-Inflationsrate ist weit von den als Zielmarke anvisierten 2,0 Prozent entfernt. Wie also will EZB-Präsident Mario Draghi jetzt noch für eine anziehende Teuerungsrate sorgen?“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die Problematik zusammen, mit der sich die EU-Währungshüter konfrontiert sehen. „Als letzter Ausweg, die massive Liquiditätsschwemme noch weiter auszudehnen, wird von einzelnen Ökonomen ein direkter Aktienkauf durch die EZB ins Spiel gebracht. Ist diese Maßnahme sinnvoll, oder überwiegen vielmehr die Gefahren?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) stößt an seine Grenzen. In vielen Marktsektoren sind gar nicht mehr genug Staats- und Unternehmensanleihen vorhanden, um das geplante Volumen des Liquiditätsprogrammes umzusetzen. Da der EZB die Anlageobjekte ausgehen, um ihre bereits jetzt extreme Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität fortzuführen, ist eine neue Idee in EZB-nahen Kreisen entstanden. Die Notenbank soll jetzt als direkter Käufer von Aktien an den europäischen Börsen auftreten, um so noch mehr Kapital in die Märkte zu pumpen und die Unternehmen zu Investitionen zu bewegen.

Befürworter der Idee verweisen darauf, dass sich in diesem Falle die Unternehmen noch leichter refinanzieren könnten und so neben dem Konsum auch das Wirtschaftswachstum befördert würde. Auch gibt es in Asien bereits ein Vorbild für die Strategie der Aktienkäufe durch die Zentralbank: Die Bank of Japan erwirbt schon seit geraumer Zeit Aktientitel einheimischer Unternehmen und versucht so, Konjunktur und Inflation anzukurbeln. Die Folgen des japanischen Aktienkaufprogrammes sind extrem: Ende 2016 wird die dortige Notenbank bei 55 Konzernen Japans der größte Aktionär sein.

Doch im Land der aufgehenden Sonne sind die Erfolge, die ursprünglich mit dem Aktienkaufprogramm angestrebt wurden, ausgeblieben: Weder das Anziehen der japanischen Konjunktur noch das Erreichen einer angemessenen Teuerungsrate wurde realisiert. Allein schon deshalb ist Draghis Idee, die EZB nicht nur wie bisher in großem Stil Staatsanleihen, sondern auch Aktien kaufen zu lassen, verfehlt. Aber der EZB-Präsident steht unter solch einem hohen Druck, „mit Gewalt“ Wirtschaftswachstum und Inflation zu erzeugen, dass mit einem solchen Schritt gerechnet werden muss. Falls die Liquiditätsschwemme durch Nullzinsen und Anleihenkauf nicht auf herkömmliche Weise realisiert werden kann, wäre der Kauf von Aktien der nächste logische Schritt.

Tritt die EZB tatsächlich als Aktienkäufer auf, so wären neben der nur vordergründig positiven Konsequenz wieder steigender Aktienkurse kaum positive Effekte zu erwarten. Den Volkswirtschaften der Eurozone bringt die zusätzliche Liquidität gar nichts, da bereits jetzt „billiges Geld“ im Übermaß vorhanden ist, das aber nicht für Investitionen oder die Kreditvergabe genutzt wird. Für die europäischen Börsen entsteht bei Aktienkäufen der EZB das Problem einer sich noch weiter ausdehnenden Blase an den Aktienmärkten, die bereits jetzt nach der rund siebenjährigen Hausse an einem sehr kritischen Bewertungsniveau angelangt sind. Statt diese Gefahr in Kauf zu nehmen, sollten die Staaten der Eurozone lieber versuchen, die billige Liquidität der EZB für Infrastrukturmaßnahmen zu verwenden. Nicht nur Deutschland, auch Frankreich oder Italien haben hier hohes Nachholpotenzial und könnten so viel einfacher positive volkswirtschaftliche Effekte erzielen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll die EZB jetzt auch noch Aktien kaufen? Der Erwerb von Aktien durch die Europäische Zentralbank, nur um die bislang schon wirkungslos gebliebene Liquiditätsflut noch mehr auszuweiten, ist alles andere als eine gute Idee. Die Risiken, eine ohnehin schon große Blase am Aktienmarkt endgültig zum Platzen zu bringen, stehen zu den Chancen in einem schlechten Verhältnis, wie das misslungene Beispiel der Aktion in Japan zeigt. Neben den Gefahren einer solchen EZB-Intervention am Aktienmarkt ist auch zu bedenken, dass die Europäische Zentralbank gar kein Mandat zum Kauf von Aktien hat. Zuletzt wäre ein wahlloser Aktienkauf durch die Notenbank eine komplette Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien. Steigen Aktien jetzt, wenn sich die Gewinnaussichten verbessern und fallen sie, wenn die Erträge sinken, so würden die Aktien dann allein deshalb steigen, weil die EZB sie kauft. Diese absurde Vorstellung, die alle bisher an den Börsen gültigen Regeln verletzt, zeigt in aller Deutlichkeit: Aktienkäufe durch die EZB wären das völlig falsche Signal und sollten besser unterbleiben, da sie ohnehin keine Lösung für die Probleme darstellen, mit denen sich die EZB konfrontiert sieht.

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