Fonds-Anbieter-GAM: Long/Short-Strategien immer beliebter

16. November 2016 von um 14:00 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-GAM: Die Unsicherheit an den Aktienmärkten wird weiter anhalten. Long/Short-Strategien können das Verlustrisiko begrenzen. Marktneutrale Ansätze bei Investoren besonders gefragt. Das Brexit-Votum sowie die Präsidentschaftswahl in den USA dürften nur vorläufige Höhepunkte in einer Zeit anhaltender politischer Risiken sein. In den USA könnte sich auch die Inflationsentwicklung auf einem höheren Niveau als erwartet bewegen – und nicht nur der US-Notenbank Fed, sondern auch vielen Anlegern einen Strich durch die Rechnung machen.

Portfolio gegen allgemeine Marktentwicklung absichern. „Investoren, die auf ein baldiges Ende der Unsicherheit gehofft hatten, müssen sich auf ungemütliches Fahrwasser an den Aktienmärkten einstellen“, sagt Désirée Müller, Portfoliomanagerin bei GAM. „In diesem Umfeld können Renditequellen ihre Vorteile ausspielen, die von der allgemeinen Marktentwicklung unabhängig sind.“ Dieses Ziel verfolgen zum Beispiel Long/Short-Strategien, die bei Investoren immer beliebter sind. Zu diesem Ergebnis kommt der 2016 Investor Survey der Credit Suisse. Im Ranking der beliebtesten alternativen Anlagestrategien belegen Strategien, die sich auf den Einsatz von Long/Short-Instrumenten stützen, fünf der sechs ersten Plätze.

Dabei sind aktuell besonders marktneutrale Strategien gefragt, die darauf abzielen, das Marktrisiko vollständig zu minimieren. „In einer Welt ohne risikolose Zinsen ist es eine strategische Herausforderung für institutionelle Investoren, das Portfolio immer stärker marktneutral und extrem diversifiziert aufzubauen. Dabei kommen vermehrt Long/Short-Strategien zum Einsatz“, erläutert Müller. Diese zeichnen sich im Allgemeinen durch eine geringere Volatilität aus als Strategien, die sich alleine auf Long-Positionen stützen. Auf diese Weise lässt sich einerseits das Verlustrisiko begrenzen, andererseits ist das Aufwärtspotenzial ebenfalls begrenzt.

Markt für Long/Short-Strategien wächst. „Ob eine Long/Short-Strategie das Portfolio sinnvoll ergänzt, hängt davon ab, ob das Verhältnis von Verlustreduktion und Ertragsverzicht zu den individuellen Präferenzen eines Investors passt“, betont die Expertin. Der Markt dieser Produktklasse weist jedenfalls ein konstantes Wachstum auf, wie eine Erhebung des Analysehauses Hedge Fund Research zeigt. Dabei wurden Strategien mit Long/Short-Ansatz in der Kategorie „Equity Hedge“ zusammenfasst. Das Anlagesegment erreichte Ende 2015 weltweit ein Volumen von rund 829 Milliarden US-Dollar. Das ist doppelt so viel wie noch im Jahr 2008.

Die verschiedenen Indexanbieter ordnen die am Markt verfügbaren Long/Short-Strategien in unterschiedliche Kategoriensysteme ein. Dabei werden die derzeit besonders gefragten marktneutralen Strategien oft unabhängig von anderen Long/Short-Ansätzen aufgeführt. Der Löwenanteil der weltweiten Hedgefonds entfällt auf direktionale Strategien mit Long Bias – also einem Überschuss an Long-Positionen und einer mehr oder weniger ausgeprägten positiven Korrelation mit dem Aktienmarkt. „Ein Sonderfall sind Strategien mit sogenanntem Short Bias. Sie zeichnen sich durch ein Übergewicht auf der Short-Seite aus und weisen daher eine negative Korrelation mit den Aktienmärkten auf“, erklärt Müller, und betont: „Das macht sie aus Diversifikationsgesichtspunkten interessant.“

Risiken durch Hedging minimieren. Marktneutrale Strategien versuchen, systematische Risiken (also Beta) durch Hedging zu minimieren, Alpha zu maximieren und absolute Renditen möglichst unabhängig von der Marktentwicklung zu erwirtschaften. Da das Marktrisiko als Renditetreiber fehlt, basieren diese Strategien allein auf den Fähigkeiten des einzelnen Managers. Eine Möglichkeit des marktneutralen Investierens ist das Long/Short Pair Trading. Dabei geht das Fondsmanagement jeweils gleichgewichtete gegenläufige Positionen in prinzipiell ähnlichen Anlageinstrumenten ein, also etwa durch die Kombination einer Position in einer attraktiven Aktie (Long Position) mit dem Leerverkauf einer unattraktiven Aktie (Short Position) aus dem gleichen Sektor. So soll die erwartete relative Wertentwicklung eingefangen werden.

Long/Short-Strategien können Verluste auch in extremen Schwächephasen begrenzen. Das zeigen Daten von Absolut Research. Sie erlauben einen Blick auf die wichtigsten Verlustphasen an den globalen und europäischen Aktienmärkten seit 2007. So brach der MSCI World Index beispielsweise im Oktober 2008 um 16,3 Prozent ein, und musste im darauf folgenden Januar 2009 noch einmal Verluste von 7,1 Prozent hinnehmen. Direktionale Long/Short-Strategien verloren in diesen Zeiträumen jeweils nur 4,9 bzw. 0,7 Prozent. Noch deutlicher ist die Absicherung bei marktneutralen Strategien: Hier fielen im Oktober 2008 mit 0,2 Prozent fast gar keine Verluste an, und im Januar 2009 verzeichnete der entsprechende Index wieder moderate Zuwächse von 0,8 Prozent.

Kompetenz des Fondsmanagements zählt. Die Daten unterstreichen die Wirkung von Long/Short-Instrumenten, sie zeigen aber auch: Selbst marktneutrale Strategien können sich nicht zu allen Zeiten vollständig von der Marktentwicklung lösen. Wenn die Fondsmanager einen gewissen inhärenten Stil verfolgen, beispielsweise einen Value- oder Growth-Bias haben oder momentumgetrieben investieren, stellt sich in den Zeiten eine schlechte Performance ein, in denen ein Stil nicht besonders gut funktioniert. Hinzu kommt, dass gerade bei Long/Short-Strategien Herangehensweise, Erfahrung und Kompetenz des Fondsmanagements entscheidende Faktoren sind. „Der Erfolg einer Strategie hängt letztlich von der Fähigkeit des Managers ab, Risiken korrekt einzuschätzen und die richtigen Mittel auszuwählen, um ihnen zu begegnen“, fasst Müller zusammen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Stefanie Henn
Edelman.ergo GmbH
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gamÜber GAM

GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Unter den beiden Marken GAM und Julius Bär Fonds bietet sie aktive Anlagelösungen und produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt etwa 1 000 Mitarbeitende in 11 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 119,1 Milliarden* (USD 122,9 Milliarden)*. * Quelle: GAM. Stand der Daten: 30. September 2016

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