Fonds-Anbieter-Union Investment: Marktberichte November 2016

16. November 2016 von um 12:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-Union Investment: Aktien: „Trump-Beben“ schnell abgehakt? SJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.Der sich abzeichnende Wahlerfolg von Donald Trump führte zunächst zu einem starken Abverkauf von Aktien – ehe der Markt innerhalb weniger Stunden ins Plus drehte. So schloss etwa der US-Leitindex S&P 500 den Tag nach Verkündigung der Wahlergebnisse 1,1 Prozent fester, nachdem der durchweg gehandelte S&P 500-Future im asiatischen Handel zunächst mit einem Minus von fünf Prozent gestartet war. Insgesamt gewann der US-Leitindex im Wochenverlauf bis Freitagnachmittag 3,5 Prozent hinzu. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch an vielen anderen Börsenplätzen weltweit: Der Stoxx 600 gewann im Zuge der Erholungsrally 2,7 Prozent, der japanische Nikkei 225 schloss 2,8 Prozent im Plus. Als Gründe für den Kursanstieg machten Marktteilnehmer die Hoffnung vieler Branchen aus, dass ein republikanisches Regierungsprogramm zum einen deutlich höhere US-Staatsausgaben beinhaltet.

Zum anderen könnte eine Trump-Administration bestimmte Regulierungsmaßnahmen abmildern oder sogar rückgängig machen. Hiervon dürften insbesondere Sektoren wie Banken, Energie und Pharma profitieren. Aktien dieser Branchen waren entsprechend zum Ende der Woche stark gesucht. Verlieren waren hingegen defensive Sektoren wie nicht-zyklische Konsumwerte, Immobilien und Versorger.

Deutsche Unternehmen beenden Berichtssaison. Bei diesem alles beherrschenden Thema trat die ausklingende Berichtssaison fast in den Hintergrund. Dabei konnten einzelne deutsche Unternehmen durchaus mit einigen positiven Nachrichten aufwarten. So überraschte Europas größter Online-Modehändler Zalando mit einem Ergebnissprung. Zwar nahm die Umsatzdynamik leicht ab. Aufgrund von Effizienzsteigerungen etwa bei Logistik und Marketing verdiente das Unternehmen mit 19,5 Millionen Euro im dritten Quartal 2016 vor Zinsen und Steuern rund vier Millionen Euro mehr als von Analysten erwartet. Vom boomenden Online-Handel profitiert auch die Deutsche Post, die auf ein Rekordjahr zusteuert. Ein operatives Ergebnis von 755 Millionen Euro im dritten Quartal (Vorjahr: 197 Millionen Euro) deute laut Vorstands-Chef Frank Appel auf die operativ stärksten drei Monate der Unternehmensgeschichte hin. Positiv auf die Gewinne des einstigen Staatsunternehmens wirkte sich auch die zum Jahreswechsel vorgenommene Porto-Erhöhung aus. Sie war die höchste seit fast 30 Jahren. Post-Aktien waren in der Folge gefragt. Das Papier gewann 2,8 Prozent.

E.ON Flop, Siemens Top. Einen negativen Rekord verbuchte hingegen E.ON. Nach neun Monaten verbuchte der Energiekonzern einen Fehlbetrag von 9,3 Milliarden Euro. Allein auf die Beteiligung an der Kraftwerkstochter Juniper wurden 6,1 Milliarden Euro abgeschrieben, zudem belasteten die Kosten für den Atomausstieg. Bereinigt um diese Sondereffekte verdiente der Konzern mit 2,3 Milliarden Euro rund vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. Nach der Juniper-Abspaltung konzentrieren sich die Essener auf das Zukunftsgeschäft aus Ökostrom, Strom- und Gasnetze und Vertrieb. Um einen Konzern-Umbau ging es auch bei Siemens. Der Technologiekonzern plant den Börsengang seiner Medizintechnik-Sparte, die mit jährlichen Erlösen von 13,5 Milliarden Euro der zweitgrößte Umsatzbringer des Konzerns ist. An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Siemens-Aktien stiegen auf ein 16-Jahres-Hoch.

Renten
Trumps Wahl lässt Renditen deutlich steigen. Nach einer zunächst kurzzeitigen Unsicherheitsphase reagierten die Kern-Rentenmärkte auf die Wahl Donald Trumps eindeutig. Starker Verkaufsdruck führte bei US-Treasuries und auch deutschen Bundesanleihen zu deutlichen Kursverlusten. Damit einhergehend zogen die Renditen, vor allem in den langen Laufzeitbereichen, deutlich an. Am US-Markt sprang die Zehnjahresrendite gegenüber dem Vorwochenschluss von 1,78 auf 2,15 Prozent (per Freitagmittag). 30jährige Papiere näherten sich der Drei-Prozentmarke, verbuchten dabei ebenfalls einen Renditeanstieg um 38 Basispunkte. Die US-Zinskurve tendierte steiler. An den europäischen Staatsanleihemärkten ging es mit den Anleihekursen ebenfalls deutlich bergab. Der Bund-Future fiel erstmals seit Mai dieses Jahres unter die Marke von 160 Punkten. Zehnjährige Bundesanleihen verzinsten sich mit 0,3 Prozent und damit um 17 Basispunkte höher als in der Vorwoche. Die deutsche Zinskurve tendierte ab Laufzeiten von einem Jahr steiler. Bundespapiere mit 30 Jahren Laufzeit rentierten mit 0,93 Prozent 20 Basispunkte höher.

Der ausschlaggebende Faktor für die starke Marktbewegung war einer der wenigen bislang klaren Punkte in Donald Trumps Wahlprogramm: Die Stärkung der amerikanischen Binnenkonjunktur. Die hierfür erforderliche expansive Fiskalpolitik beziehungsweise Erhöhung der Haushaltsausgaben, im Gespräch sind ein bis zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts jährlich für die kommenden Jahre, wird aber ihren Preis haben. Denn der erwartete Wachstumseffekt, so legt die Reaktion der Märkte nahe, wird auch eine Inflationsbeschleunigung zur Folge haben. Dies wird unweigerlich die US-Notenbank Fed auf den Plan rufen und eine Zinserhöhung zum Jahresende hin wahrscheinlicher machen. Die am Markt gehandelte Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes durch die Fed im Dezember hat im Nachgang der Präsidentschaftswahl wieder deutlich zugenommen. Hinzu kommt, dass Trump auch aufgrund der Mehrheit der Republikaner im Kongress nun quasi „durchregieren“ und so seine bislang bekannten Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur und Investitionen in die amerikanische Infrastruktur wesentlich leichter wird durchsetzen können.

Peripherie und auch Frankreich mit höheren Aufschlägen
Befürchtungen, ebenfalls von der Anti-Establishment-Welle erfasst zu werden, spiegelten sich auch in Frankreich und den Niederlanden wider. Vor dem Hintergrund der dort im Frühjahr 2017 stattfindenden Wahlen kam im Zuge der US-Ereignisse ebenfalls Druck auf. Es kam zu Ausweitungen der Zinsaufschläge (Spreads) gegenüber Bundesanleihen. Auch die Spreads in der Peripherie zogen zeitweise deutlich an. Hiervon war vor allem der italienische Markt betroffen. Das am 4. Dezember in Italien anstehende Referendum zur Senatsreform belastet, da die Gegner den Umfragen zufolge zurzeit führen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen näherte sich knapp der Zwei-Prozentmarke. Auch der italienische Zinsfuture (BTP-Future) – dieser ist bei der Absicherung des Risikos in den Peripherieländern aufgrund seiner guten Liquidität erste Wahl bei den Anlegern – dürfte zum zu den Abgaben am italienischen Anleihemarkt beigetragen haben.

Europäische Unternehmensanleihen zeigten sich vergleichsweise stabil, die Spreads waren im Wochenvergleich unverändert. Bei den Zinspapieren aus den Schwellenländern (Emerging Markets, EM) kamen durch die Trump-Wahl in erster Linie mexikanische Anleihen unter Druck. Der EM-Neuemissionsmarkt blieb zuletzt nahezu geschlossen.

Ausblick
Orientierung dürfte in den kommenden Wochen das wichtigste Stichwort an den Finanzmärkten sein. Wohin wird die wirtschaftliche und politische Reise Donald Trumps als neuer US-Präsident gehen? Unklarheiten und Fragezeichen dominieren. Schon jetzt ergeben sich Diskrepanzen zwischen Wahlprogramm und pragmatischer Auslegung. Wie wird Trumps Team aussehen? Wer wird die wichtigen Ministerämter besetzen? Die Marktentwicklung wird vorerst von Ungewissheit geprägt sein. Die bislang klarsten und eindeutigsten Fakten, die sich die Finanzmärkte herausgepickt haben, nämlich die Ankurbelung der US-amerikanischen Binnenwirtschaft, haben schnell und eindrucksvoll ihren Einfluss auf die Märkte ausgeübt: Steigende Aktienkurse und fallende Notierungen respektive steigende Renditen an den Rentenmärkten.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten stehen in der neuen Handelswoche drei Veröffentlichungen im Blickpunkt. Am Dienstag das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal. Dieses dürfte den Einschätzungen zufolge an Dynamik verloren haben und daher eher verhalten ausfallen. Kurz darauf werden die ZEW-Konjunkturerwartungen für November bekanntgegeben. Angesichts zuletzt verbesserter Konjunkturdaten dürften die befragten Analysten dort für einen Anstieg sorgen. In den USA stehen am Dienstag die Einzelhandelsumsätze und am Freitag die Verbraucherpreise (beide Oktober) im Blickpunkt. Es werden steigende Inflationsdaten erwartet.

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