FondsAnbieter Aberdeen Standard Investments: Türkeikrise und die Schwellenländer

15. August 2018 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-Aberdeen-Standard-Investments: Sehr geehrte Damen und Herren, Viktor Szabo, Senior Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert den Fortgang und die Ursachen der Türkeikrise und wirft einen Blick auf die Bedeutung für die übrigen Schwellenländer:

„Die türkische Zentralbank hat gestern einige Maßnahmen angekündigt, um die Währung zu stützen. Aber das wird in der jetzigen Situation nicht ausreichen. Die einzige realistische Möglichkeit besteht darin, die Zinssätze stark anzuheben. Je länger man darauf verzichtet, desto stärker müssen die Zinsschritte ausfallen. So mancher befürchtet, dass die Probleme der Türkei auf andere Länder übergreifen werden. Die meisten Bedenken bestehen bezüglich jener Schwellenländer, die ähnlich hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen und auf ausländisches Kapital angewiesen sind – neben der Türkei vor allem Argentinien. Andere hingegen haben kleinere Defizite. Die Besorgnis über das Leistungsbilanzdefizit der Türkei und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital ist durchaus begründet, die Probleme gehen aber weit darüber hinaus.

Diese Krise hat sich seit Jahren kontinuierlich rund um einen Cocktail von Problemen aufgebaut, die so nur in der Türkei anzutreffen sind: Das Land ist zunehmend autokratisch geworden. Man hat zugelassen, dass sich die Wirtschaft überhitzt und nicht jene Strukturreformen durchlaufen hat, die notwendig gewesen wären. Und Institutionen wie die Zentralbank wurden ständig und konsequent untergraben. Diese Probleme haben sich wie Wasser hinter einem Damm aufgestaut. Als die diplomatischen Beziehungen mit den USA wegen eines Gefangenenaustausches zerbrachen, stürzte dieser Damm ein. In keinem anderen Land hat sich eine solche Fülle von Problemen so lange angestaut.

Einige Schwellenländer-Währungen haben jüngst einen Ausverkauf erfahren. Aber die Verluste der letzten 24 Stunden wurden inzwischen weitgehend wieder wettgemacht. Bei anderen Währungen der Emerging Markets gab es in den in den letzten Wochen ebenfalls Abwertungen, aber diese haben mehr mit individuellen Problemen der einzelnen Länder zu tun. Der Rubel, zum Beispiel, erfährt Rückgänge gegenüber dem Dollar aufgrund neuer US-Sanktionen und des starken Dollars. Aber die Behörden in Russland haben sich in den letzten Jahren äußerst proaktiv gezeigt, wenn es darum ging, eine umsichtige Fiskal- und Geldpolitik zu betreiben, damit Investoren sicher sein können, dass man die Situation unter Kontrolle hat“.

Lesen Sie unten den englischen Originalkommentar von Viktor Szabo.

Freundliche Grüße
Dr. Andreas Jaensch, NewMark Finanzkommunikation GmbH
aberdeenstandard@newmark.de
+49 69 944 180 15

 

Aberdeen Standard Investments. Hintergründig.

Die britische Vermögensverwaltung Aberdeen wurde 1983 gegründet. Am 14.08.2017 fusioniert Aberdeen Asset Management PLC und Standard Life plc zu Standard Life Aberdeen plc. Standard Life Aberdeen plc ist ein führendes, global tätiges Investmentunternehmen mit 9000 Mitarbeitern an 50 Standorten weltweit und hat seinen Sitz in Schottland. Das Unternehmen hat rund 1,2 Millionen Aktionäre und ist an der Londoner Börse (LSE) notiert.

 

 

Aberdeen Standard Investments Senior Investment Manager Viktor Szabo comments:

“The Turkish central bank announced some measures yesterday to try to support the currency. But it’s not going to be enough at this stage. The only have realistic option is to sharply raise interest rates. The longer they leave it the steeper those hikes are going to have to be.

There’s concern in some quarters that Turkey’s problems will spill over into other countries. Of most concern are those emerging markets that share similarly large current account deficits and rely on foreign capital. Some emerging markets do have large current account deficits – Turkey and Argentina stand out – but others have smaller gaps. Concern about Turkey’s current account deficit and reliance on foreign capital are well-founded but its issues go far beyond this.

This crisis has been steadily building for years centred on a cocktail of issues unique to Turkey. The country has become increasingly autocratic; its economy has been allowed to overheat and hasn’t gone through the structural reforms it needs; and institutions like the central bank have been steadily and consistently undermined. These issues have built like water behind a dam. When diplomatic relations broke down with the US over a prison swap, it just burst the dam. No other country has had such a plethora of issues building up for so long.

Some emerging markets currencies have sold off recently but the losses of the last 24 hours have largely been given back. There have been declines in other emerging market currencies in recent weeks but these have more to do with issues that each of them is facing individually. The ruble, for instance, is experiencing declines against the dollar because of fresh US sanctions and the strong dollar. But the authorities in Russia have shown themselves to be extremely proactive in recent years when it comes to putting prudent fiscal and monetary policies in place so investors can be assured that they have the situation under control.”

Ausschließlich semiprofessionellen bzw. professionellen Investoren vorbehalten – Für Privatanleger nicht geeignet.

Unter der Marke Aberdeen Standard Investments haben Aberdeen Asset Management und Standard Life Investments ihr Anlagegeschäft zu einem der größten aktiven Vermögensverwalter der Welt zusammengefasst.

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Dr. Andreas Jaensch
Senior Consultant

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