SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Soll Deutschland mehr als 11 Milliarden Euro in einen neuen EU-Hilfsfonds zahlen?

29. März 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Soll Deutschland mehr als 11 Milliarden Euro in einen neuen EU-Hilfsfonds zahlen? „Kaum ist die akute Euro-Krise ausgestanden, macht der Internationale Währungsfonds (IWF) einen neuen spektakulären Vorschlag: Ein ‚Schlechtwetterfonds‘ für in Bedrängnis geratene EU-Staaten soll aufgelegt werden, in den Deutschland Einzahlungen von über 11 Milliarden Euro leisten soll,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die Krisenvorsorge in der Eurozone zusammen. „Hat IWF-Chefin Christine Lagarde einen guten Vorschlag unterbreitet, oder geht vielmehr das höchst fragliche Vorhaben weiter, die wirtschaftlich starken EU-Staaten für die reformunwilligen schwachen in Regress zu nehmen?“ Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, kaum hat sich der Euro stabilisiert und kaum ist ein Ende der Hilfszahlungen an Griechenland absehbar, verfolgt IWF-Chefin Christine Lagarde schon wieder das nächste Projekt zur Umverteilung von staatlichen Geldern innerhalb der Euro-Zone: Der Internationale Währungsfonds hat angeregt, im Rahmen der Reformbemühungen der EU einen milliardenschweren „Schlechtwetterfonds“ aufzulegen, der den Euro stärken und finanzschwache Euro-Länder unterstützen soll. Allein Deutschland müsste rund elf Milliarden Euro pro Jahr in diesen neuen Hilfsfonds einzahlen, so der große Plan des IWF.

Der in Berlin präsentierte Vorschlag von IWF-Chefin Christine Lagarde ist brisant: Ein Schlechtwetterfonds für die Euro-Zone, der Finanzhilfen in Krisenzeiten ausgeben soll. Wenn in Zukunft ein finanzschwaches Euro-Land in eine Wirtschaftskrise gerät, soll es daraus automatisch Milliardenhilfen in seinen Haushalt überwiesen bekommen. Die Euro-Zone brauche eine solche zentrale Fiskalkapazität, betonte Lagarde in Berlin, „um eine schmerzhafte Wiederholung der Krise zu verhindern“.

Neu an einem solchen Konzept, das in der Diskussion um die Reform der Euro-Zone auf den Tisch gebracht wurde, ist vor allem das Volumen des Schlechtwetterfonds: Der IWF will einen Hilfstopf schaffen, in den jedes Land im Jahr 0,35 Prozent seiner Wirtschaftsleistung einzahlen soll. Für Deutschland wären das gut 11,4 Milliarden Euro. Innerhalb von zehn Jahren müsste die Bundesrepublik also die stolze Summe von 114 Milliarden Euro für den Topf aufbringen – eine Größenordnung, die bei deutschen Politikern für akute Magenschmerzen sorgen dürfte. Lagardes neue Fiskalkapazität soll im Notfall sogar eigene Schulden am Finanzmarkt aufnehmen dürfen – eine Planung, die in Deutschland, aber auch in anderen Euro-Staaten, schwer zu vermitteln sein wird.

IWF-Chefin Lagarde kann diese Vorbehalte richtig einschätzen und will unter allen Umständen den Eindruck verhindern, der Topf führe in eine europäische Transferunion. Die Länder müssten auch in Zukunft „Eigenverantwortung“ übernehmen, sagte sie in ihrer Rede in Berlin. Außerdem sehe der Topf klare Mechanismen vor, die verhindern sollen, dass sich Staaten auf der Hängematte ausruhen und andere Länder für sie zahlen lassen.

Geht es nach den Plänen des IWF, so soll mit dem neuen Schlechtwettertopf eine Abwärtsspirale wie zwischen 2010 und 2012 verhindert werden, als mit Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern gleich fünf EU-Länder am Rande des Staatsbankrotts standen. In Zukunft dürfe eine so schwere Krise gar nicht erst in Gang kommen, begründeten IWF-Experten ihren Vorschlag. Der IWF plant, Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit Geld aus dem Hilfstopf zukommen zu lassen: Wenn die Arbeitslosenquote in einem Jahr um mehr als ein Prozent über das Mittel der letzten sieben Jahre steigt, fließt Geld. Nach Modellrechnungen des IWF lassen sich so Tiefe und Dauer von Rezessionen um bis zu 50 Prozent dämpfen.

Um hoch verschuldete Staaten davon abzuhalten, sich auf den Hilfszahlungen auszuruhen, will der IWF Auszahlungen an das vorherige Einhalten von Schuldenregeln koppeln. Zudem müsste ein Staat, der Hilfen bekommen hat, nach Abflauen der Krise höhere Beiträge an den neuen Hilfstopf abführen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Soll Deutschland mehr als 11 Milliarden Euro in einen neuen EU-Hilfsfonds zahlen? Trotz der Versuche des IWF, das Entstehen einer Transferunion und Fehlanreize zu vermeiden, bin ich höchst skeptisch, ob der Schlechtwetterfonds eine gute Idee ist. Die Versuchung, dass in Zahlungsschwierigkeiten geratene Länder sich von anderen EU-Staaten alimentieren lassen und so in ihren Reformbemühungen nachlassen, ist einfach zu groß. In Deutschland dürfte der IWF-Vorschlag auf großen Widerstand treffen, denn die Beiträge der einzelnen Mitgliedsländer sind enorm. Anstatt einen neuen Schlechtwetterfonds mit einem derart hohen Volumen aufzulegen, dürfte es für die Euro-Zone besser sein, den Euro-Rettungsschirm ESM mit zusätzlichen Mitteln auszustatten, um Staaten in Zahlungsschwierigkeiten zu helfen.

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