Fonds-Anbieter-GAM: Investoren sollten bei EU-Aktien sehr selektiv vorgehen

02. Februar 2017 von um 13:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Fonds-Anbieter-GAM: Trumps fiskalpolitische Agenda könnte EU-Aktienmarkt belasten

Chinesische Mittelschicht fragt Konsum- und Luxusgüter stark nach
Wahlen in europäischen Kernstaaten bergen potenzielles Anlagerisiko

Das noch junge Jahr 2017 wird für die europäischen Aktienmärkte voraussichtlich relativ turbulent: Politische Richtungswahlen sowie eine anhaltende Sektorrotation nach dem Ende der 30-jährigen Anleihehausse dürften die Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Doch europäische Unternehmen bieten trotzdem interessante Ertragsmöglichkeiten, sagt Niall Gallagher, Investment Director für europäische Aktien bei GAM. Dem Experten zufolge wird die Titelauswahl dabei von entscheidender Bedeutung sein.

Unabhängig vom Ausgang der kommenden Wahlen in Europa steht für Gallagher fest: „Unternehmen, die ihre Umsätze weltweit erwirtschaften und sowohl von positiven technologischen Umwälzungen als auch vom Wachstum des E-Commerce profitieren, bleiben attraktiv. Trotzdem ist eine hohe Selektivität unverzichtbar.“ Gallagher rät den Anlegern dazu, sehr genau auf die Bewertungen zu achten – zumal der europäische Markt aktuell leicht über dem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der letzten 30 Jahre notiere.

Bond-Proxies könnten an Attraktivität einbüßen

Sollte Donald Trump seine fiskalpolitische Agenda im kommenden Jahr wie angekündigt umsetzen, dürften höhere US-Inflationserwartungen die US-Notenbank dazu ermutigen, die kurzfristigen Zinsen heraufzusetzen. Dies hätte laut Gallagher weltweit steigende Kapitalkosten zur Folge. Anleihen würden die größten Verluste verzeichnen, doch auch an den Aktienmärkten würde dies nicht spurlos vorübergehen. „Wenn die weltweite Flut an billigem Geld abebbt, wird die Bewertungsprämie von Titeln, die ein geringes Wachstum und ‚anleihenähnliche‘ Merkmale aufweisen, am europäischen Markt sinken. Neben globalen Konsumgüterkonzernen werden auch Titel von börsennotierten Immobiliengesellschaften und ausgewählten Industrieunternehmen sowie der Großteil des Pharmasektors durch die höheren Zinssätze belastet werden. Die als gering wahrgenommenen Schwankungen der Gewinne all dieser Unternehmen stützen seit Langem die Bewertungen, die durch ihr Gewinnwachstumspotenzial nicht gerechtfertigt sind“, erklärt Gallagher.

Hohe Nachfrage nach Konsum- und Luxusgütern in China ungebrochen

China dürfte diese geld- und fiskalpolitischen Impulse nochmals verstärken – unabhängig davon, inwieweit die angedachten US-Strafzölle tatsächlich eingeführt werden. Das Wachstumsziel von sechs Prozent habe positive Auswirkungen auf Rohstoffunternehmen in Europa, und auch der steigende Konsum kurbelt den Wachstumsmotor an. Die Stärkung des Binnenkonsums erscheint Gallagher neben dem Kampf gegen die Korruption eindeutig ein Ziel der chinesischen Regierung zu sein – und sei es nur, um weiter von den Einfuhrabgaben zu profitieren. „Strengere Zollkontrollen bei Reisenden, die aus Europa zurückkehren, sowie jüngste Vorstöße zur Senkung der Einfuhrabgaben für Produktkategorien wie Kosmetika werden die starke latente Nachfrage nach Konsum- und Luxusgütern der 300 Millionen Menschen umfassenden Mittelschicht in China weiterhin stützen. Unternehmen, die in den Aufbau einer physischen Präsenz in China investiert haben, dürften in allen Teilen ihres breiten Produktportfolios profitieren. Das umfasst Lederwaren, Schmuck, Wein und Spirituosen genauso wie Kosmetika und Reiseartikel“, sagt Gallagher.

Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden könnten Marktschwankungen auslösen

Ein „Extremrisiko“ stellt für Investment Director Gallagher vor allem die Präsidentschaftswahl in Frankreich im Mai 2017 dar: „Ein Sieg von Marine Le Pen würde das Euro-Projekt durch ein unerträgliches Maß an Unsicherheit belasten. Sollten die französischen Wähler hingegen die von Francois Fillon oder einem anderen reformwilligen Kandidaten vorgeschlagenen arbeitsmarktpolitischen Änderungen unterstützen, würde dies von den Märkten wahrscheinlich sehr positiv aufgenommen werden.“

Angesichts der Unsicherheit über die anstehenden Wahlgänge auch in Deutschland und den Niederlanden rät Gallagher Anlegern, dass sie bei Investments in europäische Aktien ein außergewöhnlich hohes Maß an Selektivität an den Tag legen sollten. Der europäische Aktienmarkt bietet dem Experten zufolge eine Vielzahl von Möglichkeiten auch wenn die Anlageklasse selbstverständlich nicht frei von Herausforderungen ist. Bei einer umsichtigen Titelauswahl sind aber weiterhin attraktive Erträge möglich“, schließt Gallagher.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Stefanie Henn
Edelman.ergo GmbH
T +49 221 912 887 15
TeamGAM@edelmanergo.com

 

gamHintergründig. GAM.
GAM ist eine der führenden unabhängigen, reinen Vermögensverwaltungsgruppen der Welt. Unter den beiden Marken GAM und Julius Bär Fonds bietet sie aktive Anlagelösungen und produkte für Institutionen, Finanzintermediäre und Privatkunden an. Das Investment-Management-Kerngeschäft der Gruppe wird durch eine Private Labelling-Sparte ergänzt, die Management-Company- und andere unterstützende Dienstleistungen für Dritte anbietet. GAM beschäftigt etwa 1 000 Mitarbeitende in 11 Ländern und betreibt Anlagezentren in London, Cambridge, Zürich, Hong Kong, New York, Lugano und Mailand. Die Vermögensverwalter werden von einem umfassenden weltweiten Vertriebsnetz unterstützt. Die Aktien von GAM (Symbol „GAM”) mit Sitz in Zürich sind an der SIX Swiss Exchange notiert und Teil des Swiss Market Index Mid (SMIM). Die Gruppe verwaltet Vermögen von CHF 119,1 Milliarden* (USD 122,8 Milliarden*). * Quelle: GAM. Stand der Daten: 30. September 2016.

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