SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie kritisch ist der Bank-Run in China einzuschätzen?

26. März 2014 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie kritisch ist der Bank-Run in China einzuschätzen? „In der ostchinesischen Provinz Jiangsu räumen besorgte Sparer bereits den dritten Tag in Folge ihre Konten leer. Der Grund sind Gerüchte um die bald bevorstehende Insolvenz einer lokalen Bank“ fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Geschehnisse im Reich der Mitte zusammen. Erste Beobachter fühlen sich an Bilder aus Zypern erinnert, wo Sparer panisch ihre Gelder zu sichern versuchten. Wie kritisch ist die Lage in Ostchina einzuschätzen? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, aus China erreichen uns beunruhigende Bilder. An der Ostküste ist es zu einer Banken-Panik und einem Ansturm auf die Filialen einer Lokalbank aus Jiangsu gekommen. Bereits den dritten Tag in Folge leeren besorgte Sparer ihre dortigen Konten und versuchen ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen, nachdem es Berichte über die Insolvenz des relativ kleinen Geldinstitutes gegeben hatte. In den Filialen herrscht das pure Chaos. Die Angestellten der Banken versuchen, die besorgten und zugleich aufgebrachten Kunden zu beruhigen, indem sie demonstrativ große Geldstapel zur Schau stellen. Doch es hilft alles nichts. Anleger ziehen weiter ihre Gelder ab, mittlerweile musste sich bereits die chinesische Zentralbank einschalten.

Der Ansturm auf die Bankfilialen wird auch deshalb zunehmend kritischer, weil sich der Run auf ein zweites Institut ausgeweitet hat. War zuerst nur eine recht unbedeutende Lokalbank betroffen, erstrecken sich die Insolvenzgerüchte mittlerweile auch auf die weit größere Jiangsu Sheyang Rural Commercial Bank. Vor den Filialen bilden sich lange Schlangen von Kunden, die ihr Geld abheben wollen, so dass ein Behördensprecher die Bankkunden bereits zur Ruhe auffordern musste. Die chinesische Regierung hat wegen des wachsenden Ansturms auf die Banken jetzt Maßnahmen ergriffen, wozu auch die Anordnung von Öffnungszeiten rund um die Uhr gehörte. Doch die Bemühungen verfehlten ihr Ziel, vor den Bankfilialen bilden sich weiter große Menschenaufläufe.

Der Gouverneur des Verwaltungsbezirks Sheyang verkündete den Menschen deshalb per Videobotschaft, ihr Geld sei sicher. Die chinesische Zentralbank werde die Sparer schützen, betonte der Gouverneur, die Kunden sollten nicht auf die Gerüchte hören.

Doch der Appell stieß auf taube Ohren. Der Grund: Zwar sind die Einlagen der Sparer in China gesetzlich geschützt, doch den offiziellen Verlautbarungen vertrauen viele Chinesen nicht mehr, nachdem mehrere Kreditgenossenschaften und Anleihegesellschaften im Bezirk Sheyang von einem Tag auf den anderen geschlossen worden waren. Der Lokalpresse zufolge hatten deren Direktoren hohe Verluste mit Investmentgeschäften angehäuft und waren danach geflohen. Besorgte Anleger befürchten nun ein ähnliches Schicksal für einige der Banken.

Den Beteuerungen der Jiangsu Sheyang Rural Commercial Bank, in jeder nur denkbaren Situation die Nachfrage nach Bargeld decken zu können, wird immer weniger Glauben geschenkt. Auch die Beschwichtigungen der chinesischen Notenbank schaffen es nicht, die Sorgen der Sparer zu zerstreuen. Der Ansturm der Anleger ist ungebremst, die Banken-Panik in Ostchina weitet sich weiter aus.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie kritisch ist der Bank-Run in China einzuschätzen? Die hohe Nervosität der Sparer in der Volksrepublik China ist verständlich, da es hier nicht, wie etwa in Deutschland, ein funktionierendes staatliches Einlagensicherungssystem gibt. Was bislang unternommen wurde, reicht nicht aus, die um ihre Ersparnisse bangenden Kunden zu beruhigen: Zwar hat die chinesische Bankenaufsicht eine rasche Einführung einer Einlagensicherung in Aussicht gestellt, jedoch noch kein konkretes Datum benannt. Die Einrichtung könnte damit für viele Kunden der Banken aus Chinas Ostprovinz Jiangsu zu spät kommen. Denn bis dahin sind die Einlagen der Sparer nur durch implizite Garantien der Regierung abgesichert, über deren genauen Wert Zweifel herrschen. Auch wenn China nicht Zypern ist und als Inhaber von Devisenreserven in Milliardenhöhe einen Bankencrash vermeiden können sollte: Die Besorgnis der Anleger muss als echtes Warnzeichen interpretiert werden und zeigt an, dass die Lage an vielen Boommärkten trotz der extremen Niedrigzinspolitik der globalen Notenbanken nach einer bald fünfjährigen Aktienhausse immer kritischer wird.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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