SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie realistisch ist ein Euro-Austritt Italiens?

30. Mai 2018 von um 13:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie realistisch ist ein Euro-Austritt Italiens? „In Italien geht es nach dem Erstarken radikaler Kräfte bei den jüngsten Parlamentswahlen sowie der gescheiterten Regierungsbildung drunter und drüber. Nun wird sogar die Absetzung des Staatspräsidenten Sergio Mattarella gefordert, der sich zuvor weigerte, einen ausgewiesenen Euro-Gegner als Finanzminister einzusetzen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Italien zusammen. „Die Situation an den Finanzmärkten spitzt sich immer weiter zu, wobei besonders Bankaktien, italienische Staatsanleihen sowie der Euro leiden. Könnte es in diesem Chaos gar zu einem Euro-Austritt Italiens kommen?“ Eine topaktuelle Einschätzung zu dieser brisanten Thematik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, in Italien droht eine handfeste Verfassungskrise, die Wirtschaft lahmt, und der Schuldenberg aus italienischen Staatsanleihen türmt sich immer weiter auf – Europas Börsen sind schon jetzt im Alarmzustand. Während die Renditen italienischer Anleihen steigen und die Kurse am Aktienmarkt fallen, rutscht zugleich der Kurs der europäischen Einheitswährung immer weiter ab.

Der Euro rutschte am Dienstag im Verhältnis zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Juli 2017 und markierte mit 1,1509 ein neues Jahrestief. Noch im April hatte der Kurs von EUR/USD zwischenzeitlich über der 1,24er-Marke gelegen. Geht die Talfahrt der europäischen Einheitswährung weiter? Investoren suchen derzeit bevorzugt sichere Anlagehäfen auf, was sich in steigenden Kursen beim Schweizer Franken, dem japanischen Yen sowie am Goldpreis ablesen lässt. Am Devisenmarkt wird vor allem eine weitere Zuspitzung der Situation in Italien im Umfeld möglicher Neuwahlen gefürchtet: Dann könnten die extremen Parteien der beiden gescheiterten Koalitionäre, die Lega und die Fünf-Sterne-Bewegung, noch größere Stimmenanteile auf sich vereinen und möglicherweise selbst die Regierung stellen.

Doch nicht nur an den Devisenmärkten gibt es wegen der Entwicklungen in Italien Turbulenzen. Auch an den Bondmärkten zeigen sich Anleger zunehmend besorgt. So kletterte die Rendite für zweijährige italienische Staatsanleihen zuletzt auf 2,36 Prozent und verzeichnete damit den höchsten Stand seit 2012. Steigende Zinsen und ein damit einhergehender erhöhter Renditeaufschlag für italienische Schuldpapiere machen es dem Land immer schwerer, seine schon jetzt ausufernde Verschuldung abzubauen. Der Vergleich zu deutschen Staatspapieren zeigt das Alarmierende der Situation: Die Rendite für die zweijährige Bundesanleihe liegt derzeit bei -0,77 Prozent und rutschte zu Wochenbeginn noch weiter in negatives Terrain. Investoren fordern für italienische Staatsanleihen also einen immer höheren Risikoaufschlag (Spread), der die Schuldenkalkulation des Landes ins Wanken bringt.

Was im kurzfristigen Zeithorizont bemerkbar ist, bewegt auch bei längeren Laufzeiten die Anleihe-Investoren: Die Rendite für zehnjährige italienische Anleihen erhöhte sich am Dienstag zeitweise drastisch und kletterte auf über drei Prozent – sie erreichte damit den höchsten Stand seit 2014. Insgesamt hat die Rendite für zehnjährige italienische Schuldenpapiere seit der Italien-Wahl am 4. März um rund ein Drittel zugelegt.

Die Angst vor einer Wiederkehr der Euro-Schuldenkrise hat ebenfalls ihre Auswirkungen auf den Markt für Kreditausfallversicherungen (CDS). Die Wahrscheinlichkeit für eine Italien-Pleite wird dort aktuell mit rund 17 Prozent bemessen. Credit Default Swaps zur Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets italienischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerten sich um 49.000 auf 225.000 Euro, wie aus Marktdaten des Anbieters Markit hervorgeht. Im Zuge der Krise an den italienischen Märkten ist zudem eine Ansteckungsgefahr für andere Länder in Südeuropa offensichtlich: So stieg die Rendite zehnjähriger spanischer Schuldtitel zu Wochenbeginn ebenfalls an, im Falle Portugals sogar um elf Basispunkte.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie realistisch ist ein Euro-Austritt Italiens? Die Italien-Krise lässt weiter stürmische Zeiten für Europas Finanzmärkte erwarten, wo die Angst vor einem „Italexit“ wächst. An den Börsen steigt die Sorge, dass Italien den Euro-Raum verlassen und damit einen Zerfall der Europäischen Währungsunion auslösen könnte – insbesondere wenn die populistischen Parteien in möglichen Neuwahlen noch stärker abschneiden als zuvor. Der Sentix-Italexit – ein Index, der die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Italiens aus der Euro-Zone misst – zeigt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 11,3 Prozent an. Damit wird diese mehr als doppelt so hoch eingeschätzt wie noch zu Beginn des Jahres. Im schlimmsten Fall könnte eine Pleite Italiens und der Staatsbankrott drohen – ein Ereignis, das auch von der Europäischen Zentralbank nicht aufzuhalten wäre, zumal diese auf dem aktuellen Nullzinsniveau und mit den fortgesetzten Anleihekäufen ihr Pulver längst verschossen hat. Investoren sollten trotzdem Ruhe bewahren und ihr Vermögen mit den aktiv gemanagten SJB-FondsStrategien absichern – hier sorgen hohe Anteile von Goldminenaktien, Rohstofftiteln und antizyklischen Märkten dafür, dass selbst ein Staatsbankrott vergleichsweise gut abgefedert werden kann.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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