FondsAnbieter GAM: Reaktionen auf einen möglichen Handelskrieg

05. April 2018 von um 10:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-GAM: Anleger sind zunehmend verunsichert: SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.Die globalen Aktienmärkte zeigten sich vor Ostern von ihrer zittrigen Seite und schlossen das erste Quartal des Jahres weitgehend im roten Bereich ab. Nebst den Turbulenzen im Technologiesektor haben auch Bedenken über den zunehmenden Protektionismus der Trump-Administration Ängste geschürt. Die Investmentexperten von GAM geben ihre Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit und die möglichen Auswirkungen eines potenziellen Handelskrieges ab.

Jian Shi Cortesi, Portfoliomanagerin für asiatische Aktienstrategien

Chinas Antwort auf Präsident Trumps Genehmigung von Zöllen auf chinesische Einfuhren kam prompt: Das Reich der Mitte reagierte auf die von den USA erhobenen Zölle in Höhe von 50 bis 60 Milliarden US-Dollar mit einer Gegenmaßnahme in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar auf US-Produkte.

Die Unsicherheit über einen möglichen Handelskrieg hat die Stimmung bei Investoren gedämpft. Die meisten börsennotierten chinesischen und asiatischen Unternehmen weisen ohnehin nur einen sehr geringen Anteil an US-Exporten aus. Die Zölle und das Risiko des Handelskrieges könnten sich jedoch auf bestimmte Industrien wie Kommunikationssysteme und Elektronik auswirken. In unserer Anlagestrategie bevorzugen wir asiatische Unternehmen, die von der steigenden Binnennachfrage sowie der regionalen Nachfrage in Asien angetrieben werden. Dazu zählen das Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, Technologie und der breite Konsumsektor. Diese sind nicht direkt von Zöllen und Handelskriegen betroffen. Auf der anderen Seite bestehen Risiken für US-Unternehmen mit hohem Umsatzanteil in China, falls das Land als Vergeltungsmaßnahme US-Geschäftsinteressen angreifen würde.

Hans Ulrich Jost, Portfoliomanager für europäische Value-Aktien

Obwohl die Spannungen zwischen den USA und China vor Ostern etwas nachzulassen schienen, sollten Anleger weitere Maßnahmen und Gegenmaßnahmen in den kommenden Wochen und Monten nicht ausschließen. Es bleibt schwer vorstellbar, wie die USA von Einfuhrzöllen und deren Folgen profitieren können, da die Trump-Administration keines der möglichen Asse in der Hand hält. In den vergangenen 40 Jahren haben die Verantwortlichen es versäumt, in eine vernünftige oder nachhaltige Infrastruktur zu investieren. Die US-Stahlproduktionsanlagen sind ineffizient, veraltet und nicht in der Lage, mit erstklassigen Stahlherstellern aus Übersee zu konkurrieren – trotz eines Einfuhrzolls von 25 Prozent Unter dieser Prämisse müssen die großen US-Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie, des Automobilbaus und der Schwerindustrie deutlich höhere Beschaffungskosten in Kauf nehmen, nur um eine relative geringe Zahl an Arbeitsplätzen in den USA schaffen. Dies wiederum würde den europäischen Stahlunternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten bieten. Der führende niederländische Hersteller konzentriert sich beispielsweise in erster Linie auf Hochleistungsstahl, den die US-Konkurrenz nicht herstellen kann. Außerdem gilt es zu bedenken, dass jegliche Vergeltungsmaßnahmen seitens Chinas wahrscheinlich die Erhebung weitaus höherer Prämien für in China hergestellte elektronische Bauteile, von denen die USA in hohem Maße abhängig sind, zur Folge haben werden. Ein Handelskrieg ist ein Kampf, der Chancen schaffen könnte – aber nicht so, wie es die Trump-Administration beabsichtigt.

Ernst Glanzmann und Reiko Mito, Portfoliomanager für japanische Aktien

Wir haben uns bereits mit einer Reihe von Unternehmen, in die wir investiert sind, zu diesem Thema ausgetauscht. Da jedoch sehr viel von den Feinheiten der einzelnen Lieferketten abhängt, konnten wir keinen Konsens finden. Es liegt auf der Hand, dass einige Unternehmen ein tieferes Verständnis für ihre Lieferketten haben als andere. Dies wird sich wahrscheinlich als wesentlicher Wettbewerbsvorteil erweisen, falls neue Einfuhrzölle eingeführt werden sollten. Generell halten wir es jedoch für unmöglich, die Marktdimension der gesamten spezifischen Dynamik im Voraus genau abzuschätzen Darüber hinaus ist es zwar einfach zu sagen, dass die Auswirkungen eines Handelskrieges zwangsläufig negativ sein würden, aber es ist auch wichtig zu verstehen, dass die Widrigkeiten eines Unternehmens typischerweise Chancen für ein anderes schaffen. Folglich brauchen wir mehr Zeit, um diese Entwicklung zu beobachten, aber wir sind fest davon überzeugt, dass ein Handelskrieg letztendlich den Mehrwert eines geschickten und aktiven Ansatzes beim Investieren in japanische Aktien hervorheben wird.

Michael Lai, Investment Director für chinesische Aktien

Entgegen der Überzeugung des US-Präsidenten kann es keinen „Gewinner“ in einem Handelskrieg geben. Dies kann als Beginn einer Verhandlungstaktik angesehen werden, um einen Kompromiss zu erzielen, aber die Aktienmärkte werden unter dieser Unsicherheit leiden. Unsere Hoffnung ist, dass sich die Gemüter abkühlen und China in dieser Sache eine vernünftigere Haltung einnimmt. Aus unserer Sicht stellt dies eine weitere Kaufgelegenheit dar, bei der die volkswirtschaftliche Realität Chinas und die Verfassung des lokalen Aktienmarkts nicht so sehr von Bedeutung ist, wie viele glauben. So hat sich zum Beispiel Chinas Wirtschaftsmodell im Laufe der letzten Jahre so weit gewandelt, dass die Inlandsnachfrage mittlerweile rund 55 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht.

Oliver Maslowski, Portfoliomanager für deutsche Aktien

Die USA versuchen, mit einem Handelskrieg ihr Aussenhandelsdefizit zu reduzieren. Eine exportorientierte Wirtschaft wie Deutschland würde unweigerlich einige negative Auswirkungen zu spüren bekommen. Premium-Autohersteller dürften zu den Unternehmen gehören, die am meisten darunter leiden. Die Tatsache, dass deutsche Automobilhersteller auch in den USA produzieren, sollte die potenziellen negativen Folgen jedoch bis zu einem gewissen Grad abmildern können. Andere in den USA stark vertretene Branchen aus Deutschland sind Konsumgüter, Maschinen, Chemikalien und Pharmazeutika. Wir sind der Meinung, dass eine Eskalation der Handelszölle und Gegenmaßnahmen letztlich etwas ist, vor dem sich alle Beteiligten hüten sollten und werden. Es liegt auf der Hand, dass die Orchestrierung einer US-Dollar-Schwäche für Präsident Trump einen weiteren möglichen Weg zum Abbau des Handelsdefizits bieten würde. Obwohl der deutsche Aktienmarkt negativ mit einem stärkeren Euro korreliert ist, dürften sich Devisenmanipulationen als weniger schädlich erweisen als US-Importzölle.

Christian Gerlach, Portfoliomanager für Rohstoffe

Die protektionistische Politik von Präsident Trump wird sich unweigerlich negativ auf die Globalisierung auswirken. Für die amerikanischen Rohstoffmärkte jedoch dürfte sie zweifellos positiv sein. Die merkantilistische Ideologie von „America First“ wird die Preise innerhalb der USA in die Höhe treiben. Gleichzeitig wird die Bewertung des US-Dollars an den Devisenmärkten aber nach unten korrigiert. Da Rohstoffe die beste Absicherung gegen Inflation sind, werden sie von dieser Dynamik stark profitieren. So werden in diesem neuen „Kriegszustand“ Rohstoffengpässe nicht mehr „natürlich“ auftreten: ein Abbau der Rohstoffbestände wird effektiv durch eine Kombination von Zollmauern und Währungsabwertungen herbeigeführt, was letztlich zu einer deutlichen Verschiebung der Angebots-/Nachfragedynamik führen würde.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Stefanie Henn
Edelman.ergo GmbH
T +49 221 912 887 15
TeamGAM@edelmanergo.com
Besuchen Sie GAM auf: gam.com | Twitter | Linkedin

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt über 900 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hongkong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 158,7 Milliarden* (USD 162,9 Milliarden)*.

* Quelle: GAM. Stand der Daten: 31. Dezember 2017.

Wichtige rechtliche Hinweise: Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.

Kategorien: Anbieter. Berichten.
[top]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>