FondsAnbieter M.M. Warburg Invest: Präsidentschaftswahl in Frankreich: Fünf Jahre auf Bewährung 

04. Mai 2017 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-M.M.-Warburg-Invest: SJB Fonds Echo. Analysiert.Der Euro wird wohl auch im Jahr 2018 das gesetzliche Zahlungsmittel in Frankreich bleiben. Zu unwahrscheinlich ist es angesichts der sehr klaren Umfragewerte, dass Marine Le Pen ein Außenseitersieg bei den Präsidentschaftswahlen gelingt. Aktuell würden gemäß einer Umfrage des ifop-Instituts 60,5% der Wahlberechtigten den sozialliberalen Präsidentschaftsfavoriten Emmanuel Macron wählen und nur 39,5% Le Pen. Da zudem 90% der potenziellen Macron-Wähler in ihrer Entscheidung sicher sind, dürfte eine Überraschung ausbleiben. Das wird viele Menschen in Deutschland und im Rest der Welt aufatmen lassen.

Denn das Wahlprogramm von Le Pen liest sich in Teilen wie ein Horror-Roman. Mögen die populistischen Maßnahmen, wie die Ausweisung von Ausländern, die Einführung von Grenzkontrollen oder die Senkung des Renteneintrittsalters von 62 auf 60 Jahre, noch als Klientelpolitik mit spürbarem, aber kontrollierbarem wirtschaftlichen Effekt eingestuft werden, so wären die Besteuerung von Importen, die Finanzierung einer massiven Ausweitung der Staatsverschuldung über die französische Notenbank und vor allem der angestrebte EU- und Euro-Austritt ein wirtschaftliches Vabanquespiel mit erheblichen Risiken für Frankreich und die gesamte Weltwirtschaft.

Das Wahlprogramm von Emmanuel Macron liest sich demgegenüber wie eine europäische Liebesgeschichte. Der bekennende Proeuropäer wird versuchen, die Einigung der EU voranzutreiben. Dafür plant Macron als Präsident, Berlin durch tatkräftige Reformen wohlgesonnen zu stimmen. Dazu soll der Kündigungsschutz gelockert, die 35-Stunden-Woche aufgeweicht und der Öffentliche Sektor durch den Abbau von 50.000 Stellen verschlankt werden. Einkommens- und Unternehmenssteuersenkungen und ein Investitionsprogramm in Höhe von 50 Mrd. Euro sollen parallel die Wirtschaft ankurbeln, um die politische Unterstützung für die harten Einschnitte zu erlangen. Doch dazu müssen noch zwei große Hürden genommen werden. Zum einen braucht Macron für neue Gesetze die Unterstützung des Parlaments, das in zwei Wahlgängen am 11. und 18. Juni 2017 per Mehrheitswahlrecht in den Wahlbezirken neu gewählt wird. Zum anderen muss Macron nicht den Kampf um Reformen nur im Parlament, sondern auch auf der Straße gewinnen. Die traditionell sehr streikfreudigen Franzosen werden insbesondere gegen die Arbeitsmarktreformen und die Stellenkürzungen angehen.

Doch der neue Präsident hat zumindest das Glück, dass ihm die zyklische Dynamik Rückenwind für die anspruchsvolle Aufgabe, Frankreich wieder wettbewerbsfähig zu machen, bringt. So hat sich die Stimmung unter den französischen Unternehmen spürbar aufgehellt. Aktuell sind sowohl die Industrieunternehmen als auch die Dienstleister so positiv gestimmt wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr. Für den Anleger bietet dies interessante Investitionschancen. Französische aber auch andere europäische Unternehmen mit einem signifikanten Umsatz in Frankreich können auf Umsatzanstiege hoffen. Denn es steht kaum zu befürchten, dass die Investitions- und Kauflaune nach der Wahl abrupt abbricht.

Wir empfehlen daher für die kommenden Monate eine erhöhte Gewichtung französischer Aktien im Depot. Anders als Italien hat Frankreich eine beeindruckende Zahl an Weltmarktführern nicht nur in kleinen Nischen herausgebracht. Und von der politischen Seite dürften die größten Risiken für die kommenden fünf Jahre der Präsidentschaft Macrons ausgestanden sein. Allerdings läuft Frankreich quasi auf Bewährung. Denn wenn Macron nicht erfolgreich ist, dann wird in fünf Jahren wohl entweder mit der rechtspopulistischen Le Pen oder mit dem linkspopulistischen Melenchon ein Präsident an die Macht kommen, der das Szenario eines Euro-Austritts konkretisieren könnte. Vielleicht ist dies ein Anreiz für deutsche Politiker, Macron tatkräftig zu unterstützen.

 

warburgM.M. Warburg Invest. Hintergründig.
Die Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest wurde 1987 gegründet und gehört zur renommierten Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO (AG & Co.) KGaA, die seit 1798 tätig ist und zu den größten und ältesten unabhängigen Privatbanken Deutschlands zählt. Verwaltetes Vermögen in der Bankengruppe: 56,0 Milliarden EUR. Zahl der Publikumsfonds in Deutschland: 96. Geschäftsführung: Udo Hirschhäuser, Matthias Mansel, Caroline Specht. Stand: 31.12.2016.

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