SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum ist die Europäische Bankenaufsicht in Paris und nicht in Frankfurt gelandet?

30. November 2017 von um 11:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum ist die Europäische Bankenaufsicht in Paris und nicht in Frankfurt gelandet? Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.„Ursprünglich waren Frankfurt sehr gute Chancen zugestanden worden, für die Zeit nach dem Brexit neuer Standort der jetzt noch in London ansässigen Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zu werden. Doch bei der Abstimmung, in der sich auch Dublin und Paris als Konkurrenten bewarben, kam es zu einer faustdicken Überraschung“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um die Bankenaufsicht der Eurozone zusammen. „Obwohl der deutsche Standort Frankfurt nach der ersten Abstimmungsrunde noch sehr gut dastand, rutschte er in Runde zwei auf nur noch vier Stimmen ab. Hat womöglich der deutsche Vertreter selbst gar nicht mehr für Frankfurt als EBA-Standort gestimmt? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, jetzt ist es amtlich: Paris – und nicht etwa Frankfurt – ist die neue Heimat der Europäischen Bankenaufsicht (EBA). Der nahende Brexit hatte eine Neubestimmung des Standortes erforderlich gemacht, der durch Abstimmung bei der EU in Brüssel bestimmt wurde. Doch die durchaus überraschende Entscheidung über den neuen Sitz der Europäischen Bankenaufsicht lässt viele Fragen offen. Nach dem jüngsten Alleingang von Agrarminister Christian Schmidt bei der Glyphosat-Zulassung drängt sich ein schlimmer Verdacht auf: Hat auch hier der deutsche Vertreter gegen die Weisung der Bundesregierung und die deutschen Interessen gestimmt?

Frankfurt hatte sich gute Chancen ausgerechnet, künftig die Europäische Bankenaufsicht (EBA) zu beherbergen. Doch bei der Aufteilung der „Brexit-Beute“ ist Deutschland nun leer ausgegangen: Keines der beiden Institute, die wegen des EU-Austritts der Briten von London wegziehen müssen, kommt nach Deutschland. Doch warum ist Frankfurt als EBA-Kandidat, der sich allein schon wegen des Sitzes der Europäischen Zentralbank am selben Ort angeboten hätte, in der Brüsseler Abstimmung so stark zurückgefallen? Inzwischen sind aus dem Kreise der CDU ungeheuerliche Verdächtigungen aufgekommen: Hat der deutsche Vertreter im Ministerrat Michael Roth (SPD), entgegen seiner Weisung aus Berlin am Ende Paris bevorzugt?

Bei der Abstimmung hatte es gleich mehrere Auffälligkeiten gegeben. Zuerst sah es für den deutschen Kandidaten Frankfurt noch sehr gut aus, in der ersten Abstimmungsrunde landete er auf Platz zwei. Erst in Abstimmungsrunde zwei stürzte die deutsche Bewerberstadt ab und konnte nur noch vier Stimmen auf sich vereinen. Jetzt lag Dublin mit 13 Stimmen vorn, Paris kam auf zehn. Der Abstimmungsverlauf legt nahe, dass einige der Länder, die zuerst den deutschen Bewerber unterstützten, in Runde zwei die Seiten wechselten – doch warum?

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger sieht die Gründe in einem bereits jetzt schwindenden Einfluss der Deutschen in Brüssel: „Dass Deutschland jüngst keine EU-Agentur bekommen hat, liegt auch daran, dass Deutschland nur begrenzt handlungsfähig ist“, ließ er verlauten. Das Platzen der Jamaika-Verhandlungen, der Autoritätsverlust von Angela Merkel und die nur noch geschäftsführend im Amt befindliche Bundesregierung: Dies alles lässt Ansehen und Einfluss der Deutschen zurückgehen.

In der dritten Abstimmungsrunde zum Sitz der Europäischen Bankenaufsicht kam es dann, wie es kommen musste: In der entscheidenden Runde zog Paris auf einmal mit Dublin gleich, es wurden 13 zu 13 Stimmen verzeichnet. Eine Stimme war ungültig, am Ende entschied das Los für Paris. Wenn man nun davon ausgeht, dass alle Länder, die in Runde zwei für Dublin stimmten, auch in Runde drei für die irische Hauptstadt waren, können die Stimmen für Paris nur solche sein, die Frankfurt favorisiert hatten. Dies würde bedeuten, dass auch Deutschland für Paris stimmte oder sich zumindest enthielt, und so den Losentscheid erst ermöglichte.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum ist die Europäische Bankenaufsicht in Paris und nicht in Frankfurt gelandet? In Berliner Kreisen wurde der Verdacht genährt, dass der deutsche Vertreter Michael Roth, seines Zeichens Staatsminister im Auswärtigen Amt, entgegen der ausdrücklichen Weisung für Paris votierte. Gewissheit kann es keine geben, denn die Abstimmung war geheim. Auch Roth selber wollte sich nicht zu den Gerüchten äußern – doch es ist bekannt, dass er sich in internen Besprechungen für Paris ausgesprochen hatte, wenn es Frankfurt nicht werden könnte. Die Geschehnisse zeigen, wie schnell sich aufgrund der fehlenden Regierungsbildung Autorität und Einfluss von Deutschland in Brüssel verringern – das Abstimmungsverhalten deutscher Vertreter scheint mittlerweile der persönlichen Willkür unterworfen.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>