FondsAnbieter M.M. Warburg Invest: Italien: Unsicherheiten rund um Neuwahlen bewegen die Märkte 

14. Juni 2017 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-M.M.-Warburg-Invest: Allein schon auf Gerüchte, dass noch dieses Jahr in Italien ein neues Parlament gewählt werden könnte, reagierte der italienische Aktienmarkt mit Kursabschlägen. Während der DAX seit dem 24. Mai 2017 ein leichtes Plus verzeichnete, notierte der italienische Aktienindex rund 3% im Minus. Noch stärkere Kursabschläge mussten die italienischen Banken hinnehmen. Heute sorgten Meldungen, dass die für Neuwahlen notwendige Wahlrechtsreform gescheitert sein könnte, entsprechend für eine Kurserholung bei Aktien und Anleihen. Die aktuellen Sonntagsumfragen ergeben ein komplexes Bild. Die beiden großen Parteien, die Demokratische Partei (PD) von Matteo Renzi und die 5-Sterne-Bewegung (5S) liegen nahezu gleichauf zwischen 26% und 31% der Stimmen in den verschiedenen Umfragen. Auch die beiden etwas kleineren Parteien, die Forza Italia (FI) von Berlusconi und die rechtspopulistische Lega Nord (LN), sind mit jeweils 11% bis 14% nicht weit auseinander.

Das für den Anleger günstigste Ergebnis, eine Mehrheit von PD und FI hat selbst bei einer Wahlreform mit einer 5%-Klausel nur eine Wahrscheinlichkeit 50%, ohne Hürde scheinen klare Mehrheitsverhältnisse fast aussichtlos zu sein. Zwar ist eine Koalition der 5S mit der LN unwahrscheinlich, da die politischen Köpfe schon fast verfeindet sein sollen und der Gründer der 5S, Beppe Grillo, Parteiallianzen grundsätzlich ablehnt, aber eine Minderheitsregierung unter Führung der 5S mit wechselnden Mehrheitspartnern ist ebenso denkbar wie ein komplettes politisches Patt.

Für den Anleger ergeben sich erhebliche Unsicherheiten. Zum einen ist der genaue Wahltermin weiterhin unklar. Zum anderen sind die Parteien so konträr in ihren politischen Ausrichtungen, dass allein der Wahlausgang Aktienkursbewegungen von plus oder minus 10 Prozent oder mehr auslösen kann. Vor allem die politische Agenda der 5S birgt reichlich Sprengstoff. In Bezug auf die EU und den Euro ist die Bewegung zwar prinzipiell skeptisch gegenüber den bestehenden Institutionen eingestellt, sie jedoch dahingehend abzustempeln, dass sie den Euro abschaffen will, ist unberechtigt. Stark ausgeprägt ist vielmehr die Ablehnung der Austeritätspolitik. In der Regierungsverantwortung würde es vermutlich zu einer deutlich spürbaren Anpassung der Fiskalpolitik mit einem zumindest temporär ausgeweiteten Haushaltsdefizit kommen. Das größte politische Risiko resultiert aber vermutlich aus dem Plan, verstärkt Volksentscheide durchzuführen. Das fußt auf der basisdemokratischen Grundausrichtung der Bewegung. Da nur eine knappe Mehrheit der Bevölkerung den Euro befürwortet wäre das Ergebnis eines Euro-Referendums, das hat die Brexit-Abstimmung gezeigt, kaum vorhersehbar.

Bis sich der Nebel über den Zeitpunkt der Neuwahlen und über den Wahlmodus gelichtet hat, empfehlen wir, die gute wirtschaftliche Grundtendenz in Europa noch zu nutzen und hoch in Aktien investiert zu bleiben. Sollte es doch noch dieses Jahr zu Neuwahlen kommen, könnte der Anleger eine ausgewogene Positionierung anstreben. Denn das ungünstigste Ergebnis wäre wohl eine Minderheitsregierung der 5S, da eine alleinige Regierungsmehrheit oder eine Koalition mit der LN zur Zeit unwahrscheinlich erscheinen. Das würde zwar Aktienkursverluste bedeuten, aber wohl kaum zu einem Euro-Ausstieg führen. Auf der anderen Seite, das hat die Frankreich-Wahl belegt, gibt es beachtliche Kurschancen, wenn die Wahl im Sinne des Anlegers ausgeht. Bei guten Konjunkturdaten und Anlagenotstand kann es zu einem kräftigen Kurssprung kommen, der für den zu defensiven Anleger eine verpasste Chance darstellt.

 

warburgM.M. Warburg Invest. Hintergründig.

Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest wurde 1987 gegründet und gehört zur renommierten Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA, die seit 1798 tätig ist und zu den größten und ältesten unabhängigen Privatbanken Deutschlands zählt. Verwaltetes Vermögen in der Bankengruppe: 56,0 Milliarden EUR. Zahl der Publikumsfonds in Deutschland: 96. Geschäftsführung: Udo Hirschhäuser, Matthias Mansel, Caroline Specht. Stand: 31.12.2016.

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