SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird ein Euro-Austritt Griechenlands wieder aktuell?

09. Februar 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird ein Euro-Austritt Griechenlands wieder aktuell? SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.„Im Kontext auslaufender Hilfskredite für Griechenland ist ein neuer Streit unter den Gläubigern entbrannt. Während der Internationale Währungsfonds Griechenlands Staatsverschuldung weiter für nicht tragbar hält und auf neue Schuldenerleichterungen drängt, bestehen die EU-Offiziellen auf einer vollständigen Rückzahlung aller Kredite“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um das Thema „Staatsbankrott in Hellas“ zusammen. „Plötzlich wird wieder offen über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone diskutiert, insbesondere für den Fall, dass sich IWF und EU-Kommission nicht einigen können. Wie nahe steht also der ‚Grexit‘ vor der Tür?“ Eine topaktuelle Einschätzung zu diesem kontroversen Thema findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands steht plötzlich wieder zur Debatte, nachdem im Streit um neue Milliardenkredite keine Einigung zwischen Internationalem Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union in Sicht ist. Die beiden Hauptgläubiger sorgen mit ihrer unversöhnlichen Haltung dafür, dass die Griechenland-Krise zurück ist.

Kernpunkt des Streits ist die Frage nach der Tragfähigkeit der griechischen Schulden – für den IWF das wesentliche Kriterium dafür, ob er sich an einem neuen Hilfspaket beteiligen wird. Den aktuellen griechischen Schuldenstand von 179 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) halten die Experten des Internationalen Währungsfonds für nicht tragfähig. In einer jüngst veröffentlichten Erklärung des IWF heißt es: „Die meisten Direktoren halten es für nötig, dass trotz der enormen Opfer Griechenlands und der großzügigen Hilfen der europäischen Partner weitere Entlastungen nötig werden könnten, um die Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen“ – im Klartext: Es soll neue Schuldenerleichterungen oder einen weiteren Schuldenschnitt geben, damit eine Partizipation des IWF an dem nächsten Hilfsprogramm möglich ist.

Vor allem für Deutschland ist die Frage, ob sich der IWF am kommenden Rettungspaket für Griechenland von bis zu 86 Milliarden Euro beteiligt, von existentieller Bedeutung. Denn ohne eine IWF-Beteiligung müsste die deutsche Finanzhilfe vom Bundestag völlig neu aufgestellt werden – ein ganz schlechter Zeitpunkt in der Phase der kommenden Bundestagswahlen. Und so hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auch die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass die Hilfen für Griechenland ohne IWF-Beteiligung gänzlich beendet werden könnten.

Damit steht erneut das Schreckgespenst vom „Grexit“, einem möglichen Euro-Austritt Griechenlands, im Raum. Bleiben IWF und EU als Hauptgläubiger derart zerstritten, könnte das nächste Hilfspaket ganz platzen und ein schneller Staatsbankrott Griechenlands eintreten. Nicht umsonst hat der EU-Parlamentsvize bereits ganz offen den Euro-Austritt Griechenlands gefordert: „Wir müssen so schnell wie möglich einen Weg finden, wie wir Griechenland zwar in der EU und ihrer Solidargemeinschaft halten, aber aus der Eurozone hinaus begleiten“, ließ Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Vizepräsident des Europaparlaments, in einem Zeitungsinterview verlauten. Graf Lambsdorff forderte die Abschaffung des Euro in Griechenland und einen „schrittweisen Übergang zu einer nationalen Währung“.

Um den Grexit doch noch zu vermeiden, müssen sich IWF und Europäische Union vor allem mit Blick auf den von Griechenland künftig geforderten Primärüberschuss einigen. Die europäischen Gläubiger stehen weiter zu ihrer Forderung, Griechenlands Staatshaushalt solle ab 2018 einen Überschuss vor Zins- und Tilgungszahlungen von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ausweisen. Dem IWF ist diese Vorgabe zu streng: In einem in Washington veröffentlichten Prüfbericht zur wirtschaftlichen Lage in Griechenland heißt es, eine Mehrheit der IWF-Direktoren plädiere für ein Primärüberschuss-Ziel von 1,5 Prozent.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wird ein Euro-Austritt Griechenlands wieder aktuell? EU und IWF werden nicht umhinkommen, sich in der Schlüsselfrage der Schuldentragfähigkeit Griechenlands zu einigen, wenn ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone noch vermieden werden soll. Derzeit sind die Positionen unversöhnlich: Der IWF hält die griechische Schuldenlast von mehr als 300 Milliarden Euro für langfristig nicht tragfähig und fordert von den europäischen Partnern einen weitreichenden Schuldenerlass, die EU und insbesondere Wolfgang Schäuble drängen jedoch auf eine Einhaltung der wirtschaftlichen Auflagen. Vieles wird von der zweiten Überprüfungsrunde der griechischen Reformpolitik abhängen, die gerade läuft: Erst danach will der IWF entscheiden, ob er sich tatsächlich am Griechenland-Hilfspaket beteiligt. Von Seiten Schäubles ist jedoch im Vorfeld der Bundestagswahl mit keinem Schuldenerlass zu rechnen – ein Euro-Austritt Griechenlands bei einem Scheitern der Verhandlungen bleibt damit eine realistische Option.

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