SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird die Bremer Landesbank komplett übernommen?

09. Juni 2016 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline 1989 e.K..Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wird die Bremer Landesbank komplett übernommen? „In Deutschland ist die nächste Landesbank in Bedrängnis geraten und ringt um ihre Existenz. Faule Schiffskredite von säumigen Reedern haben der Bremer Landesbank Verluste beschert, die sie aus eigener Kraft nicht mehr ausgleichen kann. Die Bank braucht dringend Hilfen, es bahnt sich ein Übernahmeszenario an“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline 1989 e.K. aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen in der norddeutschen Bankenlandschaft zusammen. „Eine mögliche Lösung könnte die Komplettübernahme der Bremer Landesbank durch die NordLB sein. Ist dies ein realistisches Notfallszenario zur Bankenrettung? Wichtige Infos und Hintergrundinformationen finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Bremer Landesbank gehört zu den kleineren Geldhäusern des öffentlich-rechtlichen Sektors und hat in besonderem Maße unter der Schifffahrtskrise zu leiden. Faule Kredite von Reedern und Schifffahrtsunternehmen haben sich in einer solchen Höhe angehäuft, dass die Bank die schwierige wirtschaftliche Lage nicht mehr aus eigener Kraft meistern kann. Die Bremer Landesbank braucht dringend Geld – doch der Stadtstaat Bremen hat längst abgewunken, kämpft er doch selber mit finanziellen Problemen und hat keine Mittel zur Bankenrettung übrig. Um eine Zukunft zu haben, muss die Bremer Landesbank dringend Finanzspritzen bekommen; nun wird eine Komplettübernahme der Bank durch ihre „große Schwester“, die NordLB, ins Spiel gebracht.

Im Falle einer kompletten Übernahme wären die Tage einer selbständigen Bremer Landesbank (BLB) gezählt. Doch vieles spricht für diese Variante, denn es zeichnet sich ab, dass die Landesbank ihre schwierige wirtschaftliche Situation nicht aus eigener Kraft bewältigen kann. Aktuell gehört die BLB zu 55 Prozent der NordLB in Niedersachsen, zu 41 Prozent dem Land Bremen und zu vier Prozent den niedersächsischen Sparkassen. Erste Sondierungsgespräche auf Trägerebene haben bereits stattgefunden, der Ausgang ist derzeit noch offen. Allerdings zeichnet sich ab: Als wahrscheinlichste Lösung für das Bankendilemma im hohen Norden gilt eine vollständige Übernahme.

Welche Geschäfte haben die Bremer Landesbank ins Unglück gestürzt? Für die schlimmsten Belastungen sorgen bei der BLB derzeit die Ausfälle bei den Schiffskrediten. Die Schiffsbranche durchlebt bereits das achte Krisenjahr in Folge, ein Ende ist noch nicht absehbar. Hier wird der BLB die geringe Diversifikation ihres Kreditportfolios zum Verhängnis: Bei der Bilanzpressekonferenz im April bereitete der BLB-Vorstand die Anleger schon mal auf einen Verlust für das Jahr 2016 vor. Vor einigen Tagen kam es dann knüppeldick, als die Bank reinen Tisch machte und in einer ad hoc-Meldung verkündete, dass auf das Schiffskreditportfolio eine Abschreibung in hoher dreistelliger Millionenhöhe nötig sein werde. Ein Minus, das nicht so einfach aufgefangen werden kann und deshalb die Gesamtbilanz der Bank verhagelt: Finanzexperten erwarten, dass sich aus dem unerwartet hohen Wertberichtigungsbedarf bis zum Jahresende ein voraussichtlicher Verlust in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags ergibt.

Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals der Bank sind dringend erforderlich, denn die kleine Bremer Landesbank ringt um ihre Zukunft. Doch Kapitalmaßnahmen der Träger sind kaum vorstellbar und scheiden mit Sicherheit aus. Die finanziellen Möglichkeiten des Bundeslandes Bremen sind äußerst limitiert, zudem könnte eine Kapitalspritze seitens des Landes ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission auslösen. Andere Maßnahmen zur Verbesserung der Eigenkapital-Situation sind zwar eingeleitet, dürften aber keine ausreichende Wirkung entfalten. Hierzu zählen die Emission von Anleihen mit Eigenkapitalcharakter oder synthetische Verbriefungen, durch die das Eigenkapital entlastet werden kann.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wird die Bremer Landesbank komplett übernommen? Angesichts fehlender Alternativen dürfte es am wahrscheinlichsten sein, dass die Bremer Landesbank durch die NordLB komplett übernommen wird – damit würde das nächste Bundesland seine eigene Landesbank verlieren. Für die NordLB wäre es sicher möglich, die BLB vollständig in den Konzernverbund zu integrieren. Zwar leidet auch sie unter der anhaltenden Schiffskrise und erwartet 2016 gleichfalls einen Verlust, die NordLB ist aber kapitalmäßig deutlich besser aufgestellt. Als Endergebnis der Verhandlungen wäre ein Ergebnis- und Abführungsvertrag mit der BLB denkbar, bei dem der Markenname der Bank erhalten bleibt, die wichtigen Entscheidungen jedoch künftig alle in Hannover bei der NordLB erfolgen. Für die Bremer wäre der Verlust der Bankenselbständigkeit ein herber Schlag, da sie stets viel Wert auf ihre Eigenständigkeit gelegt haben. Doch die Eskalation der Schifffahrtskrise dürfte dem nicht breit genug aufgestellten Institut keine andere Wahl lassen – die Konsequenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise fordern das nächste Opfer.

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