FondsAnbieter GAM: Mit langfristiger Planung zum Erfolg – ein Ausblick der GAM-Experten

23. Mai 2017 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-GAM: Die Frankreich-Wahlen sind zwar entschieden, die Unsicherheit am Markt aber bleibt weiterhin bestehen. Angesichts der ständigen Änderungen der geopolitischen Landschaft ist es kaum verwunderlich, dass Investoren ein genaues Augenmerk auf aktuelle Entwicklungen legen. Eine zu starke Fokussierung auf kurzfristige Anlagetrends statt auf eine langfristige Anlageplanung könnte sich als teure Ablenkung herausstellen. Im Folgenden äußern Experten von GAM ihre Ansichten für den langfristigen Anlageerfolg.

Perspektive wechseln und Bilanz ziehen

Larry Hatheway, Chefökonom und Head of GAM Investment Solutions

In der Regel konzentrieren sich Anleger auf kurzfristige Entwicklungen. Das ist verständlich, da rapide Stimmungsumschwünge in Bezug auf das Wachstum, die Politik und die Investmentströme signifikante Auswirkungen auf die Portfolioperformance haben können. Es zahlt sich jedoch aus, gelegentlich alles mit etwas Abstand aus einer langfristigeren Perspektive zu betrachten. Eine Bestandsaufnahme der Trends in der Weltwirtschaft und der Wertpapierkurse kann Aufschluss über nachhaltige Bewertungen und realistische langfristige Renditen geben – unverzichtbare Faktoren für einen soliden Portfolioaufbau und strategische Anlageentscheidungen.

In fundamentaler Hinsicht wird die Weltwirtschaft seit fast einem Jahrzehnt durch mäßiges Wachstum, niedrige Inflation und außerordentlich tiefe Zinsen geprägt. Dazu haben viele Faktoren beigetragen. Die demografische Entwicklung, das trotz außerordentlicher Innovationen mäßige Produktivitätswachstum und die verhaltenen Inflationserwartungen lassen darauf schließen, dass sich daran auf mittlere Sicht nichts ändern wird. Zur gleichen Zeit deutet das Erreichen der Vollbeschäftigung in den USA, Großbritannien, Nordeuropa und Japan darauf hin, dass die Geldpolitik weniger expansiv werden dürfte. Dieser Prozess könnte möglicherweise destabilisierende Anpassungen an den Kapitalmärkten hervorrufen. Die Aktienmärkte werden offenbar gut durch die nachhaltig hohen Unternehmensgewinne unterstützt, wobei sich die Marktführung von den USA auf Europa, Japan und die Schwellenländer verlagern könnte.

Festverzinsliche Anlagen: Spezialisierte Ansätze für den neuen Normalzustand

Tim Haywood, Investment Director für festverzinsliche Absolute-Return-Strategien

Anleger in festverzinsliche Wertpapiere sind mit einem Umfeld teurer Anleihen und einer drohenden geldpolitischen Straffung konfrontiert. Da die fast 40-jährige Hausse offenbar zu Ende geht, werden die Anleger allmählich nervös. Aber es ist noch nicht alles vorbei – das Umfeld der steigenden Zinsen schafft reichlich günstige Gelegenheiten für Anleger, die bereit sind, über das Vertraute hinauszublicken. Das festverzinsliche Anlageuniversum ist breit gefächert. Vielfalt wird der Schlüssel für den langfristigen Anlageerfolg sein. Hierzu ist ein flexibler Ansatz für den Portfolioaufbau nötig, der Staatsanleihen, Schwellenländeranleihen, inflationsgebundene Papiere, Investment-Grade- und Hochzinsmärkte, Wandelanleihen sowie hypotheken- und forderungsbesicherte Wertpapiere abdeckt. Das Abweichen von traditionellen Allokationen und die taktische Kombination von Instrumenten mit höherem Spezialisierungsgrad ist der Anlageansatz der Zukunft. Strategien, die Short-Positionen einnehmen können, gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

Aktien: Makro ist König, da die Besorgnis nachlässt

Niall Gallagher, Investment Director für europäische Aktien

Da die Besorgnis über Ausrutscher bei den Wahlen in den Kernländern nachlässt, sollten sich Anleger in europäischen Aktien auf die robuste makroökonomische Gesamtlage und das große Erholungspotenzial der europäischen Eigenkapitalrenditen von ihren historisch niedrigen Niveaus konzentrieren. Die Einkaufsmanagerindizes bewegen sich in Frankreich im Jahr 2017 weiter auf Mehrjahreshochs und liegen auch im Rest der Eurozone im Wachstumsbereich. Andere Indikatoren für das Geschäftsklima und das Konsumentenvertrauen sind ähnlich ermutigend. Die Gewinnkorrekturen sind zum ersten Mal seit mehreren Jahren positiv und in Europa ist die Zahl der Unternehmen mit angehobenen Prognosen jetzt höher als in den USA. Dies schafft zunehmend attraktive Chancen, wenn man bedenkt, dass sowohl die relative Performance europäischer Aktien im Vergleich zu US-amerikanischen als auch die Bewertungsaufschläge nach wie vor nahe an den niedrigsten Werten seit mehreren Jahrzehnten liegen. Die absoluten Bewertungen in Europa sind zwar nicht mehr so auffallend günstig wie in der letzten Zeit, sie sind aber lange noch nicht teuer, da die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf Basis der prognostizierten Gewinne nur etwas über dem Mittelwert der letzten 30 Jahre liegen. Wir halten Engagements in zyklischen europäischen Inlandsunternehmen, die an ihren jeweiligen Märkten gut positioniert sind, konzentrieren uns aber nach wie vor auf Unternehmen, die eine gute Gesamtwertschöpfung durch strukturelles Wachstum bieten und ebenfalls vom besseren wirtschaftlichen Umfeld profitieren dürften.

Aktien: Ausrichtung auf vorteilhafte Kapitalströme

Tim Love, Investment Director für Schwellenländer-Aktien

Nach der Wahl von Präsident Trump kristallisierte sich eine neue Weltordnung heraus. Die Anleger waren gezwungen, sich auf die Aussicht einer höheren Inflation einzustellen, die das Ende des mehrjährigen Hintergrunds aus Deflation, langfristiger Stagnation und negativen Realzinsverzerrungen markieren könnte. Da sich die Wirtschaft der Industrieländer mit unterschiedlichem Tempo erholt, befinden sich Schwellenländeranlagen im Kreuzfeuer der gegensätzlichen Geldpolitik in den G3-Ländern. Bei der Betrachtung früherer Zinserhöhungszyklen der Fed zeigt sich jedoch, dass sich Schwellenländeraktien in der Regel erholten, wenn die erste Anhebung abgeschlossen war. Das Gewinnwachstum dürfte 2017 nach einer Reihe magerer Jahre ebenfalls an Schwung gewinnen.

Schwellenländeraktien sind die letzten Investment-Grade-Nachzügler, die für wert-, wachstums- und renditeorientierte Anleger interessant sind. Zusammen mit ihren günstigen Bewertungen dürfte dies einen positiven Zyklus von Anlagezuflüssen in die Aktienmärkte auslösen – und damit die Aussicht auf ein beneidenswert gutes Risiko-Rendite-Profil eröffnen. Dies verdanken sie ihrer geringeren Volatilität sowie den höheren Gewinnen je Aktie und freien Cashflows im Vergleich zu ihren Industrieländerpendants, während sie immer noch unterkauft sind.

Festverzinsliche Anlagen: Schwellenländeranleihen – länger stärker

Paul McNamara, Investment Director für Schwellenländer-Anleihen

Mark Twain stellte einmal fest, dass sich die „Geschichte nicht wiederholt, aber häufig reimt“. In der Vergangenheit war das Wachstumsgefälle zwischen Schwellen- und Industrieländern eine wichtige Treibkraft für die Performance von Schwellenländerwerten – Aktien ebenso wie Anleihen. Wenn sich die Wachstumsdifferenz ausweitet, entwickeln sich die Schwellenmärkte in der Regel überdurchschnittlich gut, bis der Konjunkturzyklus abgeschlossen ist. Dieses geschichtliche Element hat sich tatsächlich ein ums andere Mal wiederholt. Mit Blick auf die weitere Entwicklung könnte der interessante Teil der Schwellenländerstory darin bestehen, dass diese Wiederholung zu einem Reim werden könnte. Nach einer langen Phase schmerzhafter Anpassungen ist die Wirtschaft der Schwellenländer heute weniger anfällig als seit Jahren, da ihre Handelsbilanzen deutlich korrigiert haben. Die Kapitalflüsse, die die Währungen belastet hatten, kehren endlich wieder in die Schwellenländer zurück, und die Devisenreserven haben sich stabilisiert. Dies ist eine Stütze für die günstigen Bewertungen. Darüber hinaus scheinen die Ökonomen die Auswirkungen eines positiven Kreditimpulses auf das Wachstum und damit das Potenzial einer Outperformance der Schwellenländer zu unterschätzen. Dieser zyklische Aufschwung dürfte sich mit seinen Vorgängern „reimen“ – mit dem Unterschied, dass er sich als stärker erweisen und länger dauern könnte.

Aktien: Japan – Zeit die Einschätzung zu ändern

Ernst Glanzmann / Reiko Mito, Portfolio Manager für japanische Aktien

Kommentatoren bezeichnen Japan oft als Land, das durch die wirtschaftliche Stagnation Jahrzehnte verloren hat. Für viele Japaner und aufmerksame Anleger fühlte es sich jedoch nie wie eine echte Rezession an. Auf den Straßen waren weder heruntergekommene Läden noch Bettler zu sehen. Tatsächlich glauben wir, dass wir eine höchst interessante Zeit für japanische Aktien erlebt haben. Obwohl sich die Unternehmen in verschiedenen Stadien der Erholung befanden, verharrte der Markt weitestgehend in der Flaute. Anstatt wie häufig vermutet zu stagnieren, konnten japanische Unternehmen ihre Gewinne je Aktie über einen Zyklus von drei Jahren im Schnitt um sieben bis acht Prozent pro Jahr steigern. Ausländische Beobachter konzentrieren sich in der Regel auf das japanische BIP, das sich zwar verbessert, aber dennoch schwach bleibt. Daher gehen wir von einer entsprechenden Aktienkursentwicklung aus. Da viele Unternehmen jedoch Wachstum erzielen und ihre Eigenkapitalrendite steigt, kommt die Verbesserung der Unternehmensführung den Anlegern zugute. Dies ist insbesondere in den Aktienkursen noch nicht berücksichtigt – die Bewertungen sind immer noch attraktiv. In Zukunft werden wir uns auf starke Unternehmen konzentrieren, während wir versuchen, Bewertungsfallen zu vermeiden. Und statt durch einen Benchmarkindex eingeschränkt zu werden, wählen wir nur das Beste des Marktes aus. Wir hoffen, dass sich die Anleger bald nicht mehr durch Furcht lähmen lassen und das Potenzial japanischer Unternehmen erkennen, den Wert für Aktionäre mittelfristig erheblich steigern zu können.

Alternative Anlagen: Wo sich Vergangenheit und Zukunft begegnen – ein Wendepunkt

Adrian Owens, Investment Director für Fixed-Income- und Währungsstrategien

Viele waren der Ansicht, dass die globale Finanzkrise das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen, markieren könnte. Innerhalb der Finanzmärkte deutet auch vieles darauf hin. Die Wertpapierkurse sind seit einiger Zeit unfähig, ihr eigenes Gleichgewicht zu finden, und die Zentralbanken haben durch ihre Manipulation der Renditekurve und das erzwungene Verharren der Zinssätze in einem Zustand des Ungleichgewichts Verzerrungen unter den Anlageklassen geschaffen. Unserer Meinung nach nähern wir uns einem Wendepunkt, an dem sich Vergangenheit und Zukunft treffen. Die Verbesserung der Fundamentaldaten kann nur begrenzte Zeit fortdauern, bevor selbst die moderatesten Zentralbankvertreter reagieren müssen. Diese Verbesserungen sind bereits seit zwei Jahren zu beobachten. Lediglich die immer negativeren Zinssätze – in der Eurozone und in anderen Ländern – hielten die Märkte davon ab, ein Gleichgewicht zu finden. In vielen Fällen sind die Bewertungen mittlerweile extrem teuer. Unserer Meinung nach sind die Voraussetzungen für eine deutliche Abkehr von der Politik nach der großen Finanzkrise allmählich gegeben, sodass die Fundamentaldaten wieder zum primären Treiber der Kursbewegungen werden können. Zahlreiche Märkte nehmen immer noch eine Fortsetzung der extrem expansiven Geldpolitik vorweg. Wie es scheint, hat dies einige sehr attraktive und asymmetrische Tradingchancen geschaffen.

Alternative Anlagen: Evolution statt Revolution

Dr. Lars Jaeger, Head of Alternative Risk Premia

Als GAM vor über fünf Jahren seine Strategie für alternative Risikoprämien lancierte, bestand die größte Herausforderung darin, attraktive Renditen mit geringer Korrelation zu anderen Anlageklassen zu generieren. Das ist uns gelungen. In Zukunft geht es deshalb eher um die Feinabstimmung als darum, das Rad neu zu erfinden. Anleger werden zunehmend anspruchsvoller. Viele erkennen, dass ein Großteil des vermeintlichen Alpha in Wirklichkeit verborgenes – oder alternatives – Beta ist, das zu wesentlich geringeren Kosten mit absoluter Transparenz und täglicher Liquidität genutzt werden kann. Mit fortschreitenden Ansprüchen und Kenntnissen werden die Anleger noch mehr nachhaltige Performance und nachweisliches Know-how von ihren Anbietern fordern. Die Zukunft hält immer neue Herausforderungen bereit und mit seiner 12-jährigen Pioniererfahrung ist das ARP-Team von GAM bereit, sie anzupacken.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Unter den beiden Marken GAM und Julius Bär Fonds bietet sie aktive Anlagelösungen und produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt etwa 1‘000 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 126,9 Milliarden* (USD 126,8 Milliarden)*.

* Quelle: GAM. Stand der Daten: 31. März 2017.

 

Wichtige rechtliche Hinweise: Die Angaben in diesem Dokument dienen lediglich zum Zwecke der Information und stellen keine Anlageberatung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen und Einschätzungen können sich ändern und geben die Ansicht von GAM unter den derzeitigen Konjunkturbedingungen wieder. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung.

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