SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der Rückgang der US-Arbeitslosenquote ein positives Zeichen?

10. September 2013 von um 16:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist der Rückgang der US-Arbeitslosenquote ein positives Zeichen? „Am Freitag wurde der US-Arbeitsmarktbericht für August veröffentlicht, wie stets eines der Daten-Highlights des Monats. Auf den ersten Blick sehr erfreulich ist hier der Rückgang der US-Arbeitslosenquote von 7,4 Prozent auf 7,3 Prozent“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt zusammen. Doch ist die Verbesserung der Arbeitslosenquote etwa gar kein Zeichen einer Entspannung am US-Arbeitsmarkt, sondern vielmehr ganz anderen Entwicklungen geschuldet? Alle Details zu dieser brisanten Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der US-Arbeitsmarktbericht für August präsentierte sich auf den ersten Blick sehr erfreulich: Die Erwerbslosenquote sank auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren und betrug 7,3 Prozent nach 7,4 Prozent im Vormonat, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Nicht ganz so positiv fiel die Bilanz bei den neu geschaffenen Stellen im August aus: Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 169.000 neue Jobs in den USA außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Dies ist etwas weniger als von Analysten im Schnitt erwartet: Ökonomen hatten im Vorfeld einen Stellenaufbau von 177.000 prognostiziert. Doch das leichte Verfehlen der Prognose bei den neuen Stellen ist gar nicht das Schlimmste am jüngsten US-Arbeitsmarktbericht. Viel schwerer wiegt die deutliche Abwärtskorrektur, die für die Zahlen des Vormonats vorgenommen wurde: So wurde der Juli-Wert von 162.000 auf 104.000 neue Stellen erheblich nach unten korrigiert, auch der berichtete Stellenzuwachs im Juni erfuhr eine weitere Abwärtsrevision.

Die Quintessenz des Arbeitsmarktberichtes: Zwar wurden in den USA 65.000 mehr Stellen geschaffen als im Vormonat, aber deutlich weniger als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Orientiert man sich an der Faustformel, dass in den USA 200.000 Arbeitsplätze pro Monat geschaffen werden müssen, um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten und eine positive Konjunkturentwicklung zu gewährleisten, so haben die jüngsten Zahlen die Vorgaben klar verfehlt.

Doch wie passt es mit dieser Erkenntnis zusammen, dass die US-Arbeitslosenquote im August auf 7,3 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2008 gefallen ist? Experten verweisen darauf, dass die Quote der Amerikaner, die sich überhaupt noch um Arbeit bemühen, stark gefallen ist, und werten das als zunehmende Entmutigung in weiten Teilen der Bevölkerung. Die hohe und hartnäckige Langzeitarbeitslosigkeit schlägt sich in der offiziellen US-Arbeitslosenquote gar nicht nieder, da hier nur Erwerbssuchende mit Anspruch auf staatliche Leistungen erfasst werden. Der Erhalt dieser Leistungen ist aber stark reglementiert, und so kann es zu der fast paradoxen Situation kommen, dass die Arbeitslosenquote auf ein Rekordtief fällt, obwohl viel zu wenig neue Stellen geschaffen werden, um für nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu sorgen.

Im Detail sieht die Entwicklung so aus: Die US-Arbeitslosenquote sank zwar im August auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren. Doch der nur auf den ersten Blick erfreuliche Rückgang auf 7,3 Prozent wurde nicht durch steigende Beschäftigungszahlen, sondern durch den Rückgang der „Workforce“ ausgelöst – also der Menschen, die dem Arbeitsmarkt offiziell zur Verfügung stehen. Die Partizipation der US-Bevölkerung an dieser Workforce – demnach der Anteil der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter, die eine Arbeit besitzen oder sich um eine bemühen – ist hingegen auf ein 35-Jahres-Tief von 63,2 Prozent abgesackt.

Diese Zahl ist wesentlich aussagekräftiger mit Blick auf die wahre Verfassung des US-Arbeitsmarktes als der nur vordergründige Rückgang der US-Arbeitslosenquote. Auch wenn die niedrigere Partizipationsrate am US-Arbeitsmarkt bis zu einem gewissen Grade demographischen Faktoren geschuldet ist – entmutigte Arbeitslose, die ihre Jobsuche komplett aufgeben und gar nicht mehr in den offiziellen Statistiken erscheinen, sind für einen Großteil dieser Entwicklung verantwortlich.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist der Rückgang der US-Arbeitslosenquote ein positives Zeichen? Die US-Arbeitslosenquote fällt, aber sie fällt aus den falschen Gründen. Diese Diagnose führt zu einem Problem für die US-Notenbank Fed. Denn diese hatte die Entwicklung der US-Arbeitslosenquote zur Messlatte für die Rückführung ihres massiven Anleihenkaufprogramms gemacht. Ben Bernanke hatte angekündigt, das Liquiditätsprogramm dann auslaufen zu lassen, wenn die Arbeitslosigkeit in de USA auf rund 7,0 Prozent gefallen sei. Mitte nächsten Jahres könnte es soweit sein. Aber wird der nominelle Rückgang der US-Arbeitslosenquote auch von einem entsprechend nachhaltigen Stellenwachstum im Bereich der durchschnittlich benötigten 200.000 Stellen begleitet werden? Dies ist nach den jüngsten Arbeitsmarktdaten höchst unsicher. Denn die Zahlen zeigen vor allem eines: Die Anzahl der Menschen, die dem US-Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sinkt und drückt damit auch die Arbeitslosenquote nach unten. Ein Aufschwung am Arbeitsmarkt sieht anders aus. Ob der US-Stellenmarkt trotz aller Unterstützung der Fed jemals einen sich selbst tragenden Aufschwung in ausreichender Höhe ausbilden kann, um der Notenbank eine Rückführung der Niedrigzinspolitik zu ermöglichen, ist hingegen fraglicher denn je.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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