SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommen Euro-Bonds wieder in die Diskussion?

03. September 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kommen Euro-Bonds wieder in die Diskussion? „Lange Zeit war es ruhig geworden um die mögliche Einführung von Euro-Bonds, die eine gemeinschaftliche Haftung der EU-Länder vorsehen. Doch nun prescht Commerzbank-Chef Martin Blessing vor und bringt die gemeinsamen Staatsanleihen wieder in die Diskussion“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die Schuldenpolitik der Euro-Zone zusammen. Kommt also doch die gemeinsame Haftung aller EU-Staaten, ist sie ohnehin schon Realität? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger,der Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Martin Blessing tritt massiv für die Einführung von Euro-Bonds ein, also für Schuldpapiere, bei denen eine gemeinschaftliche Haftung aller Euro-Staaten besteht. In einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ stellt Blessing die Vorzüge dieser Anleihen in bestem Licht dar: „Durch die Einführung solcher Europa-Staatsanleihen können wir den Euro als global bedeutende Währung dauerhaft etablieren und damit die Bedeutung und Wettbewerbsfähigkeit von Europa sichern“, so seine Aussage. Besonders interessant ist sein Hauptargument: Die gemeinschaftliche Haftung der Euro-Länder sei bereits jetzt Realität, die Einführung von Euro-Bonds damit nur eine nachträgliche Verfestigung des Status quo.

Doch der deutschen Bundesregierung gefällt dieser Vorstoß Blessings ganz und gar nicht, verstößt er doch gegen ihre immer wieder geäußerte offizielle Position. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor zwei Jahren deutliche Worte gewählt und eine gemeinsame Schuldenhaftung in der Euro-Zone ausgeschlossen, „solange sie lebe“. Blessing stellt sich mit seinen Forderungen klar gegen Kanzlerin Merkel und musste dementsprechend Kritik einstecken: Steffen Kampeter aus dem Bundesfinanzministerium lehnte Blessings Vorstoß rundherum ab und betonte, dass Euro-Bonds „weit und breit nicht auf der politischen Agenda“ stehen würden. Die Position der Bundesregierung sei klar: Eine gemeinschaftliche Haftung für Staatsschulden trage nicht zur Lösung von Problemen in der Euro-Zone bei, da sie die Anreize für die Mitgliedstaaten, wichtige Strukturreformen durchzuführen, verringern würde.

Ist dies aber wirklich so, oder hat Blessing als Vorstandsvorsitzender der zweitgrößten deutschen Bank Recht, wenn er betont, dass die gemeinschaftliche Haftung der Euroländer „bereits Realität“ sei? Blessing verweist in diesem Zusammenhang auf Einrichtungen wie den Europäischen Rettungsfonds ESM oder die Marktoperationen der Europäischen Zentralbank (EZB), für die die Bundesrepublik Deutschland bereits jetzt als größter EU-Beitragszahler in hohem Maße haftet. Sein Argument: Dann könne man diese Haftung für fremde Staatsschulden gleich ganz offiziell machen, es gehe also gar nicht mehr um das „Ob“, sondern nur noch um das „Wann“ und „Wie“ der Einführung von Euro-Bonds. Gemeinsame europäische Anleihen könnten Blessing zufolge auch positive Wirkungen entfalten, indem sie die Euro-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin zwingen. So schlägt Blessing vor, den Europäischen Rettungsfonds ESM zu einer europäischen Schuldenagentur umzubauen. Diese Agentur dürfe dann Euro-Bonds für die EU-Mitgliedsstaaten emittieren, wobei sich die Länder allerdings nur bis zu einer Obergrenze von 25 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung auf diese Weise finanzieren sollten. Den übrigen Finanzbedarf müssten die Staaten weiter auf eigenes Risiko decken und selbst Staatsanleihen begeben.

SJB FondsSkyline. Fazit. Kommen Euro-Bonds wieder in die Diskussion? Blessings Plan hat einiges für sich: Denn für hochverschuldete Länder würde sich die Kreditaufnahme stärker verteuern als für Länder mit niedrigen Schulden. Im ersten Schritt würden zwar alle EU-Mitgliedsstaaten von den niedrigen Zinsen der gemeinsamen Euro-Anleihen profitieren. Doch für ihre eigenen Schulden, für die sie ganz alleine haften, müssten sie umso höhere Zinsen zahlen. Für drei Viertel ihrer Verschuldung müssten sie ohne Rückendeckung durch andere Euro-Staaten oder die EZB auskommen. Ein Anreiz zu solidem Wirtschaften, der nicht zu unterschätzen ist. Deshalb sollte der Aufschrei, wenn wieder einmal Euro-Bonds in die Diskussion gebracht werden, ruhig etwas leiser ausfallen. Im Endeffekt muss der Grad an Vergemeinschaftung, der den Schulden im Euro-Raum dadurch zukommt, gar nicht höher ausfallen als beispielsweise durch den ESM-Rettungsschirm oder das laufende Anleihenkaufprogramm der EZB.

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