FondsAnbieter GAM: Normalisierung der Geldpolitik läutet Wendepunkt für Anleihemärkte ein

03. August 2017 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-GAM: SJB Fonds Echo. Analysiert.Reflatorische Kräfte in Europa sorgen für Optimismus. Mögliche Zinserhöhung in Großbritannien angedeutet. Weitere Normalisierung der Geldpolitik in den USA erwartet.

Andauernde Spekulationen über die Normalisierung der Geldpolitik durch die Zentralbanken in Europa und Nordamerika haben die Anleiherenditen in den letzten Wochen und Monaten massiv steigen lassen. Doch nun sind die Anleihenmärkte an einem Wendepunkt angelangt, glaubt Tim Haywood, Manager des GAM Absolute Return Bond* Fonds. Im Folgenden analysiert er die aktuelle Lage der Geldpolitik der Zentralbanken und erläutert aufgrund der Ausgangslage, wie sich Anleger nun am besten positionieren können. „Am optimistischsten zeigt sich derzeit wohl EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Hinweis, dass ‚reflatorische Kräfte am Werk‘ seien, zu einem extrem steilen Anstieg der europäischen Anleihenrenditen und des Euro führte“, so Haywood. Die Bank of England hingegen dürfte seiner Meinung nach aufgrund des schwachen Konsumsektors vorerst die Füße still halten. „Dennoch scheint sie den Markt mit ihren jüngsten Kommentaren auf eine mögliche Zinserhöhung vorzubereiten. Die anhaltende Währungsschwäche trieb die Inflation kürzlich auf ein Vierjahreshoch.

„Die US-Notenbank Fed scheint trotz der zuletzt schwachen Konjunkturdaten an ihrem Wunsch festzuhalten, ihre Bilanz zu reduzieren und zugleich die Geldpolitik weiter zu normalisieren“, fährt der Experte fort. Die verbesserte Situation am Arbeitsmarkt habe die kanadische Zentralbank Anfang Juli wiederum in die Lage versetzt, die Zinsen zu erhöhen. Die Staatsanleihen der Industrieländer entwickelten sich in diesem Umfeld erwartungsgemäß schlecht, wobei der britische und der kanadische Markt in Lokalwährung die Schlusslichter bildeten.

Auch die Entwicklung von Unternehmensanleihen werde von den steigenden Staatsanleihenrenditen belastet. „Viele Märkte sind auf zusätzliche Erträge angewiesen, um Anlegern eine positive Rendite bieten zu können“, so Haywood. Spekulative Anlagen, darunter Schwellenländeranleihen, schnitten besser ab und sorgten so trotz der durchwachsenen Performance am Aktienmarkt und der anhaltenden Schwäche der Rohstoffpreise für Gewinne.

Short-Positionen auf Industrieländer-Anleihen eingehen

„Die globale wirtschaftliche Aktivität zieht stetig weiter an, wobei deflatorische Kräfte laut EZB-Präsident Mario Draghi von reflatorischen Kräften abgelöst werden. In den USA, wo sich die Inflation seitwärts zu bewegen scheint, ist das zwar möglicherweise nicht der Fall. Es wird jedoch erwartet, dass die US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf beginnen wird, ihre 4,5 Billionen US-Dollar schwere Bilanz zu reduzieren und ihre Geldpolitik weiter zu normalisieren“, so Haywood.

Infolgedessen hält der Experte an einer Short-Positionierung in den Industrieländern fest: „Unsere bevorzugte Short-Position in diesem Bereich halten wir weiterhin in Großbritannien. Dort haben wir nach dem Brexit-Referendum von steigenden Renditen profitiert.“

Wertpotenzial in Schwellenländern

Auch in den Schwellenländern sieht Haywood nach wie vor Potenzial: „Die realen Renditen dort sind attraktiv, und die Nachfrage seitens institutioneller Anleger dürfte stark bleiben. Mexiko ist unser bevorzugter Markt. Wir erwarten, dass sich Anleiherenditen sowie Zinssätze stabilisieren und daher sinken werden, da die Straffung der Geldpolitik vorüber zu sein scheint. Die Entwicklung dieses Markts muss allerdings genau im Auge behalten werden, da sie untrennbar mit der US-Außenpolitik verbunden ist.“

Unternehmensanleihen dagegen könnten unter dem von steigenden Staatsanleihenrenditen und Zinssätzen ausgeübten Druck leiden. „Das bedeutet aber nicht, dass sich an diesem Markt keine Chancen bieten. Für die Zukunft erwarten wir, dass das fundamentale Kreditresearch eine noch bedeutendere Rolle bei der Auswahl der Emittenten spielen wird, da die engen Spreads die Anleger zwingen, sich stärker auf die unternehmensspezifischen Fundamentaldaten zu konzentrieren“, so Haywood.

*Per 30. Juni 2017 wurden alle Julius Baer Funds von GAM in die Dachmarke GAM umbenannt.

 

gamGAM. Hintergründig.

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Sie bietet aktive Anlagelösungen und produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeitende in 13 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 126,9 Milliarden* (USD 126,8 Milliarden)*.

* Quelle: GAM. Stand der Daten: 31. März 2017.

Kategorien: Anbieter. Berichten.
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