FondsAnbieter Aberdeen Standard Investments: Kommentar zum OPEC-Meeting: Vorsicht vor Milchmädchenrechnung

30. November 2017 von um 09:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-Aberdeen-Standard-Investments: Sehr geehrte Damen und Herren, Bob Minter, Investmentstratege bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert das Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) und einiger Nicht-OPEC-Staaten am Donnerstag und verdeutlicht, warum Investoren sich mit Spekulationen zurückhalten sollten:

„Die Hoffnungen sind groß für das Treffen der OPEC am 30. November. Das Programm zur Reduzierung der Erdöl-Versorgung, das im letzten Jahr von den OPEC-Mitgliedern und einigen Nicht-Mitgliedern initiiert wurde, hat eine ständige Steigerung des Ölpreises bewirkt: von dessen Tiefpunkt im Jahr 2014 bis zu derzeit knapp 60 US-Dollar pro Barrel. Investoren vermuten, dass diese Reduzierung der Produktion um weitere neun Monate bis ins nächste Jahr verlängert wird. Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass preistreibende, spekulative Positionen im Hinblick auf den zukünftigen Rohölpreis Hochkonjunktur haben. Die Investoren handeln vorschnell. Die OPEC wird das Programm zur Reduzierung mit Sicherheit verlängern. Allerdings gibt es viele Gründe, die dafür sprechen, dass die Verlängerung des Programms nicht die vollen neun Monate anhalten wird.

Naher Osten

Die Allianz aus OPEC-Mitgliedern und Nichtmitgliedern ist nicht mehr so eng, wie sie einmal war. Die Spannungen im Nahen Osten haben sich seit Beginn des Programms verstärkt. Dies macht einen Dialog der unterschiedlichen Staaten im Vorfeld der OPEC-Verhandlungen zu einer Herausforderung und verringert die Wahrscheinlichkeit, sich auf eine gemeinsame Position zu einigen.

Versorgung

Auch wenn es eine annehmbare Übereinstimmung zwischen OPEC und Nicht-OPEC-Staaten geben sollte, dürfte man wahrscheinlich Risiken in der Verlängerung um neun Monate sehen. Die Erdölversorgung befindet sich momentan mit rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag auf einem historisch niedrigen Niveau, das wahrscheinlich nicht konstant Bestand haben wird. Venezuela stellt aufgrund des geringen Kapitals, das zur Wartung und zum zusätzlichen Ausbau der Förderanlagen zur Verfügung steht, ein Risiko dar. Außerdem steht in Nigeria ein Ende des Waffenstillstandes mit den Niger Delta Avengers bevor, einer militanten Gruppierung, die in der Vergangenheit Anlagen und Pipelines angegriffen hat.

Sollten Versorgungsengpässe daraufhin zunehmen, wird dies den Ölpreis auf ein Niveau anheben, das Förderländer außerhalb des OPEC/Nicht-OPEC-Deals, ungeachtet einer Programm-Verlängerung, zur Rückkehr an die Märkte veranlassen wird. Auch aus diesem Grund wollen die OPEC/Nicht-OPEC-Staaten den Ölpreis letztendlich nicht wesentlich über das derzeitige Niveau steigen lassen.

Russland

Russland ist der Restriktionen überdrüssig geworden. Dies wird dadurch deutlich, dass Russland weiterhin neue Förderanlagen und Pipelines baut, um seine Exportkapazitäten zu vergrößern. Infolgedessen wird Russland die Produktion anheben, da die Steuereinnahmen für den Staat vergrößert werden sollen. Russische Ölkonzerne haben ihre Bedenken lautstark darüber geäußert, dass US-Produzenten durch den Aufschwung des Ölpreises an den Markt zurückkehren und Marktanteile übernehmen könnten. All dies passt nicht zu einem Staat, der die Ölversorgung einzuschränken beabsichtigt.

China

Die Entwicklungen in China lassen die Märkte grundlegend stärker erscheinen als sie tatsächlich sind. Die Rohöl-Importe im September zählten mit zu den höchsten jemals verzeichneten. Dies geht teilweise auf den hohen Erwerb für staatliche Lager zurück und repräsentiert keine nachhaltige Nachfrage. Auf diesem Weg werden die globalen Ölreserven lediglich von einem Ort zum anderen verschoben. Allerdings wird der Bau zweier großer Ölraffinerien den Bedarf Chinas um 600.000 Barrel pro Tag anheben. Jedoch wird wohl viel hiervon wieder exportiert werden, sodass die neuen Raffinerien keine signifikante Steigerung der chinesischen Binnennachfrage darstellen.

Eine Verlängerung der Vereinbarung durch die OPEC und einige Nicht-OPEC-Staaten ist mehr als wahrscheinlich. Die OPEC hat sich zunehmend das Konzept der Notenbanken einer „Forward-Guidance“ zu eigen gemacht, um die Märkte auf ihr Denken einzustimmen. Man hätte den Glauben an die Verlängerung nicht so lange aufrechterhalten, wenn sie nicht wahrscheinlich wäre. Aber es ist auch gut möglich, dass man die Vereinbarung nur bis ins zweite Quartal des kommenden Jahres verlängern wird. Die globalen Ölmärkte sind ein Geflecht aus Wettbewerbsdruck und einer Unzahl damit verknüpfter nationaler und internationaler Befindlichkeiten und politischer Ziele. Investoren sollten dies berücksichtigen, bevor sie mit Enthusiasmus auf das OPEC-Meeting blicken.“

Lesen Sie unten den vollständigen englischen Originalkommentar von Bob Minter.

Freundliche Grüße

Dr. Andreas Jaensch
+49 69 94 41 80 15
aberdeen@newmark.de

 

Aberdeen Standard Investments Investment Strategist Bob Minter comments:

“Hopes are high for the OPEC meeting on 30 November. A programme of cuts to supply that was initiated by OPEC and some non-OPEC members (we’ll refer to the two collectively as ‘OPEC/NOPEC’) last year has seen the oil price steadily rise from its lows in 2014 to just short of $60 a barrel at the moment. The presumption from investors is that those cuts to production will be extended for a further nine months into next year. Data from the Commodity Futures Trading Commission (CFTC) shows that bullish speculative positions on the future price of crude oil are at all-time highs.

Investors are getting ahead of themselves. OPEC will surely extend the programme of cuts – it’s hard to imagine they’d let markets get this far ahead of themselves without any basis – but there’s plenty to suggest that the cuts won’t be extended by the full nine months.

Middle east

The OPEC/NOPEC alliance isn’t as tight as it was. Tensions in the middle east have stepped up since the agreement was made. This is making dialogue ahead of the meeting amongst the various countries more challenging and harming the chances of them coalescing on a common position.

Supply

Even if there is decent cohesion amongst OPEC/NOPEC, the group is likely to see risks in extending the cuts for nine months. Supply disruptions are at historically low levels of around 1.5 million barrels per day at the moment and that is unlikely to continue. Venezuela is at risk from a lack of capital for maintenance and additional development. While Nigeria is due to see an end of a truce with the Nigel Delta Avengers, a militant group that has previously attacked installations and pipelines.

If supply disruptions increase then this will push prices up to a level which will see suppliers outside of the OPEC/NOPEC deal return to the market, regardless of any extension. OPEC/NOPEC ultimately doesn’t want prices much higher than where they are currently partly for this reason.

Russia

Russia has grown weary of supply restrictions. This is borne out by their actions as they continue to develop new extraction site and pipelines to increase export capacity. This will see them actually raise production as they look to increase tax revenues for the government. Russian companies have been very vocal about the concerns that the rebound in the oil price has seen US producers come back to the market and take market share. These kinds of actions are not those of a country looking to restrict supply.

China

Developments in China are making the market appear fundamentally better than it is. Imports of crude oil in September were amongst the highest on record. Some of this was down to large purchases into government storage facilities but these do no represent a sign of sustainable demand. It’s simply shifting the storage of global oil supplies from one place to another. Meanwhile, the addition of two large refiners that will likely increase Chinese demand by 600,000 barrels per day. But much of this will the be exported so the refineries do not represent some significant uptick in domestic Chinese demand.

An extension of the OPEC/NOPEC agreement is more than likely. OPEC has increasingly borrowed the concept of forward guidance from central banks to guide markets as to its thinking. They would not have let the belief in an extension linger this long if it wasn’t likely. But it’s more likely that they get extended to some point in the second quarter of next year. Global oil markets are a tapestries of competing pressures with myriad interwoven domestic and international sensitivities and politics. Investors should remember that as their enthusiasm builds towards the OPEC meeting.”

 

aberdeen SIAberdeen Standard Investments. Hintergründig.

Die britische Vermögensverwaltung Aberdeen wurde 1983 gegründet. Am 14.08.2017 fusioniert Aberdeen Asset Management PLC und Standard Life plc zu Standard Life Aberdeen plc. Standard Life Aberdeen plc ist ein führendes, global tätiges Investmentunternehmen mit 9000 Mitarbeitern an 50 Standorten weltweit und hat seinen Sitz in Schottland. Das Unternehmen hat rund 1,2 Millionen Aktionäre und ist an der Londoner Börse (LSE) notiert.

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