SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie sehr schadet der Abgasskandal der Volkswagen-Aktie?

23. September 2015 von um 15:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Wie sehr schadet der Abgasskandal der Volkswagen-Aktie? „Die Volkswagen-Aktie hat in diesen Tagen einen massiven Kurssturz erlebt. Im Zuge der Enthüllungen um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen in den USA rutschte die Aktie, die im März noch oberhalb von 250 Euro notierte, auf knapp über 100 Euro ab“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Neuss-Korschenbroich, die jüngsten Ereignisse rund um den Wolfsburger DAX-Konzern zusammen. Ist der Absturz auf das niedrigste Kursniveau seit Oktober 2011 gerechtfertigt, welche Strafen und Schadenersatzforderungen kommen jetzt auf Volkswagen zu? Alle Details zu dieser spannenden Frage finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, der Kurs der Volkswagen-Aktie hat eine Horror-Woche erlebt. Nachdem die Meldungen über Manipulationen der Abgaswerte von US-Dieselfahrzeugen vom Konzern selbst bestätigt wurden, stürzte das Dax-Papier ins Bodenlose. Ausgehend von Notierungen knapp über 160 Euro am letzten Freitag verlor die VW-Aktie an zwei Tagen hintereinander jeweils zweistellig und verzeichnete im Xetra-Handel ein Tief von 102,20 Euro. Auch wenn sich der Kurs am Mittwoch wieder um die 115-EUR-Marke eingependelt hat – das Volkswagen-Papier hat sich seit März mehr als halbiert und bewegt sich aktuell auf einem Vierjahrestief.

Allein in den letzten drei Handelstagen ist so bei der VW-Aktie ein Börsenwert von über 13 Milliarden Euro vernichtet worden. Der Kurssturz ist gewaltig, wo liegen die Gründe für den Crash? Ursache für den enormen Wertverlust ist die Angst vor hohen Straf- und Schadensersatzzahlungen in der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren in den USA. Am Dienstag hatte das Unternehmen deswegen bereits eine Gewinnwarnung veröffentlicht und angekündigt, allein in diesem Jahr 6,5 Milliarden Euro an Rückstellungen für die entstandenen Risiken zu bilden.

Denn mittlerweile ist klar: Volkswagen hat in den USA im großen Stil die Abgasmessungen bei seinen Dieselfahrzeugen manipuliert. Tests der US-Umweltbehörde (EPA) hatten ergeben, dass der Schadstoffausstoß der VW-Fahrzeuge unter realen Bedingungen um über das 30-fache höher war als erlaubt und in den VW-eigenen Dokumenten angegeben. Das Perfide daran: beim Abgastest unter Laborbedingungen zeigten die Messungen keine Auffälligkeiten und lagen im Rahmen der Umweltanforderungen.

Offensichtlich hat Volkswagen das Abgasverhalten der in den USA verkauften Fahrzeuge durch den Einsatz spezieller Software manipuliert. Die Steuerungssoftware erkennt, ob sich das Fahrzeug im normalen Straßenverkehr bewegt oder auf dem Prüfstand befindet und optimiert in diesem Fall die Parameter von Motor und Getriebe für die Testsituation. Wird getestet, treten strenge Richtlinien bei der Abgasreinigung in Kraft und sorgen für niedrige Emissionen – nimmt das Auto am normalen Straßenverkehr Teil, wird die Filterung der Abgase deutlich zurückgefahren und sorgt so für eine rund dreißigmal so hohe Umweltverschmutzung.

Das Entscheidende: Volkswagen hat die Manipulation der Software bereits zugegeben und gleichzeitig vermeldet, elf Millionen Motoren mit dieser Steuerung bei eigenen Autos verbaut zu haben. Allein in den USA könnten sich die fälligen Strafzahlungen auf bis zu 18 Milliarden Euro belaufen. Mögliche Zivilklagen auf Schadensersatz sind in dieser Summe noch gar nicht berücksichtigt und würden hinzukommen. Die Analysten der US-Bank JP Morgan rechnen im schlimmsten Fall mit Belastungen von bis zu 40 Milliarden Euro, die auf den Volkswagen-Konzern durch den Abgasskandal zukommen.

SJB FondsSkyline. Fazit. Wie sehr schadet der Abgasskandal der Volkswagen-Aktie? Betrachtet man die möglichen finanziellen Folgen des Skandals um die Manipulation von Abgaswerten, ist der Kursrutsch der VW-Aktie gerechtfertigt. Denn neben den drakonischen Strafen der US-Behörden und Schadensersatzforderungen von Verbrauchern in noch ungekannter Höhe muss auch der erhebliche Imageverlust der Marke VW berücksichtigt werden. Das Ansehen deutscher Ingenieurskunst ist durch den Skandal beschädigt, das im Ausland so beliebte Etikett „Made in Germany“ hat an Vertrauen eingebüßt. Mit seinen unverantwortlichen Manipulationen hat Volkswagen der deutschen Autobranche einen Bärendienst erwiesen und muss Belastungen verkraften, die über die rein finanziellen Folgen weit hinausgehen. Zudem ist es alles andere als sicher, dass die bisherigen Rückstellungen von 6,5 Milliarden Euro für die Skandalfolgen ausreichen. Für Rückrufkosten, Regressforderungen und Strafen könnte locker ein sechs bis sieben Mal so hoher Betrag fällig sein. Die Gewinnwarnung von Volkswagen war nur konsequent – als Anleger würde ich von der Aktie trotz des scheinbar günstigen Kurses lieber die Finger lassen!

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