SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum war Macrons China-Besuch so wenig erfolgreich?

11. Januar 2018 von um 12:00 Uhr
Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter SJB der SJB FondsSkyline OHG 1989.Die StandPunkte sind der börsentägliche Informationsservice für die Premiumkunden der SJB. Sie behandeln Ereignisse aus dem Alltag, sind aber alles andere als alltäglich. Wir sind politisch, wenn nötig polemisch und immer ironisch. Warum sonst hätten wir abendliche Stammleser seit 2003? Hm?

Garantierte Individualität finden Sie bei uns in jedem FondsDepot! SJB-FondsAnlage Aktuell-StandPunkte: Warum war Macrons China-Besuch so wenig erfolgreich? „Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping in Beijing zusammengetroffen, kann aber keine echten Erfolge von seiner China-Reise mitbringen. Mit vielen seiner Anliegen blitzte er bei den Chinesen ab, auch den erwarteten Verkauf von über 180 Airbus-Flugzeugen konnte er nicht in trockene Tücher bringen“, fasst Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline OHG 1989 aus Korschenbroich, die jüngsten Ergebnisse des franko-chinesischen Gipfeltreffens zusammen. „Welche Fehler machte Macron im Reich der Mitte, warum wurden seine Wünsche nach einer Intensivierung der Handelsbeziehungen nicht erhört?“ Alle Details zu dieser spannenden Thematik finden sich hier!

Liebe FondsBlogger, die Bilanz, die Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron nach seinem jüngsten China-Besuch aufzuweisen hat, kann nicht anders als mager bezeichnet werden. Dabei war Frankreichs Präsident angetreten, für die Gesamtheit der Europäer zu sprechen und China in kontroversen Fragen die Stirn zu bieten – aber gerade das kam bei den Chinesen nicht gut an. Die selbstbewussten Forderungen Macrons nach mehr Marktzugang und Zugeständnissen für französische Unternehmen ließen die Regierungsvertreter in Beijing abblitzen – da half es auch nichts, dass der Franzose viel unternahm, um ein gutes Verhältnis zu den Chinesen aufzubauen.

Beobachter waren sich einig: Im Gegensatz zu Angela Merkel, die in der Volksrepublik hohes Ansehen genießt, muss Emmanuel Macron erst einmal eine persönliche Beziehung zur chinesischen Führung aufbauen. Macron konnte sich mit seiner zu selbstbewussten Art bei den Chinesen nicht wirklich durchsetzen, obwohl er als erster europäischer Führer der chinesischen Initiative für eine „neue Seidenstraße“ seine Ehre erwies. Doch die chinesische Regierung Pekings zeigte ihm nur wenig Entgegenkommen, insbesondere blieb der erwartete große Deal für den deutsch-französischen Flugzeugbauer Airbus aus. Delegationskreise waren überrascht, dass es zu keinem Vertragsabschluss für neue Flugzeugverkäufe gekommen ist – Macron kehrte lediglich mit dem vagen Versprechen heim, dass der Kauf von 184 Airbus-Maschinen „in Kürze“ abgeschlossen werden solle.

Aber woran hakte es genau? Zwar hat Emmanuel Macron bei seinem Besuch in der Volksrepublik durchaus Charme versprüht und politisches Geschick bewiesen, doch seine Reise deckte zugleich die europäischen Defizite auf. Macron allein kann keine China-Politik für die EU umsetzen, denn die Chinesen sehen sich längst auf einer Stufe mit der Supermacht USA. Frankreich wird da ein anderer Rang zugewiesen, obwohl Macron alle Register zog. Sein Besuch in der alten Kaiserstadt Xi’an, wo die antike „Seidenstraße“ nach Europa ihren Ausgang nahm, wurde genauso wohlwollend registriert wie seine Bereitschaft, sich an den sonst in Europa wenig ernst genommenen Plänen von Xi Jinping für neue Handelskorridore zu beteiligen.

Doch Macrons Eigenschaft, bei seinen Äußerungen kein Blatt vor den Mund zu nehmen, dürfte bei Chinas Regierungsvertretern weniger gut angekommen sein. Macron setzte sich unumwunden für französische und europäische Interesse ein und forderte im Gegenzug für eine Beteiligung an der „neuen Seidenstraße“ auch Mitspracherechte und die Einhaltung internationaler Standards. Hier lässt Beijing nur ungern mit sich reden und verfolgt längst seine eigenen Ziele. Macrons Äußerungen, der Marktzugang für französische Firmen in China sei „unausgewogen“ und „nicht zufriedenstellend“, wurde von chinesischer Seite mit der Bemerkung gekontert, dass Frankreich erst einmal bessere Produkte herstellen müsse, wenn es mehr nach China exportieren wolle.

SJB FondsSkyline. Fazit. Warum war Macrons China-Besuch so wenig erfolgreich? Der wohlgemeinte Ratschlag von Bai Ming, Frankreich müsse erst einmal „seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern“, bevor es den Handel mit China intensiviere, zeigt das ganze Dilemma der französischen Wirtschaftspolitik auf. Der Vorsitzende von Chinas Akademie für Handel und Wirtschaftskooperation äußerte sich zugleich abschätzig über Frankreichs Hochgeschwindigkeitszüge, Autos und Telekommunikationsgeräte: „Französische Produkte können nicht mit denen aus Deutschland und den USA konkurrieren.“ Wem so über den Mund gefahren wird, der tut sich verständlicherweise schwer, vor dem Ausverkauf europäischer Interessen in Richtung China zu warnen. Macron ist es nicht gelungen, sich in chinesischen Augen als neue, maßgebliche Führungskraft in Europa zu etablieren. Der Franzose muss akzeptieren: Als „Stimme Europas“ wird in Beijing weiterhin die deutsche Kanzlerin Angela Merkel vorgezogen.

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