SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kann sich Alexis Tsipras Geld in Russland oder China besorgen?

22. April 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Kann sich Alexis Tsipras Geld in Russland oder China besorgen? „Da die EU-Verantwortlichen höchst zögerlich darin sind, Griechenlands Staatschef Alexis Tsipras neue Kredite oder Hilfszahlungen zuzusagen, geht dieser vermehrt in anderen Ländern auf Geldsuche. Doch ob er in Peking oder Moskau so kurzfristig die Gelder auftreiben kann, die ihm zur Vermeidung des Staatsbankrotts fehlen, ist höchst zweifelhaft“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Entwicklungen rund um Griechenland zusammen. Das Pipelineprojekt mit Russland scheint sich schon wieder zerschlagen zu haben, Milliardenkredite aus Moskau sind keine zu erwarten. Steht Hellas also unmittelbar vor dem Finanzkollaps? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier.

Liebe FondsBlogger, aus den Gerüchten, Griechenland würde bereits am Dienstag durch einen Milliardenkredit aus Russland gerettet, ist nichts geworden. Athener Zeitungen hatten vermeldet, das akut vom Staatsbankrott bedrohte Hellas würde fünf Milliarden Euro als Vorauszahlung für den Einstieg beim russisch-türkischen Pipelineprojekt Turkish Stream erhalten. Doch die Hoffnung auf frisches Geld aus Moskau hat sich wieder zerschlagen, Alexis Tsipras hat sich die nächste Abfuhr eingehandelt. Weder gibt es einen russischen Milliardenkredit, noch sind verbilligte Gaslieferungen für Griechenland zu erwarten.

Damit erhalten die Spekulationen und Befürchtungen um einen baldigen „Grexit“ neue Nahrung. Denn Gazprom-Chef Alexei Miller, der am Dienstag in Athen weilte, hatte keinerlei konkrete Angebote oder gar Vertragsentwürfe dabei. Die mit viel Getöse vorgestellte neue Gasleitung, die von Russland durchs Schwarze Meer und die Türkei weiter über Griechenland bis nach Norditalien führen soll, dürfte kaum realisiert werden. Denn nicht mal eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei dem Pipelineprojekt hatte Miller dabei. Am Ende konnte Griechenlands Energieminister Panagiotis Lafazanis keinerlei Erfolge vermelden, sondern nur über „weiter andauernde Verhandlungen“ berichten. Seine Erklärung, Griechenland werde bei einem positiven Abschluss der Gespräche mittel- und langfristigen Nutzen haben, blieb äußerst vage.

Das zentrale Problem: Die geplante Pipeline von Griechenland nach Nordeuropa kann nur gebaut werden, wenn auch die Brüsseler Wettbewerbshüter grünes Licht geben. Doch am Einspruch der EU scheiterte bereits das Gazprom-Projekt South Stream, eine Pipeline durch das Schwarze Meer nach Bulgarien. Die Gasleitung ist damit alles andere als geeignet, kurzfristigen Finanzbedarf Griechenlands zu decken. Zu Milliarden-Vorauszahlungen mit fragwürdigem Nutzen ist Putin nicht bereit, und auch bei der Frage nach einem Rabatt für die griechische Gasrechnung zeigte er sich hart – konkrete Ergebnisse von Tsipras Verhandlungen mit Moskau sind bislang nicht erkennbar.

Und was macht die zweite große Hoffnung von Staatspräsident Tsipras, die Volksrepublik China? Auch bei seinen vermeintlichen Freunden in Peking blitzte Griechenlands neuer Premier ab. Hier gab es Verhandlungen, weil sich der staatlich gelenkte chinesische Handelskonzern Cosco für die Übernahme des Hafens von Piräus interessierte. Doch in ihrem Kurs über die laufenden Privatisierungsprojekte ist sich Griechenlands Regierung uneins, was die Chinesen zusehends verstimmt. Während sich Finanzminister Yanis Varoufakis für eine Privatisierung des Hafens ausgesprochen hat, lehnt Energieminister Lafazanis diese grundsätzlich ab. Die Konsequenz dieser internen Streitigkeiten und Hinhaltetaktik: Von dem Kredit über zehn Milliarden Euro, zu dem China angeblich bereit gewesen wäre, ist längst nicht mehr die Rede, die Aussicht auf schnelle Finanzhilfen aus dem Reich der Mitte ist geplatzt.

SJB FondsSkyline. Fazit. Kann sich Alexis Tsipras Geld in Russland oder China besorgen? Die Zeit für Griechenlands Premier Alexis Tsipras, den Staatsbankrott und damit voraussichtlich auch den Grexit seines Landes zu verhindern, wird äußerst knapp. Tsipras steht dabei vor einem doppelten Problem: Durch seine Verhandlungen mit den in Europa ungeliebten Geldgebern aus Russland und China hat er das Verhältnis zu den EU-Partnern extrem belastet, doch konkrete Ergebnisse hat seine versuchte Annäherung an Moskau und Peking nicht gebracht. Das so inszenierte Chaos wird durch das gestörte Verhältnis zu den USA nicht gemildert: Hier sind die Amerikaner empört, dass die griechische Regierung den Terroristen Xiros auf freien Fuß setzen will, der zwei US-Diplomaten ermordet hat. Auch hier sind keinerlei finanzielle Zugeständnisse zu erwarten, der griechische Premier hat es sich vielmehr mit allen möglichen Geldgebern inklusive der EU-Staaten gründlich verdorben. Die Folge: Griechenland steht so nahe vor dem endgültigen finanziellen Zusammenbruch wie noch nie zuvor, der Staatsbankrott ist praktisch unausweichlich.

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