FondsAnbieter-Union Investment: Thema der Woche – EZB senkt den Leitzins

11. Juni 2014 von um 10:30 Uhr
Anbieter. Berichten.Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-Union Investment: Negative Einlagefazilität beschlossen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Notenbanksitzung am Donnerstag den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Nach den besorgniserregend niedrigen Inflationszahlen für die Fortlaufende Nachrichten zur Schulden und Staatskrise.Eurozone vom vergangenen Montag (0,5 Prozent im Jahresvergleich) war dieser Zinsschritt für sich genommen keine Überraschung. Der Einlagefazilitätssatz, zu dem die Banken kurzfristig Geld bei der EZB anlegen können, wurde das erste Mal in der Geschichte der gemeinsamen europäischen Geldpolitik negativ, nämlich auf -0,1 Prozent gesenkt.

Notenbank will Kreditvergabe ankurbeln

Die EZB möchte damit die Kreditvergabe der Geldhäuser ankurbeln, die vor allem in der Europeripherie bislang nicht angesprungen ist und so das Wachstum bremst. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass nicht nur die Einlagefazilität künftig negativ verzinst wird, sondern auch auf weiteren Einlagekonten im Eurosystem sowie die Überschussreserven. Diese werden von den Banken auf dem Mindestreservekonto gehalten, sobald sie ihre Mindestreserve erfüllt haben. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, zu dem sich die Kreditinstitute kurzfristig Geld von der Notenbank leihen können, wurde unerwartet auf 0,4 Prozent ermäßigt (erwartet waren 0,6 Prozent). Gültig werden die neuen Zinssätze wie üblich am ersten Mittwoch nach der Zinsentscheidung, also am 11. Juni.

Die Notenbank hat es allerdings nicht dabei belassen, die Zinsen zu senken. Zusätzlich wurden weitere Maßnahmen angekündigt, zu denen unter anderem die Vollzuteilung bei Tendergeschäften mit den Banken bis mindestens Ende 2016 sowie die Intensivierung der Vorbereitung für ein Programm von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities ABS) besteht. Außerdem ist eine Reihe von langfristigen Refinanzierungsoperationen mit langer Laufzeit bis 2018 geplant, die ebenfalls die Kreditvergabe der Geldhäuser an den privaten Sektor (außerhalb der Banken) verbessern soll.

Das gesamte Maßnahmenpaket der Notenbanker soll laut EZB-Präsident Mario Draghi dazu beitragen, die Inflationsrate wieder an den Zielwert von zwei Prozent zu bringen. Die Inflationserwartungen in der Eurozone seien nach wie vor gut verankert und Draghi bekräftigt erneut, dass der Rat auch vorausblickend alles tun werde, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig war Draghi auch zu betonen, dass die Entscheidung für das gesamte Maßnahmenpaket einstimmig vom Rat getroffen wurde. Dies unterstreicht die breite Zustimmung für alle Maßnahmen.

Inflationsprognose angepasst

Mit Spannung wurden auch die quartalsweisen Projektionen der EZB-Mitarbeiter erwartet: Die Annahme für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr wurde um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gesenkt, die für 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent erhöht. Der Ausblick für das Jahr 2016 bleibt mit 1,8 Prozent hingegen unverändert. Nachdem die Inflationszahlen seit den letzten Projektionen permanent nach unten überrascht haben, musste die EZB auch ihre Inflationsprognosen anpassen. Die Schätzung für 2014 wurde von 1,0 auf 0,7 Prozent revidiert, die für 2015 von 1,3 auf 1,1 Prozent.

 

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

 

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