SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie will die Bank of Japan ihre Geldpolitik modifizieren?

22. September 2016 von um 14:30 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie will die Bank of Japan ihre Geldpolitik modifizieren?Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Zur Wochenmitte gab die japanische Zentralbank ihre mit Spannung erwartete Erklärung dazu ab, mit welchen geldpolitischen Instrumenten sie ihr Ziel eines Inflationsanstiegs auf über zwei Prozent erreichen will. Die negativen Zinsen bleiben, zugleich kommen neue Elemente hinzu“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die Kernaussagen der Bank of Japan zusammen. „Die Erhöhung der Geldmenge in Japan soll nicht mehr vorwiegend durch den Kauf japanischer Staatsanleihen, sondern durch das Management der Zinsen von Bonds unterschiedlicher Laufzeiten erfolgen. Reicht diese weitere Lockerung der Geldpolitik aus, ein Anspringen der Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne zu bewirken? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Bank of Japan bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik – dies war alles andere als eine Überraschung für die Marktteilnehmer, die am Mittwoch den Verlautbarungen der japanischen Notenbank lauschten. Doch wie will die Zentralbank, die sich schon länger denselben Problemen wie die EZB gegenübersieht – fehlende Inflation und mangelnde konjunkturelle Dynamik – diese mit ihren geldpolitischen Instrumenten lösen?

Zuerst werden die bereits im Januar eingeführten Minuszinsen auf Einlagen japanischer Geldhäuser bei der Notenbank bestehen bleiben – hier gibt es keine Änderungen. Doch diese Form der geldpolitischen Lockerung reicht in Japan keineswegs aus, um das Ziel eines deutlichen Inflationsanstiegs zu erreichen. Deshalb müssen die Währungshüter der Bank of Japan (BoJ) neue Instrumente anwenden, um die Teuerung über die gewünschte Zwei-Prozent-Marke zu hieven. Innerhalb geänderter geldpolitischer Rahmenbedingungen will die BoJ das Management der Renditen von japanischen Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten, also die so genannte Zinskurve, zu einem zentralen Instrument ihrer Politik machen.

Bislang wurde die Ausdehnung der Geldmenge, die letztlich zu einem Inflationsanstieg führen soll, in erster Linie durch das Kaufprogramm für japanische Staatsanleihen bewerkstelligt. Jetzt gab die BoJ als Ziel aus, die Zinsen für Japans Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit bei null Prozent zu halten. Gleichzeitig versprach sie den Märkten, ihre aggressive geldpolitische Lockerung fortzusetzen, bis die Preise über das Inflationsziel von zwei Prozent klettern und stabil über dieser Marke verbleiben.

Doch die Notenbanker reagierten auch auf den größten Kritikpunkt an ihrer Geldpolitik: die negativen Folgen der flachen Zinskurve für Japans Banken und Versicherungsunternehmen. Denn nachdem die Zentralbank Ende Januar Negativzinsen auf einen Teil der Einlagen von Geschäftsbanken bei der BoJ eingeführt hatte, sackten die Zinsen selbst im sehr langfristigen Segment auf null oder tiefer ab. Dass japanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren negative Renditen aufwiesen, daran hatten sich die Investoren schon gewöhnt, doch nun bewegten sich selbst die Zinsen für Bonds mit dreißigjähriger Laufzeit im negativen Terrain.

Die derart flache Zinskurve in Japan stellte sich nicht nur als sehr ungewöhnlich, sondern auch als problematisch dar. Zwar wirken sich negative Renditen erst einmal positiv für hoch verschuldete Staaten wie Japan aus, da sie kaum noch Zinszahlungen für ihren Schuldendienst leisten müssen. Doch die Probleme entstanden an anderen Stellen – vor allem bei Japans Finanzinstituten und der Notenbank selbst. Die ohnehin niedrigen Gewinne von Japans Banken und Versicherern litten stark unter der Nullzinspolitik, da der Minuszins auch die Kreditzinsen, die Banken von Unternehmenskunden verlangen, negativ beeinflusste. Auch der Handel mit langfristigen Anleihen trocknete aus, der zuvor ein wichtiges Anlageinstrument für Banken und Lebensversicherer darstellte. Die Konsequenz: Japans Notenbank bekam immer größere Probleme, ihr geplantes Anleihenkaufprogramm umzusetzen, da am Markt kaum noch genügend japanische Staatsanleihen erhältlich waren. Schon vor der weiteren Liquiditätsverringerung kaufte die Notenbank bereits Bonds für jährlich 80 Billionen Yen und besaß damit fast 40 Prozent der ausstehenden Staatsanleihen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie will die Bank of Japan ihre Geldpolitik modifizieren? Jetzt wird die Bank of Japan zwei wichtige Kennzahlen ihrer Geldpolitik verändern. Zum einen wird das erklärte Ziel, jedes Jahr Staatsanleihen im Volumen von 80 Billionen Yen zu kaufen, fallengelassen. Künftig will die Notenbank nur noch Käufe in einem Tempo vornehmen, das „mehr oder weniger in Übereinstimmung mit der bisherigen Geschwindigkeit“ liegt –konkrete Aussagen werden bewusst vermieden. Als neues operatives Ziel entsteht hingegen die Vorgabe, die Zinsen für zehnjährige japanische Staatsanleihen bei null Prozent zu halten. Gestrichen wird die Zielsetzung, eine bestimmte durchschnittliche Laufzeit bei den im Besitz der Notenbank befindlichen Staatsanleihen zu erreichen – zuletzt lag dieser Wert bei sieben bis zwölf Jahren. Letztlich signalisieren die geldpolitischen Änderungen ein Umdenken innerhalb der Bank of Japan: Ziel ist es nicht mehr, soviel Wertpapiere wie möglich zu kaufen, sondern der Fokus wird auf die Entwicklung der langfristigen Zinsen als Folge dieser Käufe verschoben. Insgesamt setzt sich die Liquiditätsschwemme der BoJ mit leicht geänderten Schwerpunkten fort – ob so realistische Chancen bestehen, das ambitionierte Inflationsziel zu erreichen, bleibt weiter fraglich.

Fragen Sie nach! Rufen Sie an. Ihr persönlicher SJB FondsBerater sagt Ihnen, wie Sie Ihr Depot am besten gegenüber neuen Marktturbulenzen absichern und sich für neue antizyklische Einstiegschancen positionieren. Sie erreichen uns unter der Rufnummer +49 (0) 2182-852-0 oder per E-Mail unter Fonds@sjb.de.

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