FondsAnbieter-Union Investment: Thema der Woche – Globale Wirtschaftsaktivität verbessert sich

07. Mai 2014 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-Union Investment: Harter Winter bremst US-Wachstum im ersten Quartal

Der harte Frost hat die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2014 stark in Mitleidenschaft gezogen. So lag die am vergangenen Mittwoch bekanntgegebene vorläufige Wachstumsrate für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 0,1 Prozent (annualisiert) deutlich unterhalb der Schätzungen der meisten Volkswirte. Insbesondere die Investitionen fielen schwach aus. Zudem hatten die Unternehmen in den Vorquartalen die Lagerhaltung auf ein hohes Niveau getrieben, sodass eine Korrektur in diesem Bereich nicht gänzlich unerwartet kam. Grund zur Sorge sind diese Zahlen aber nicht, da sie auf einen deutlichen Nachholeffekt im zweiten Quartal schließen lassen.

Frühindikatoren vielversprechend

Zudem entwickelte sich der US-Konsum trotz aller Widrigkeiten sehr positiv. Die Konsumausgaben kletterten im März um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit so kräftig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch die privaten Einkommen legten mit 0,5 Prozent stärker zu als von den Volkswirten prognostiziert. Zusammen genommen sind die Einkommens- und Konsumzahlen ein Beleg dafür, dass der grundsätzliche

Wachstumspfad trotz der Beinahe-Stagnation des Bruttoinlandsprodukts unverändert intakt ist. Ein weiteres Indiz für das Überwinden der wetterbedingten Schwächephase lieferte der ISM Manufacturing Index. Dieser vielbeachtete Einkaufsmanagerindex erreichte mit einem Anstieg auf 54,9 im April den bislang höchsten Wert im Jahr 2014 und befindet sich damit deutlich oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Indexpunkten.

Europa arbeitet sich weiter aus Konjunkturtal

In der Eurozone standen vergangene Woche die finalen Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes der Industrie (Manufacturing PMIs) im Vordergrund. Offensichtlich hat der Index im April die Delle der beiden Vormonate überwunden und konnte wieder leicht auf 53,4 (März: 53,0) anziehen. Während der Indikator in Italien auf den höchsten Wert (54,0) seit drei Jahren stieg und auch das Barometer für Deutschland (54,1) erneut anzog, verlor der französische PMI nach dem starken Anstieg im März wieder an Boden. Leichte Rückgänge waren auch in Spanien und den Niederlanden zu verzeichnen.

Die Umfragen unter Geschäftsbanken zur Darlehensvergabe, die sog. „Bank Lending Surveys“, zeigen zudem erstmals seit 2011 wieder eine Verbesserung der Kreditnachfrage bei Unternehmen und Haushalten an. Gleichzeitig wurden die Vergabestandards von Seiten der Banken für Unternehmen nicht weiter gestrafft und für Hypothekenkredite leicht gelockert. Dies könnte ein Grundstein für einen anziehenden Konsum und steigende Investitionen sein und sich damit künftig positiv im Wachstum niederschlagen. Besonders stark lockerten sich demnach die Kreditvergabestandards in Italien und Spanien. In beiden Fällen deuten die Umfragen auf einen positiven Kreditimpuls und eine weitere Konjunkturbeschleunigung hin.

Zudem scheint die Erholung nicht auf die Eurozone begrenzt. Im übrigen Europa signalisieren die Einkaufsmanagerindizes ebenfalls eine anziehende Wirtschaftsaktivität. So legten die PMIs für die Schweiz und Großbritannien um 1,4 bzw. 1,6 Punkte auf 55,8 respektive 57,3 zu. Die Regierung des Vereinigten Königreichs konnte darüber hinaus im ersten Quartal erstmals seit 2007 eine Wachstumsrate von über 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vermelden.

Aktien

Leichte Kursgewinne an globalen Märkten

Die globalen Aktienmärkte blicken auf eine freundliche Handelswoche zurück. Unterstützt wurden die Börsen von überraschend positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA und einer ermutigenden Berichtssaison in den USA und in der Eurozone. Unter dem Strich konnten sich die Märkte in allen großen entwickelten Volkswirtschaften verbessern, während an Börsen der Schwellenländer leichte Abschläge zu beobachten waren.

Übernahmekarussell läuft heiß

Für Nachrichten sorgten vor allem diverse Übernahmeangebote von Großkonzernen. Insbesondere die Pharma- und Healthcare-Branche ist derzeit geprägt von Kauf und Verkaufs- Aktivitäten. So ist der US-Pharmakonzern Pfizer stark an einer Übernahme der britischen AstraZeneca interessiert. Pfizer besserte sein Angebot Ende der Woche noch einmal nach und stockte auf rund 106 Milliarden US-Dollar auf – und handelte sich dennoch erneut eine Absage ein. Zudem hat die Schweizer Novartis Spartenkäufe und Verkäufe im Wert von rund 27 Milliarden US-Dollar geplant und die deutsche Bayer ist an einzelnen Geschäftsbereichen der US-amerikanischen Merck & Co interessiert.

Doch auch außerhalb der Pharmasektors sorgen M&A-Geschäfte für Wirbel. Die US-Gesellschaft General Electric hat ein Angebot für das Energiegeschäft der französischen Alstom vorgelegt. Die Offerte beläuft sich auf gut zwölf Milliarden Euro und wird derzeit in Frankreich unter die Lupe genommen. Auch der Münchener Konzern Siemens gilt als potenzieller Käufer der Alstom-Energie-Sparte und prüft Berichten zufolge ein Gegenangebot, das in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll.

Banken machen Fortschritte

Nachdem in den USA die Berichtssaison bereits in vollem Gange ist und die Investoren ermutigt, legen auch in Europa die Konzerne nach und nach ihre Zahlen offen. Einige Lichtblicke gab es unter anderem aus dem Finanzsektor. So hat die britische Royal Bank of Scotland einen verdreifachten Nettogewinn von 1,2 Milliarden Pfund vorgelegt. Die Bank musste 2008 in Folge der Finanzkrise vom britischen Steuerzahler mit rund 45 Milliarden Pfund aufgefangen werden. Auch bei der französischen BNP Paribas sind weitere Fortschritte zu erkennen, hier lagen vor allem die Zahlen aus dem Investment Banking über den Erwartungen. Ernüchternd hingegen wirkte die Aussicht, dass die Rückstellungen für etwaige Strafzahlungen an die USA als Folge von Zahlungsverkehrgeschäften mit so genannten Schurkenstaaten deutlich erhöht werden müssen. Die Deutsche Bank berichtete indes einen Gewinneinbruch: Das Vorsteuerergebnis betrug 1,7 Milliarden Euro und damit 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zudem behält sich das Management die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung vor. Am Markt war offenbar mit weit schwächeren Zahlen gerechnet worden. Die Aktie stieg nach Bekanntwerden der Daten um rund drei Prozent und war damit einer der besten Titel im DAX.

Positive Nachrichten kamen einmal mehr aus der Automobilindustrie. Daimler konnte für den Dreimonatszeitraum ein operatives Ergebnis von knapp 2,1 Milliarden Euro verbuchen. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro, vor allem in China kamen die Autos mit dem Stern im Auftaktquartal gut an.

Renten

Europäische Staatsanleihen weiter freundlich

Die Nachfrage nach europäischen Staatsanleihen scheint ungebrochen. Sowohl die Kern- als auch die Peripheriemärkte des Euroraumes verzeichneten abermals leicht rückläufige Renditen. Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit rentierten dabei zum Freitagmittag unterhalb der 1,5-Prozent-Marke. Ein neues Renditetief erzielte zudem der spanische Staatsanleihemarkt. Mit 2,98 Prozent innerhalb der Tagesbewegung zum Wochenschluss ist erstmals die Drei-Prozent-Marke im Zehnjahresbereich gefallen. Ähnliche Renditeniveaus am spanischen Rentenmarkt liegen lange zurück. Ende August 2005 war letztmals eine Verzinsung auf diesem Niveau (3,07 Prozent) zu beobachten gewesen. Ebenfalls Ende August, aber diesmal im Jahr 2012, war das andere Extrem in der Renditeentwicklung zu verzeichnen. Zum Höhepunkt der Krise im Euroraum waren dort Erträge im Bereich von 6,8 Prozent zu erzielen. Weiter abwärts gerichtet ist auch die Renditeentwicklung am italienischen Rentenmarkt. Mit aktuell 3,05 Prozent scheint auch hier der Fall der Drei-Prozent-Marke unmittelbar bevorzustehen.

Die insgesamt freundliche Marktentwicklung führte auf Indexebene (IBoxx Euro Sovereign) im Wochenverlauf zu weiteren leichten Zugewinnen. Mit einem Plus von 4,8 Prozent seit dem Jahresbeginn bis zum 30. April konnte der europäische Gesamtmarkt bislang einen ansehnlichen Wertzuwachs erzielen.

Starke Nachfrage verzeichneten auch Anleiheklassen mit Renditeaufschlag wie etwa Unternehmensanleihen oder Bonds aus den Schwellenländern. Vor allem letztere konnten in der Berichtswoche weiter an Boden gutmachen. Nach einer mehrwöchigen Konsolidierung setzte sich zuletzt die seit Anfang Februar anhaltende Erholungsbewegung der in US-Dollar oder Euro notierten EM-Hartwährungsanleihen weiter fort. Alleine in der Berichtswoche konnten auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Diversified Index) weitere 0,6 Prozent hinzugewonnen werden. Die Anleger zeigen sich damit weiterhin risikofreudig.

US-Notenbank kürzt Anleihekäufe ein weiteres Mal

Die Fed wird wie erwartet ab Mai die monatlichen Wertpapierankäufe ein weiteres Mal um wieder zehn auf nunmehr 45 Milliarden US-Dollar reduzieren (Tapering). In der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses vom Mittwoch der Berichtswoche wiesen die amerikanischen Währungshüter auf die Belebung der amerikanischen Wirtschaft nach dem harten Winter hin.

Die Entwicklung des US-Bruttoinlandsproduktes (BIP) lag im ersten Quartal mit annualisiert plus 0,1 Prozent aber deutlich unter den Erwartungen (plus 1,2 Prozent im Konsens). Die US-Notenbank wird weiter an einem expansiven geldpolitischen Kurs festhalten.

Nur verhalten zeigte sich die Bewegung des US-Dollar in der Berichtswoche. Gegenüber dem Euro verharrte der Greenback im Bereich der 1,38er Marke und bleibt damit unverändert in der Handelsspanne zwischen 1,36 und 1,40 US-Dollar je Euro. Am amerikanischen Rentenmarkt zeigten sich die Renditen zunächst rückläufig, zogen aber nach dem Arbeitsmarktbericht wieder an. Im April wurden mehr Stellen als erwartet neu geschaffen. Die enge Renditespanne von 2,6 bis 2,7 Prozent im Zehnjahresbereich hat somit weiter bestand.

Ausblick

Die Berichtssaison zum ersten Quartal nimmt in der Eurozone Fahrt auf. Allein aus Deutschland präsentiert in der kommenden Woche fast die Hälfte aller DAX-Unternehmen ihre Quartalsbilanz. Nachdem Daimler in der abgelaufenen Woche vorgelegt hat, dürften die Investoren gespannt sein, wie die Geschäfte für den Konkurrenten BMW gelaufen sind, Die Münchener veröffentlichen ihre Zahlen am Dienstag. Ob viele Fußball-Fans bereits im ersten Quartal ihre Ausrüstung für die nahende WM in Brasilien angeschafft haben, könnten die Bücher von Adidas beantworten, die ebenfalls am Donnerstag geöffnet werden.

Am Donnerstag stehen neben den Unternehmen die Währungshüter im Mittelpunkt. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) trifft sich zum Zinsentscheid, und die Vorzeichen gelten in diesem Turnus als besonders schwer zu lesen. Von einer abwartenden Haltung bis zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik oder gar einer Zinssenkung scheint hier vieles möglich.

Aus den USA stehen am Donnerstag hingegen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung im Fokus. Sie sollten Investoren einen Anhaltspunkt geben, ob sich der freundliche Trend am Arbeitsmarkt weiter fortsetzt.

 

 

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

 

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