Gerd Bennewirtz-Anleger-Wissen-Fonds Begriffe: Ab wann ist eine Bank systemrelevant?

17. Juli 2012 von um 13:30 Uhr
Bennewirtz Gründungsgesellschafter und Geschäftleiter der SJB.Was ist wichtig? Was kann ich hier tun? Wie komme wieder raus? Leser der Encyclopaedia Britan­nica standen 1771 vor den gleichen Herausforderungen wie Sie jetzt. Einziger Unterschied: Das Wissen hat sich alle 15 Jahre verdoppelt. Das SJB FondsWissen bietet Ihnen Orientierung. Durch Kon­zen­tration auf das Wichtige. Durch anschauliche Texte. Schlagen Sie ein neues einzig­artiges Kapitel auf. ...

Bei der FondsAuswahl zählt die Unabhängigkeit vom Anbieter! Gerd Bennewirtz-Sparer-Wissen-Fonds Begriffe: Was FondsInvestoren, Sparer und Privatanleger aktuell interessiert! Die FondsFrage heute, die im Zusammenhang mit Aktienfonds steht: Ab wann ist eine Bank systemrelevant? „Eine Bank ist systemrelevant, wenn der Staat im Zweifel die Bank und ihre Gläubiger mit Steuergeld rettet“, definiert Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer und FondsVerwalter der SJB FondsSkyline aus Neuss-Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss. „Als Grund dient die Information, dass sonst eine Systemkrise drohe und die ganze Volkswirtschaft schwer beschädigt werden könne.“

Liebe FondsBlogger, welche Bank systemrelevant ist und welche nicht, hängt letztlich von einer Ad-hoc-Rechnung ab: Ist die Bank so groß, dass ihre Insolvenz für die Volkswirtschaft teurer ist als die Rettung vor der Insolvenz? Nach den schlechten Erfahrungen seit Lehman fragen FondsInvestoren, Privatanleger und Sparer umgekehrt: Wie viel ist die Staatsgarantie wohl für die einzelne Bank wert? Eine neue Studie des IWF belegt, dass es Milliarden sind, die der Bank auch nicht erst bei einer Insolvenz, sondern schon vorher große Vorteile bringen. „Da Institutionen mit staatlicher Rückendeckung sicherer sind“, heißt es in der Studie, „verlangen die Investoren eine niedrigere Risikoprämie, da sie künftige Transfers des Staates einkalkulieren.“ Systemrelevant bedeutet also erstens für die Bank: Günstige Refinanzierung.

Um den Wert der strukturellen Subventionen zu ermitteln, vergleicht die Studie die Fitch-Ratings von 895 Finanzinstitutionen mit und ohne staatliche Unterstützung. Eine systemrelevante Bank bekam dabei im globalen Durchschnitt auf 2,5 bis 4,2 Stufen bessere Ratings. Für deutsche Banken geht es sogar um 4 bis 5 Ratingstufen. FondsInvestoren, Privatanleger und Sparer lesen aus dieser Wertpapiermitteilung: Die Deutsche Bank oder die Commerzbank hätten nicht, wie jetzt, ein solides A+, sondern nur ein BBB oder BBB-, also kurz vor Ramschstatus. Ein besseres Rating von Staats wegen bedeutet, dass sich die Bank zu günstigeren Zinsen Fremdkapital besorgen kann. Vor Lehman 2008 betrug der Vorteil 0,6 Prozentpunkte, danach 0,8 Prozentpunkte, so die Studie.

In den angelsächsischen Ländern bringt das Etikett systemrelevant noch größere Vorteile: Den Finanzierungsvorteil auf Anleihen und auch auf Einlagen für die 18 größten amerikanischen Banken beziffert Bloomberg auf 76 Milliarden US-Dollar. Das ist so viel wie die gesamten Gewinne der Banken eines Jahres. Laut Bank of England beläuft sich implizite Subvention für die britischen Banken auf jährlich 100 Milliarden Pfund. „Ab 0,8 Prozent Finanzierungsvorteil für die systemrelevanten Banken zahlt der Steuerzahler indirekt die Dividende der Aktionäre und noch einiges drauf“, sagt Bankenprofessor Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim. Darum lässt sich eine Bank das Prädikat „systemrelevant“ einiges kosten. Bei Fusionen sind kräftige Prämien gang und gäbe, wie eine weitere Studie von Jagtiani und Brewer ergab. Die Marktstruktur wird dadurch nicht etwa gerade gezogen, sondern im Gegenteil verzerrt. Systemrelevant bedeutet also zweitens für die Bank: Vorteile im Wettbewerb.

Dass eine systemrelevante Bank Vorteile hat, bedeutet nicht, dass sie sie auch nutzt. Im letzten Stresstest forderte die europäische Bankenaufsicht EBA mindestens 9 Prozent hartes Kernkapital von Europas Banken. Ende Juni 2012 mussten die Banken Vollzug melden. Ergebnis: 27 Institute haben ihre Kapitalbasis seit Ende des vergangenen Jahres um insgesamt 94,4 Milliarden Euro aufgebessert. Sieben Institute brauchten staatliche Finanzspritzen von zusammen 9,5 Milliarden Euro. Systemrelevant bedeutet also drittens für die Bank: Es kann nichts schief gehen.

Gerd Bennewirtz, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer: FondsRatschlag! Das Etikett systemrelevant ist ein zentraler Faktor bei der Entwicklung der Bankenmärkte. Es führt zu massiven Wettbewerbsverzerrungen zuungunsten der FondsInvestoren, Privatanleger und Sparer. Es ist vielfach nicht zu erkennen, ob die Bank ein gesundes Geschäftsmodell besitzt oder nur eine gute Lobby. Die Folge für FondsInvestoren, Privatanleger und Sparer ist, dass einzelne Banken eine vollkommen ungesunde Größe erreicht haben. Um es mit dem Ökonomen Hyman Minsky zu sagen: „If a bank is too big to fail, it is too big.“ Für FondsInvestoren, Privatanleger und Sparer ist es besser, sich auf diese Liaison zwischen Staat und Bank nicht einzulassen, sondern den Staat mit gesetzlich geschützten Sondervermögen in die Pflicht zu nehmen. Zum Beispiel mit dem Threadneedle (Lux) American Fund (WKN 974980, ISIN LU0061475181) oder dem Pioneer Funds – U.S. Fundamental Growth (WKN A0Q602, ISIN LU0353248106). Beide drei Investmentfonds haben ihr Domizil in Luxemburg.

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