SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ist die demografische Entwicklung in Deutschland ein Grund für die Niedrigzinsen?

22. März 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Ihre Werbung. Hier?Ist die demografische Entwicklung in Deutschland ein Grund für die Niedrigzinsen? „Auf den ersten Blick scheinen die Gründe für die aktuelle Null- und Niedrigzinsphase in der Europäischen Union klar: Die Finanz- und Staatsschuldenkrise haben die Europäische Zentralbank genötigt, den Leitzins auf das aktuelle Rekordniveau im Negativsinne zu senken, so die weit verbreitete Auffassung. Doch es gibt auch ganz andere Erklärungsansätze, erläutert Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Veröffentlichungen aus dem Finanzsektor. „Auch eine zu stark alternde Bevölkerung kann ein Grund für überraschend niedrige Zinsen sein.“ Alle wichtigen Details dazu, was die Demografie eines Landes mit seinem Zinsniveau zu tun hat, finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, was hat die Überalterung der Bevölkerung eines Landes mit dem dort herrschenden Zinsniveau zu tun? Mit Sicherheit einiges mehr, als viele Investoren spontan annehmen würden, denn eine aktuelle Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) ist zu dem Schluss gekommen, dass die deutsche Demografie mit ihrer alternden Bevölkerung mit ein Grund für die niedrigen Zinsen ist. Die auf den ersten Blick überraschende Erkenntnis fußt auf einem durchaus plausiblen Zusammenhang: Wenn wenig gearbeitet, aber viel gespart wird, drückt das die Zinsen.

Insofern hält die in Deutschland zu verzeichnende Überalterung der Bevölkerung die Zinsen niedrig. In einem Bulletin, dass die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) tätigen Forscher Carolin Nerlich und Joachim Schroth verfasst haben, heißt es in diesem Zusammenhang: „Demografische Kräfte üben einen langsam wirkenden Druck auf die Gleichgewichtszinsen aus.“ Insofern hat die Entwicklung der Bevölkerung eine ganze Menge mit der Geldpolitik zu tun, betont die Studie der Europäische Zentralbank: Die Alterung der Bevölkerung führt dazu, dass weniger Menschen im Berufsleben stehen und deshalb eher von Zinsen als ihrem aktuellen Erwerbseinkommen leben.

Was hat es mit den von der EZB zitierten „Gleichgewichtszinsen“ auf sich? Diese sind die Prozentsätze, bei denen die Wirtschaft unter vollem Dampf laufen kann, ohne zu überhitzen und Inflation zu erzeugen. Sind sie relativ niedrig, dann kann die Notenbank ihren Leitzins nicht sehr weit anheben, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Die Konsequenz aus diesen Überlegungen: Die zunehmende Alterung der Bevölkerung schafft nicht nur bei der Finanzierung staatlicher Renten oder im Kranken- und Pflegebereich Probleme, sondern auch auf den Kapitalmärkten. Zudem gilt: Niedrige Zinsen erschweren es zusehends, Defizite bei der staatlichen Rente durch private Vorsorge auszugleichen.

Die EZB-Forscher bauen ihre Argumentation auf mehreren Annahmen und Erkenntnissen anderer Studien auf. Danach führt die steigende Alterung der Bevölkerung dazu, dass weniger Menschen im Berufsleben stehen. Außerdem gibt es Erkenntnisse, nach denen ältere Beschäftigte weniger produktiv arbeiten als jüngere, z.B. aus gesundheitlichen Gründen oder weil es an entsprechenden Schulungsangeboten fehlt. Zusammen genommen führen die Effekte offenbar zu einem niedrigeren Wirtschaftswachstum. Dazu kommt wegen der steigenden Lebenserwartung eine tendenziell steigende Sparquote. Wenn wenig gearbeitet und viel gespart wird, drückt das die Zinsen.

Wie wirken sich diese Zusammenhänge in der Zukunft aus? Die EZB-Studie berichtet, dass im Jahr 2016 in der Euro-Zone 20 Prozent der Bevölkerung mindestens 65 Jahre alt waren, also ein gängiges Pensionsalter erreicht hatten. Nach den Projektionen der Forscher wird dieser Anteil bis zum Jahr 2030 auf 25 Prozent, bis 2070 gar auf 30 Prozent ansteigen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Ist die demografische Entwicklung in Deutschland ein Grund für die Niedrigzinsen? Rückläufige Erwerbseinkommen und eine wachsende Anzahl von Personen, die ihren Lebensunterhalt zumindest teilweise durch Zinszahlungen bestreiten – auch dies ist ein Grund dafür, dass in Deutschland die Phase des Null- und Negativzinses so lange andauert. Laut EZB-Studie ist vor allem die Quote der Altersabhängigkeit ökonomisch entscheidend dafür, die das Verhältnis der mindestens 65-Jährigen zu den 15- bis 64-Jährigen misst. Wenn immer mehr Rentner von immer weniger Berufstätigen mitversorgt werden müssen, wird diese Quote ungünstiger: Von 2016 bis 2070 wird das Verhältnis in Deutschland von gut 30 Prozent auf knapp 60 Prozent steigen. Hier liegt ein oft übersehener Grund für den Niedrigzins, und die EZB-Studie bietet zumindest einige Vorschläge an, um das Problem abzumildern. Höhere Rentenbeiträge oder vermehrte staatliche Zuschüsse, aber auch eine Absenkung der Versorgungsleistungen werden als Möglichkeiten genannt. Den größten Effekt hätte jedoch eine Anhebung des Alters für den Rentenbeginn – ein Vorgehen, das viele Investoren nicht gegen ein Ende der Niedrigzinsphase eintauschen würden.

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