Gerd Bennewirtz-Investoren-Wissen-Fonds Begriffe: Sind Genussscheine von Prokon nachhaltige Kapitalanlagen?

01. Juli 2012 von um 09:30 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Gerd Bennewirtz-Investoren-Wissen-Fonds Begriffe: Was FondsInvestoren, Sparer und Privatanleger aktuell interessiert! Die FondsFrage heute, die im Zusammenhang mit Investmentfonds steht: Sind Genussscheine von Prokon nachhaltige Kapitalanlagen? Die Stiftung Warentest lässt es an Deutlichkeit nicht fehlen: „Der Windkraftkonzern ProkonIhre Werbung. Hier? wirbt für seine Genussrechte als sicheres Investment. Tatsächlich ist die Geldanlage jedoch hochriskant.“ Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline aus Neuss-Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss kann dem nur zustimmen: „Investoren werden mit Genussscheinen keineswegs Miteigentümer an Windkraftanlagen oder anderen nachhaltigen Sachwerten. Sie erwerben nur eine stille Beteiligung ohne jedes Mitspracherecht, aber mit verborgenen Risiken.“

Liebe FondsBlogger, das Anlagemodell der Prokon hat folgende Struktur: Investoren zeichnen Genussrechte einer Prokon-Gesellschaft, die Kredite an andere Firmen der Prokon-Gruppe vergibt. Dafür werden nach Recherchen des Unternehmer-Magazins Capital intern 9 bis 15 Prozent Zinsen berechnet. Davon reicht Prokon derzeit 8 Prozent an die Inhaber der Genussscheine weiter. Nach drei Jahren können Investoren ihre Genusscheine an Prokon verkaufen – sofern sie liquide ist. Solange ist die Kapitalanlage mindestens gebunden. Von August 1999 bis Ende 2010 betrug Prokons kumuliertes Gesamtergebnis der Windparks vor außerordentlichen Posten laut Capital 74,8 Millionen Euro. Davon sind Zinsen an andere Prokon-Unternehmen sowie Ausschüttungen an frühere Windparkeigentümer abzuziehen, so dass sich 22,8 Millionen Euro Gewinn ergeben. An die Genussrechtsgesellschaft, die die Zinsen an die Investoren auszahlt, wurden in dieser Zeit 61,3 Millionen Euro ausgezahlt. Insgesamt hat Prokon bei knapp 50.000 Investoren mehr als 860 Millionen Euro eingesammelt und erwirtschaftet knapp 500 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Eine wundersame Geldvermehrung?

Das Wunder besteht darin, dass hausinterne Geschäfte als Umsatz in die Bilanz einfließen. Das Schema: Prokon Wind beauftragt die Schwesterfirma Prokon Energiesysteme, mit dem Kapital der privaten Investoren Windräder zu errichten. Sobald eines intern abgeliefert wird, wird es mit einem Schlag wertvoller. Denn statt es zu Herstellungskosten zu bilanzieren, wird es unternehmensintern zu einem höheren Wert als den reinen Herstellungskosten aktiviert. Der Effekt: Die neu zufließenden Mittel der Investoren werden gewinnwirksam, bevor sich das Windrad auch nur einmal gedreht hat. Prokon hält dieses Vorgehen für branchenüblich. „Wäre die Gruppe rechtlich gesehen ein Konzern“, sagt ein Fachanwalt für Gesellschaftsrecht, „dürfte sie Gewinne, die sie bei Geschäften mit sich selbst macht, nicht in einem Konzernabschluss ausweisen.“ Da Prokon seit Jahren keinen Konzernabschluss vorlegt, in dem sämtliche Geschäfte auch innerhalb der Firmengruppe saldiert werden, bleibt im Dunkeln, wie profitabel das Unternehmen ohne die Berücksichtigung von außerordentlichen Erträgen aus Zuschreibungen und firmeninternen Geschäften tatsächlich arbeitet.

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag! Im Grunde reicht es, wenn Investoren sich mit Genussscheinen im Allgemeinen und dem Verkaufsprospekt von Prokon im Besonderen befassen. In der Wertpapiermitteilung, nicht aber in der Werbung, sind die Risiken unmissverständlich benannt. Zum Beispiel die Nachrangigkeit der Inhaber von Genusscheinen bei einer Insolvenz: „Ein Anspruch der Genussrechtsinhaber auf eine über die Rückzahlung des Genussrechtskapitals hinausgehende Teilnahme an einem eventuellen Liquidationserlös besteht nicht. Im Falle der Liquidation der Emittentin wegen Insolvenz besteht grundsätzlich ein Risiko, dass der Liquidationserlös nicht für die Rückzahlung des Genussrechtskapitals ausreicht und der Anleger sein Kapital ganz oder teilweise verliert.“ Und nicht nur sein Genuss-Kapital kann der Investor verlieren, sondern sein ganzes Privatvermögen: „Die aufgenommenen Fremdmittel müssen einschließlich damit verbundener Kosten (z. B. Zinsen, Kreditgebühren) vom Anleger zurückgeführt werden… Der Anleger riskiert bei einer Fremdfinanzierung somit zusätzlich zu dem Verlust seiner Einlage und der Zinsen auch sein weiteres Vermögen, was im schlechtesten Fall bis zur Privatinsolvenz des Anlegers führen könnte.“ Da schon lieber Investmentfonds, deren Sondervermögen bei Insolvenz des Emittenten oder der Depotbank geschützt ist. Beispiele sind breit gestreute, internationale Aktienfonds wie der der Loys Global P (WKN 926229, ISIN LU0107944042) und der Global Advantage Funds – Emerging Markets High Value (WKN 972996, ISIN LU0047906267).

 Empfehlung von FondsVerwalter Bennewirtz für den FondsBlog und den FondsBlogger: Sie wollen mehr FondsAuskünfte von Ihrer SJB FondsSkyline? Sie wünschen sich eine direkte Antwort auf Ihre individuelle(n) MarktFrage oder MarktFragen bevor Sie Fonds, Funds oder einen Fund kaufen? Sie wollen als Sparer, Privatanleger und FondsInvestoren neben der Frage – Sind Genussscheine von Prokon nachhaltige Kapitalanlagen? – vertiefende Informationen, Nachrichten und Analysen auch Auskünfte rund um das Thema Geldanlage und zu Investmentfonds sowie den Spezialthemen finden? Diese finden Sie auf allen auch hier verlinkten SJB Internetseiten. Ob Beratung, Verwaltung oder Rabatte. Kein Problem. Einfach Anfragen. Für Kunden gibt es zukünftig das FondsPortal mit direktem, exklusivem Depotzugang. Bis Sie Kunde sind lieber Blogger, Ihre direkte Frage einfach hier im Blog, oder kurz unter Fragen stellen. Alternativ besuchen Sie uns doch einfach einmal zu einem Webinar, Seminar oder direkt zu einer individuellen Beratung in unserem Büro in Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. Wir freuen uns immer. Genau auf Sie!

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