FondsAnbieter-Union Investment: Aktienmärkte – Bericht September 2013.

09. Oktober 2013 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! FondsAnbieter-Union Investment: Europa: Im September ging es für Aktien aus der Eurozone deutlich vorwärts, unter dem Strich stand beim EURO STOXX 50 ein Plus von 6,3 Prozent. Drei wesentliche Themen haben dabei die Risikoneigung der Anleger beeinflusst: erstens der Syrienkonflikt, bei dem noch zum Monatsbeginn eine internationale Intervention als wahrscheinlich galt. Zweitens die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur Monatsmitte, bei der viele Beobachter mit einer Drosselung der Anleihekäufe rechneten. Und drittens die deutsche Bundestagswahl. Alle diese Themen sind zu Gunsten der Risikoneigung der Anleger ausgegangen, das heißt: Die Lage in Syrien hat sich entspannt; die Fed gab bekannt, dass sie ihre expansive Geldpolitik erst einmal fortsetzen will; und in Deutschland wurde mit dem Wahlsieg der CDU die bisherige Euro-Rettungspolitik bestätigt. Erst zum Monatsschluss taten sich dann neue Störfeuer auf.

In Italien zog Silvio Berlusconi seine Minister aus der Koalition ab, daraufhin kündigte Staatschef Enrico Letta die Vertrauensfrage im Parlament an. In den USA lähmten der Budgetstreit und die Aussicht auf zähe Neuverhandlungen zur Schuldenobergrenze den Politikbetrieb. Das konjunkturelle Bild im Euroraum hat sich unterdessen aber weiter verbessert. Der jüngste Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleistung beispielsweise stieg um 0,6 auf 52,1 Punkte, gerechnet worden war mit 51,9. Auch der ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen unter Finanzexperten abbildet, konnte sich weiter verbessern. Er erreichte mit seinem Anstieg auf 49,6 Punkte den höchsten Wert seit 2010.

Der Kursanstieg bei europäischen Aktien lässt sich zu großen Teilen auf den Aufwärtsschub bei europäischen Telekommunikations- und Technologietiteln zurückführen. Hintergrund waren Übernahmefantasien, also Hoffnungen auf weitere Transaktionen in Folge des jüngsten „Mega-Deals“ in den USA, dem Verkauf von Verizon Wireless durch Vodafone. In Deutschland stiegen die Aktienkurse der 30 im DAX gelisteten Großkonzerne um 6,1 Prozent. Vor allem die Papiere der Versorger konnten einen Teil ihrer Verluste aus dem Vormonat wieder aufholen. Kurssteigerungen gab es auch bei den großen deutschen Autobauern.

Osteuropa: Durchweg Kurssteigerungen. Die osteuropäischen Aktienmärkte tendierten im September zum Teil deutlich aufwärts. Vor allem die Konjunkturaufhellung in der Eurozone, mit der viele osteuropäische Volkswirtschaften eng verflochten sind, beflügelte das Geschehen. Aber auch die Erleichterung über Entspannungstendenzen im Syrien-Konflikt trug zu der allgemein positiven Stimmung bei. Per saldo konnte der MSCI EM Eastern Europe Index im Monatsvergleich Kurssteigerungen von 6,2 Prozent (in lokaler Währung) verbuchen.

Ganz oben auf der Gewinnerliste stand die russische Börse mit einem Anstieg im RTS Index von 10,2 Prozent. Vor allem Erwartungen, dass die wirtschaftliche Schwäche in den kommenden Monaten langsam überwunden werden kann, beflügelten das Geschehen. In diesem Jahr wird angesichts einer niedrigeren europäischen Nachfrage sowie geringerer Staatsausgaben selbst auf Regierungsseite nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent erwartet. Im Vorjahr betrug der Zuwachs noch 3,4 Prozent und 2007, ein Jahr vor dem Lehman-Zusammenbruch, 8,5 Prozent. Positiv wirkten sich darüber hinaus neue Regulierungsvorschriften für den Börsenhandel aus, die gerade auch ausländische Anleger begrüßten. So werden etwa Wertpapiertransaktionen an der Moskauer Börse nunmehr nach dem auch in den USA und Deutschland üblichen Standard abgewickelt.

An der polnischen Börse legten die Kurse um 2,9 Prozent zu. Auch hier hoffen Investoren auf eine konjunkturelle Bodenbildung. Darüber hinaus werden derzeit die Pläne zur Rentenreform diskutiert. So beabsichtigt die Regierung, alle Staatsanleihen im Besitz privater Rentenfonds in die staatliche Altersversorgung zu überführen, um so den öffentlichen Schuldenstand zu drücken. Große europäische Versicherungskonzerne haben bereits irritiert auf entsprechende Vorhaben reagiert.

In Ungarn stieg der BUX Index um 2,6 Prozent im Monatsvergleich. Erneut wurde der Bankensektor mit schlechten Nachrichten konfrontiert. Die über dem europäischen Durchschnitt liegende Bankensteuer muss nun unbefristet geleistet werden. Die Abgabe wurde vor drei Jahren von der Regierung eingeführt und sollte zunächst nur vorübergehend der Krisenbewältigung dienen.

USA: US-Notenbank befeuert Börsen. Die US-Notenbank Fed hat im September für steigende Kurse an den US-Börsen gesorgt. Der Entscheidung der Währungshüter, die monatlichen Wertpapierankäufe vorerst in vollem Umfang beizubehalten, folgten deutliche Preissteigerungen an den Märkten. Der Dow Jones Industrial Average kletterte um 2,2 Prozent, der marktbreite S&P 500 legte im Berichtszeitraum 3,0 Prozent zu und erreichte am 18. September mit einem Schlusskurs von 1.725,52 einen neuen Rekordstand.

Die Mitteilung der Fed hatte zu Monatsmitte zahlreiche Marktteilnehmer überrascht. Nach verbesserten Konjunkturdaten herrschte die überwiegende Meinung, dass die Fed ihr Programm, in dessen Rahmen sie monatlich für 85 Milliarden US-Dollar Anleihen erwirbt, von September an langsam zurückfahren würde. Offenbar befürchten die Zentralbanker aber, dass dieser als Tapering bezeichnete Prozess konjunkturelle Spuren hinterlassen könnte – etwa in Form steigender Marktzinsen, die dann wiederum den privaten Häusermarkt und den Konsum dämpfen könnten.

Einen Dämpfer erhielten die Märkte in den USA allerdings zum Monatsende. Befürchtungen der Investoren, dass der Haushaltsstreit in den USA eskalieren könnte, wurden zunehmend konkreter. Zuletzt hatten sich die Fronten zwischen Republikanern und Demokraten im Kongress immer weiter verhärtet. Am Monatsende stand sogar ein sogenannter Government Shutdown, ein Ausgabestopp der öffentlichen Hand, zur Debatte. Dieser geht mit einem Zwangsurlaub für die staatlichen Bediensteten und spürbaren konjunkturellen Einbußen einher. Für zusätzliche Unsicherheit an den Märkten sorgte die anstehende Debatte um eine neuerliche Anhebung der Schuldenobergrenze.

Unternehmensseitig wurde der Markt von Fusionen und Übernahmen geprägt. Allen voran der Megadeal des US-Telekommunikationskonzerns Verizon. Das Unternehmen will seine Tochter Verizon Wireless, ein Joint Venture mit der britischen Vodafone, künftig komplett kontrollieren. Für den Vodafone-Anteil von 45 Prozent wären 130 Milliarden US-Dollar fällig. Dagegen wirkt die jüngste Akquise von Microsoft fast schon klein: Der Software-Riese kauft das Handy-Geschäft des finnischen Nokia-Konzerns für rund 7,2 Milliarden US-Dollar.

Fernost: Die asiatischen Märkte konnten im September von der gestiegenen Risikofreude im Zuge der Entspannung im Syrienkonflikt und der Entscheidung der US-Notenbank Fed, ihre Anleihekäufe fortzusetzen, profitieren. Gemessen am MSCI Far East (ex Japan) Index legten sie in Lokalwährung 3,8 Prozent zu. Außerdem halfen überraschend gute Konjunkturdaten aus China – zum Monatsbeginn meldete die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verbesserte Handelszahlen für August. Im Reich der Mitte waren die Exportzahlen gestiegen, während gleichzeitig weniger Waren eingeführt werden mussten. Ursprünglich hatte auch der Einkaufsmanager-Index in China überraschend positiv ausgesehen – die Analysten der Großbank HSBC hatten ihren vorläufigen Index für September bei 51,2 Punkten verortet. Die Zahl, die Aufschluss über die Einschätzung der Konjunktur des Landes gibt, musste zum Monatsende aber wieder nach unten korrigiert werden. Der Anstieg nimmt sich also kleiner aus – im September ging es von 50,1 Zählern im August nur 0,1 Punkte vorwärts auf 50,2. Erst im August war in China wieder der Sprung über die Wachstumsgrenze von 50 gelungen, der eine Beschleunigung des Konjunkturtempos signalisiert. Dennoch konnte der chinesische Hang Seng Index auf Monatssicht um 5,2 Prozent zulegen. Auch an den indischen Börsen wurde die Fed-Entscheidung gefeiert. Für den Sensex stand unter dem Strich ein Plus von 4,1 Prozent. Zwischenzeitlich war es in Mumbai aber auch zu starken Verlusten gekommen, nachdem der neue Zentralbankchef des Landes, Raghuram Rajan, die Märkte mit einer Zinserhöhung zur Stützung der Rupie überrascht hatte.

Die Börsen im übrigen asiatischen Raum entwickelten sich mehrheitlich positiv. Nachdem die Währungen und Aktien in vielen Schwellenländern aufgrund der Sorge um eine Drosselung der Anleihekäufe der Fed in den letzten Wochen stark unter Druck geraten waren, konnten die Aktienkurse zuletzt in vielen Staaten die Verluste zumindest teilweise wieder wettmachen. Thailändische Papiere beispielsweise steigen um 6,9 Prozent und in Korea schloss der Kospi-Index 3,6 Prozent fester.

Japan: Deutlich im Plus: Der japanische Aktienmarkt konnte im September im Vergleich zu anderen Industrienationen besonders kräftige Kursgewinne verbuchen. Der Nikkei Index stieg im Monatsvergleich um 8,0 Prozent auf zuletzt rund 14.456 Punkte.

Das gute Abschneiden der japanischen Börse war auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen. Zum einen waren es Außeneinflüsse wie die Erleichterung über Entspannungstendenzen im Syrien-Konflikt oder die Entscheidung der US-Notenbank Fed, ihr Anleiheankaufprogramm zunächst noch fortzusetzen. Darüber hinaus zeigte sich das Yen/US-Dollar-Verhältnis relativ stabil und die japanischen Konjunkturdaten fielen größtenteils zufriedenstellend aus. Zudem gehen Analysten von einem positiven Tankan-Bericht aus. Der in den nächsten Tagen anstehende Report der Bank of Japan (BoJ) dürfte zeigen, dass japanische Unternehmen vor dem Hintergrund eines vergleichsweise kräftigen Konjunkturwachstums (Q1 mit 4,1 und Q2 mit 3,8 Prozent) deutlich optimistischer in die Zukunft blicken als noch vor Monaten. Darüber hinaus werden demnächst die Unternehmensdaten für das erste Fiskalhalbjahr (01. 04. bis 30.09.) erwartet, die angesichts der ultralockeren Geldpolitik der BoJ und damit des schwächeren Yen positiv ausfallen sollten. Allgemein werden bei Exportfirmen Gewinnsteigerungen von bis zu 30 Prozent erwartet. Besonders vom Markt honoriert wurde jedoch die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Sommerspiele 2020 an Tokio zu vergeben. Regierungschef Shinzo Abe sah sich hierdurch in seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik bestärkt. Er sieht Olympia als den „vierten Pfeil“ seiner Abenomics nach aggressiver Geldpolitik, milliardenschweren Konjunkturprogrammen und dem dritten, allerdings noch nicht abgefeuerten Pfeil der Strukturreformen.

Zum Monatswechsel schließlich kündigte Abe noch die erste Stufe der Mehrwertsteuererhöhung an. Sie wird ab April 2014 von derzeit fünf auf dann acht Prozent angehoben. Mit dieser Maßnahme beugte sich Abe dem Druck der BoJ, die ausufernde Staatsverschuldung einzudämmen. Gleichzeit allerdings schnürte der Ministerpräsident ein neues Konjunkturpaket in Höhe von umgerechnet rund 38 Milliarden Euro.

Weltweit: US-Notenbank beflügelt globale Märkte. Die US-Notenbank hat im September die globalen Aktienmärkte unterstützt. Unter dem Eindruck der in vollem Umfang fortgesetzten Anleihekäufe durch die US-Währungshüter kletterte der MSCI World Index in lokaler Währung um 3,6 Prozent. Die Fed hatte Mitte September die Marktteilnehmer mit der Entscheidung überrascht, die monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 85 Milliarden US-Dollar beizubehalten. In der Folge stiegen die Kurse weltweit. In den USA kletterte der Dow Jones Industrial Average 2,2 Prozent. Einen Dämpfer erhielten die Märkte zum Monatsende. Befürchtungen der Investoren, dass der Haushaltsstreit in den USA eskalieren könnte, wurden zunehmend konkreter. Zum Monatsultimo zeichnete sich ein Government Shutdown, ein Ausgabestopp der öffentlichen Hand, ab.

Auch die Eurozone profitierte von den fortgesetzten Anleihekäufen der Fed. Der EURO STOXX 50 verbesserte sich im Berichtsmonat um 6,3 Prozent. Unterstützt wurden die Kurse überdies von positiven Konjunkturdaten aus dem Währungsraum sowie vom Ergebnis der deutschen Bundestagswahl. Aus diesen gingen CDU und CSU erneut als stärkste Fraktion hervor, ein radikaler Kurswechsel in wirtschaftspolitischen Fragen scheint daher eher unwahrscheinlich. Belastend wirkten sich die Geschehnisse in Italien aus. Hier traten fünf Minister aus der Partei des ehemaligen Premiers Silvio Berlusconi von ihren Ämtern zurück. Die Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta drohte auseinanderzufallen.

In Japan gewann der Nikkei Index 8,0 Prozent. Die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 nach Tokio stützte die Kurse, weil die Investoren sich davon Wachstumsimpulse erhoffen. Ermutigend wirkte auch die Tatsache, dass die Regierung die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nach oben korrigiert hat. Den neuen Zahlen zu Folge wächst die Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet um 3,8 statt wie zuvor geschätzt um 2,6 Prozent.

Auch Investoren an den Schwellenländer-Börsen konnten sich über Kursgewinne freuen. Der MSCI Emerging Markets stieg in lokaler Währung um 4,0 Prozent. Besonders kräftige Zugewinne konnten in Brasilien und Russland vermeldet werden. So kletterte der russische RTS Index um 10,2 Prozent.

Über Union Investment.

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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