SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen Deutsche Bank und Commerzbank fusionieren?

01. September 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Sollen Deutsche Bank und Commerzbank fusionieren? „Die Deutsche Bank steckt in der Krise. Milliardenverluste, eine fast ungebremste Talfahrt des Aktienkurses und ein zunehmender Imageverlust machen dem größten deutschen Geldhaus zu schaffen. Vorstandschef John Cryan macht die schärfere Regulierung sowie die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank für einen Großteil der Probleme verantwortlich. Doch nun gibt es eine neue Idee, wie man dem angeschlagenen Bankenriesen womöglich helfen kann: Eine Fusion mit der Commerzbank,“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in Deutschlands Bankenszene zusammen. „Kann eine Fusion der beiden großen deutschen Banken eine Lösung für die krisengeschüttelte Deutsche Bank darstellen? Wichtige Details und Hintergrundinformationen finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, nicht erst seit Einführung des Strafzinses durch die EZB und schärferen Eigenkapitalanforderungen geht es der Deutschen Bank schlecht. Doch zuletzt hat sich die Lage weiter zugespitzt: Bis auf ein neues Jahrestief von 11,06 Euro ist die Aktie der Deutschen Bank gefallen, an der Börse ist das einstmals so stolze Institut gerade mal noch 18,5 Milliarden Euro wert. Der neue Vorstandschef John Cryan musste zu Jahresbeginn den höchsten Verlust in der Geschichte der Bank verkünden – Anfang August rutschte der Aktienkurs auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren. Die Krise ist unübersehbar, und nachdem Cryan zu Beginn seiner Amtszeit vor allem durch die schonungslose Kritik an den Versäumnissen und Missständen innerhalb der eigenen Bank auffiel, wendet er sich nun zunehmend an Politiker und Vertreter der Notenbanken.

Hatte Cryan zuerst die diversen Skandale um Manipulationen von Libor und Währungskurse, die zu hohen Boni oder auch eine veraltete IT-Struktur der Bank kritisiert, so macht er jetzt die Negativzinspolitik der EZB sowie die neuen Regulierungsanforderungen für die Probleme verantwortlich. Politiker und Notenbanker wurden zur Zielscheibe seiner Kritik und zugleich zu Adressaten eines Hilferufes, um die deutschen Banken zu retten: „Deutschlands Banken fallen seit Jahren international immer weiter zurück”, warnte Cryan auf einer Bankentagung in Frankfurt, was zwar auch an eigenen Versäumnissen, “andererseits aber auch am harten Wettbewerb und an einer Regulierung liegt, die uns immer weniger Bewegungsspielraum lässt”.

Was sind die drei großen Vorwürfe, die Cryan Politikern und Notenbankern macht? Zuerst die schärfere Regulierung, die seit der Finanzkrise eingesetzt hat. Die Aufsichtsbehörden haben weltweit die Kapitalanforderungen für Banken erhöht, doch die Möglichkeiten, Gewinne zu machen und sich ein Kapitalpolster anzulegen, sind zugleich eingebrochen. Auch die Konkurrenz auf dem deutschen Bankenmarkt schätzt Cryan als zu groß ein: “Es gibt in Deutschland schlicht zu viele Banken”, betont er. Der starke Wettbewerb sei zwar gut für die Kunden, die von niedrigen Preisen profitierten, aber schlecht für die Stabilität des Bankensystems. Vielleicht am Schlimmsten sind für die Deutsche Bank aber die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank: Seit 2014 verlangt die EZB Strafzinsen für Banken, die ihr Geld über Nacht bei ihr parken, im Frühjahr 2016 wurde der Negativzins noch einmal auf -0,4 Prozent abgesenkt. Das Vorhaben von EZB-Präsident Mario Draghi, so die Finanzinstitute zur steigenden Kreditvergabe an Unternehmen zu bewegen, hat jedoch kaum funktioniert. Erste Banken haben begonnen, die Strafzinsen an ihre Kunden weiterzugeben, die Institute klagen über die hohen Kosten. Wie Cryan betont, sind es mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr für die Deutsche Bank, die sie an „Strafzahlungen“ leistet.

Auch die Commerzbank leidet unter übertriebener Regulierung und einer fatalen Geldpolitik, so dass bei Investoren die Hoffnung aufkam, die beiden größten deutschen Banken würden in dieser Krisenzeit fusionieren und so eine neue, stabilere und vor allem wettbewerbsfähigere Einheit bilden. Denn international sind die deutschen Geldhäuser längst weit zurückgefallen, der Wettbewerb mit den großen der Branche hat nicht funktioniert. Offenbar hat es bereits erste Sondierungsgespräche zwischen Vertretern beider Institute gegeben, doch ohne konkretes Ergebnis. Ob der Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank die massiven Probleme in der Finanzbranche lösen kann, ist weiter fraglich.

SJB FondsSkyline. Fazit. Sollen Deutsche Bank und Commerzbank fusionieren? Der Absturz der Deutschen Bank war tief, der Druck, wieder zurück auf den Erfolgspfad zu finden, ist bei dem größten deutschen Geldinstitut besonders hoch. Aber kann der Zusammenschluss mit einem weiteren krisengeplagten Unternehmen wie der Commerzbank gegen Milliardenverluste und den eingebrochenen Aktienkurs helfen? Zumindest mit Blick auf die gesetzlich geforderten Kapitalpolster und die immer kritischere Ertragssituation im Niedrigzinsumfeld wäre eine positive Entwicklung denkbar. Auch beim Zusammenlegen des Filialnetzes oder der Optimierung der IT-Struktur gibt es mit Sicherheit hohes Einsparungspotenzial. Trotzdem bringt ein Zusammenschluss zweier kriselnder Unternehmen nicht notwendigerweise ein größeres, gesundes und international wettbewerbsfähiges Institut hervor. Die Erwartung, durch die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank die wichtigsten Probleme der deutschen Bankenbranche lösen zu können, sind damit sicher zu hoch gegriffen. Um die angeschlagenen deutschen Institute zu retten, ist auch ein Ende des Negativzinses und der unverantwortlichen EZB-Liquiditätsschwemme dringend erforderlich!

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