SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird China jetzt der Verteidiger des freien Welthandels?

19. Januar 2017 von um 14:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird China jetzt der Verteidiger des freien Welthandels? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Für viele Marktbeobachter hat es etwas von einer verkehrten Welt: Während der designierte US-Präsident Donald Trump den globalen Freihandel in Frage stellt und hohe Strafzölle fordert, sind es ausgerechnet die Chinesen, die sich als Verteidiger des freien Welthandels und der Globalisierung gebärden. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte sich der chinesische Premier als glühender Verehrer des Freihandels“, beschreibt Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen. „Ist die frühere Weltoffenheit der Amerikaner nun auf die Seiten der Chinesen gewechselt, die zuvor nicht gerade als Freunde der schrankenlosen Marktwirtschaft galten?“ Ein Kommentar zu dieser neuen Entwicklung findet sich hier.

Liebe FondsBlogger, nirgendwo wird die Verkehrung der bislang geltenden globalen wirtschaftlichen Verhältnisse so gut offenbar wie beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Es ist der chinesische Premier Xi Jinping, der als Verfechter von Globalisierung und freiem Welthandel auftritt, während aus den USA und vom kommenden Präsidenten Donald Trump fast ausschließlich protektionistische Aussagen kommen. Es ist eine „verkehrte Welt“, wenn Chinas Staatschef vor dem prall gefüllten Saal des Davoser Kongresszentrums eine fast einstündige Rede zur Verteidigung des kapitalistischen Freihandels hält und damit ein Zeichen setzt gegen die Politik, die man nach den jüngsten Bekundungen von der Trump-Administration in den USA erwarten muss.

Xi Jinping als weltoffener Globalist, der neue US-Präsident hingegen als Feind des freien Welthandels – an diese neue Rollenverteilung muss man sich erst einmal gewöhnen. Doch die positiven Reaktionen auf die Rede des chinesischen Staatspräsidenten zeigen, dass er die richtigen Worte zum passenden Zeitpunkt gefunden hat: „Das war eine sehr wichtige Rede an einem historischen Zeitpunkt“, ließ Weltwirtschaftsgipfel-Gründer Klaus Schwab verlauten und zog damit ein positives Fazit nach dem ersten Auftritt eines chinesischen Präsidenten in der Davos-Gipfelgeschichte. Xi enttäuschte die Erwartungen nicht und hielt eine bedeutsame Rede, die für alle Beobachter am besten unter dem Begriff „Anti-Trump“ zusammenzufassen ist.

Während Trump auch durch seine überwiegend auf Twitter abgesetzten Kurzkommentare jede Staatsmännischkeit und Seriösität vermissen lässt, präsentierte sich Xi ebenso staatstragend wie verantwortungsvoll. Der Chinese fasste die Gelegenheit beim Schopfe, sich als offener, liberaler Weltbürger zu präsentieren und lieferte eine mächtige Demonstration des friedlichen chinesischen Führungsanspruchs in der Welt. Er hielt eine Rede, die in ihrer Grundtendenz eigentlich von einem amerikanischen Präsidenten stammen sollte, doch in ihren wichtigsten Punkten dem widerspricht, was man derzeit aus den USA zu hören bekommt.

Xi Jinping verwies auf eine Welt der Widersprüche, in der man aktuell lebe. Auf der einen Seite steige der materielle Wohlstand, Wissenschaft und Technologie hätten einen hohen Stand erreicht. Doch auf der anderen Seite gebe es regionale Kriege, Terrorismus und eine zunehmende Auseinanderentwicklung der Einkommen. „Die Menschen wundern sich, was schief gelaufen ist in dieser Welt. Und für viele ist die Globalisierung zur Büchse der Pandora geworden.“ Sie sei zwar ein zweischneidiges Schwert, führte Xi weiter aus, doch viele der Probleme in der Welt hätten mit ihr gar nichts zu tun. Zwar habe die Globalisierung zu größerer Ungleichheit geführt und Gewinner wie Verlierer produziert, doch sie dürfe nicht komplett abgeschrieben werden.

Xis Empfehlung, die wie eine Spitze gegen den neuen US-Präsidenten Trump und seine „America first“-Politik klang: Die Staaten sollten davor zurückschrecken, ihre eigenen Interessen ohne Rücksicht auf die anderen zu verfolgen. „Wir sollten Nein sagen zum Protektionismus“, betonte Xi, denn aus einem Handelskrieg werde niemand als Gewinner hervorgehen. Die Hintergründe seiner Ausführungen sind klar: Als eine der größten Exportnationen der Welt ist China genau wie Deutschland einer der größten Gewinner des freien Handels und der Globalisierung und hat in diesem Zusammenhang viel zu verlieren.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wird China jetzt der Verteidiger des freien Welthandels? Während Donald Trump in den USA eine Politik der wirtschaftlichen Abschottung vorantreibt, wirbt Chinas Staatschef für den Freihandel. Viele Zuhörer beim Weltwirtschaftsforum in Davos staunten, denn es klingt wie eine verkehrte Welt. Amerika geht den Weg des Protektionismus, während sich China für den Globalisierung einsetzt. Kaum glaublich, aber wahr – zumindest wenn Trump den Großteil seiner bisher erhobenen Forderungen wahr macht. China ist seine Ankündigung, die Türen offen zu halten für ausländische Investitionen, hoch anzurechnen; Premier Xi hofft zurecht, dass andere ähnlich verfahren werden. Dass sich China nun als Verfechter eines offenen Freihandelsregimes präsentieren kann, zeigt die ganze Aporie der Ära Trump: Die USA müssen schnell handeln und ihre Pläne überdenken, um nicht ihre Führungsrolle in der freien Weltwirtschaft zu verlieren.

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