FondsAnbieter-Union Investment: Thema der Woche – Herbstblues an den Märkten

22. Oktober 2014 von um 10:30 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-Union Investment: Überzogene Tristesse beherrscht die StimmungSJB FondsSkyline OHG 1989. PortfolioManagement. Antizyklisch.

Herbstblues ist derzeit die dominierende Stimmung an den Kapitalmärkten. Waren bereits die Vorwochen von zunehmender Risikoaversion gekennzeichnet, so gipfelte diese Entwicklung zur Mitte der abgelaufenen Handelswoche schließlich in einem schnellen, starken Abverkauf von chancenorientierten Assetklassen. Besonders betroffen waren die Aktienmärkte, die auf breiter Front abknickten. Gleichzeitig gab der Ölpreis im Oktober um fast zwölf Prozent nach und fiel zuletzt unter die Marke von 85 USDollar. An den Rentenmärkten waren die „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen und US-Treasuries gefragt und die Renditen sanken.

Was sind die Ursachen? Unserer Einschätzung nach kam eine Reihe von Faktoren zusammen. Einen Teil der Kursrückschläge führen wir auf die (zu) einseitige Positionierung der internationalen Investoren zurück, die dem Herbstblues den Boden bereitet hatte. Hinzu kommt das nach wie vor unsichere Umfeld mit einem auf Bagdad vorrückenden IS und einer zunehmenden Ausbreitung von Ebola in Westafrika sowie ersten Ansteckungen in Europa und den USA.

Ausschlaggebend waren jedoch die weltweit wachsenden Konjunkturängste. So ging der Marktbewegung am Mittwoch die Bekanntgabe von schwachen Einzelhandelszahlen in den USA voraus. Auch in Europa mehrten sich die negativen Nachrichten. Bereits vergangene Woche hatte der Rückgang der deutschen Industrieproduktion (minus vier Prozent) für Aufsehen gesorgt, in den letzten Tagen setzte sich dieser Trend fort. Die entscheidende Frage lautet, ob die Abkühlung so stark ist, dass die nun erreichten (Rezessions-) Niveaus bei Aktien-, Renten– und Rohstoffkursen dauerhaft gerechtfertigt wären? Wir meinen: nein.

In den USA etwa sind viele Werte bei weitem noch nicht auf einem Level, bei dem man von einer Unterbrechung des Wachstumspfades ausgehen müsste. Darüber hinaus gab es auch positive Nachrichten, wie etwa der deutliche Zuwachs der Industrieproduktion im September (+1,0 Prozent).

US-Notenbank weiter zuversichtlich

Dazu passen auch die jüngsten Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen sowie die entsprechenden Passagen im Beige Book der Fed zu den Aussichten für die US-Konjunktur. Demnach ist die Notenbank weiterhin zuversichtlich, was die Widerstandsfähigkeit des Aufschwungs in den Vereinigten Staaten angeht – auch unter Berücksichtigung der weltweiten Wachstumsverlangsamung. In Europa hat das konjunkturelle Momentum nachgelassen. Dabei sollte der Blick auf die kurzfristigen Indikatoren jedoch nicht die Sicht auf die langfristigen Fortschritte etwa bei den Leistungsbilanzen verstellen. Zudem wirken der gesunkene Außenwert des Euro, der nach wie vor anziehende Welthandel und der rückläufige Ölpreis stimulierend. Wir gehen daher davon aus, dass trotz der aktuellen Delle die Währungsunion auf dem Wachstumspfad bleibt. Zum Sorgenkind hat sich China entwickelt. Wir sehen wirtschaftspolitischen Wechsel – hin zu einem nachhaltigeren Wachstumsmodell – positiv, allerdings ist die Umstellung mit Übergangsproblemen behaftet.

Zusammenfassend interpretieren wir also die aktuelle Eintrübung der Makrodaten als vorübergehende Schwäche im Konjunkturzyklus und nicht als Beginn eines dauerhaften Abschwungs. Vielmehr befindet sich die Weltwirtschaft nach unserer Einschätzung weiter auf einem moderaten Wachstumspfad mit sehr verhaltenem Preisdruck. Die Marktbewegung halten wir daher in Ausmaß und Geschwindigkeit für nicht nachhaltig gerechtfertigt, auch wenn sich die Dauer der aktuellen (überzogenen) Tristesse nicht vorhersehen lässt.

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

 

Kategorien: Anbieter. Berichten.
[top]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere die Datenschutzerklärung der SJB FondsSkyline OHG 1989.


*

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.