FondsAnbieter Allianz Gobal Investors: „Ist Sorge angebracht?“

28. September 2017 von um 11:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter!FondsAnbieter -Allianz Gobal-Investors: Nachdem die US-amerikanischen Aktienmärkte S&P 500, Nasdaq und Dow Jones neue Allzeithochs markierten, Aktien der Schwellenländer ihre höchsten Stände seit 2011 erreichten und die Risikoprämien bei Hochzinsanleihen sich auf den tiefsten Stand seit 2014 eingeengt haben, deutet vieles darauf hin, dass es, abgesehen von (geo-)politischen Unsicherheiten, einiges bedarf, um den diesjährigen Risikoappetit der Investoren zu Fall zu bringen. So schien es auch wenig verwunderlich, dass die Nachfrage nach sicheren Anlagen in der abgelaufenen Woche nachgelassen hat, obwohl unter anderem das Säbelrasseln auf der koreanischen Halbinsel unvermindert weiterging.

Konjunkturell betrachtet, befindet sich die Weltwirtschaft nach wie vor auf moderatem Wachstumskurs bzw. wächst sogar oberhalb des Potentialwachstums. Allerdings deutet der erste Rücksetzer im August in den globalen Konjunkturdaten seit 11 Monaten auf ein Nachlassen des positiven Konjunkturmomentums in den kommenden Monaten hin. So dürfte auch der Raum für nach oben gerichtete Anpassungen bei den Konsensprognosen limitiert sein. Zuletzt positive US-Inflationsdaten bestätigten uns aber in der Annahme, dass mittelfristig mit einer weiteren Zunahme der Kerninflation zu rechnen ist, bedingt durch die Schließung der Produktionslücken sowie eines anhaltend angespannten Arbeitsmarktes.
Das würde auch einen “präventiven” Zinsschritt noch in diesem Jahr seitens der US-Notenbank (Fed) erklären – die Fed Fund Futures deuten auf eine über 50%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember hin (vs. 39% vor den Inflationsdaten) – und den Startschuss für den Prozess zur Reduzierung ihrer Bilanzsumme rechtfertigen. Während sich abseits der US-Notenbank, die Bank of Japan (BoJ), die Central Bank of the Republic of China (Taiwan) bzw. die Bank Indonesia eher in einer abwartenden, aber stets akkommodierenden Geldpolitik präsentierten, scheint eine „gewisse Zurückführung“ der lockeren Geldpolitik innerhalb des geldpolitischen Rats der Bank of England (BoE) „in den kommenden Monaten“ denkbar – Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im November 2017 liegt bei 65%. Angesicht der steigenden Inflationsrate (vornehmlich der Pfundschwäche geschuldet) eine nicht einfache Entscheidung vor dem Hintergrund Brexit-bedingter Abwärtsrisiken.

Die Woche voraus
In den USA stehen in der kommenden Kalenderwoche folgende realökonomischen Daten im Vordergrund:

• Einzelne Frühindikatoren der regionalen US-Notenbanken sind über die Woche verteilt und dürften in Summe das Bild eines nachlassenden US-Konjunkturmomentums widerspiegeln.
• Während das Verbrauchervertrauen des Conference Boards (Di) einen leichten Rücksetzer ausweisen dürfte, könnten die Auftragseingänge für langlebige Güter (Mi) – ein guter Frühindikator für die industrielle Nachfrage – ein etwas  positiveres Bild der US-Konjunktur zeichnen.
• Am Freitag richtet sich der Fokus auf den Deflator der privaten Konsumausgaben (ohne Lebensmittel und Energie). Der Deflator gilt als wichtiger Preisindikator der Fed und dürfte ein zusätzliches Indiz dafür liefern, dass eine weitere USZinserhöhung für dieses Jahr noch nicht vom Tisch ist.

Für den Euroraum sollten konjunkturell einzig die vorläufigen Verbraucherpreise für September von Relevanz sein. Sie dürften der Europäischen Zentralbank Hinweise liefern, wann sie mit ihrer schrittweisen Rückführung ihres Anleiheaufkaufprogramms beginnen könnte. Speziell für Deutschland richtet sich der Blick auf den ifo-Geschäftsklimaindex (Mo). Der Start in die kommende Kalenderwoche erfolgt mit dem Wahlergebnis der Bundestageswahl in
Deutschland (So), wobei mit eher marginalen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte zu rechnen ist.

Mit Blick nach Asien dürfte das Interesse der Investoren vor allem auf den Verbraucherpreisdaten aus Japan liegen (Fr). Obwohl eine hohe Korrelation zwischen den Produzenten- und den Verbraucherpreisen der Konsumgüter vorliegt, scheinen etwaige Übertragungseffekte auf die (Kern-)Inflation eine längere Zeit in Anspruch zu nehmen als es in der Vergangenheit der Fall war. Zudem stehen für China die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe an (Fr und Sa). Nach den zuletzt schwächeren Konjunkturdaten – die Währung fiel auf ein 2-Wochen-Tief – könnten auch jene Frühindikatoren ein moderateres Wachstum im zweiten Halbjahr 2017 erwarten lassen. Verstehen. Handeln.

Je länger der eingangs beschriebene Risikoappetit anhält – trotz zum Teil einer deutlichen Überbewertung in einzelnen Aktien- und Rentensegmenten –, desto kostspieliger werden die Bemühungen sich gegen mögliche Abwärtsrisiken abzusichern (siehe auch unsere Grafik der Woche). So stiegen die Put-Call Ratios deutlich an – in Japan erreichten sie den höchsten Stand seit 2012 bzw. für den Euroraum sogar ein neues Allzeithoch. Dass die Skepsis an den Märkten weiterhin sehr hoch zu sein scheint, das zeigen auch die hohen Cash-Bestände unter Investoren. Ist die Sorge nunmehr angebracht? Zwar lässt das niedrige Volumen im Markt die globalen Kapitalmärkte leicht überkauft erscheinen, doch die zuletzt etwas besser als erwartet ausgefallenen Makrodaten sollten Unterstützung liefern. Das scheinen auch viele Investoren so zu sehen, denn gemäß der Umfrage der American Association of Individual Investors stieg der Anteil der Bullen auf den höchsten Stand seit Januar 2017.

Eine sorgenfreie Woche wünscht Ihnen,
Stefan Scheurer ,Director, Global Capital Markets & Thematic Research

aig_banner_plus_anzeige_150x80Hintergründig. Allianz Global Investors.
Allianz Global Investors ist ein breit aufgestellter aktiver Investmentmanager mit solidem Mutterkonzern und Risikomanagementkultur. Mit 22 Standorten in 18 Ländern bieten wir globale Investmentkompetenz und umfassende Research-Expertise. Wir verwalten ein Vermögen von über 345 Mrd. EUR AuM1 für Privatanleger, Family-Offices und institutionelle Anleger und beschäftigen über 500 Anlagespezialisten. Zwei Worte beschreiben unsere Philosophie: Verstehen. Handeln.

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