FondsAnbieter-Union Investment: Thema der Woche – EZB bereitet Lockerung vor

14. Mai 2014 von um 11:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter-Union Investment: EZB deutet Maßnahmen im Juni an

Notenbankchef Mario Draghi hat sich in dieser Woche ungewohnt weit aus dem Fenster gelehnt und weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen für das nächste Treffen des EZB-Rates im Juni in Ihre Werbung. Hier?Aussicht gestellt. „Der EZB-Rat fühlt sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln“, hieß es konkret. Damit bescherte er der europäischen Gemeinschaftswährung einen plötzlichen Kursverlust, die Aktien- und Rentenmärkte hingegen reagierten mit Aufschlägen.

Es war das erste Mal, dass sich Draghi zu einer derart konkreten Aussage hinreißen ließ. Für Gewöhnlich vermeiden Notenbanker solche Formulierungen möglichst. Natürlich bleibt auch bei dieser Ankündigung eine gewisse Restunsicherheit, denn schließlich könnten die bis dahin zur Veröffentlichung anstehenden Wirtschaftsdaten noch ein anderes Bild zeichnen. Draghi hat sich damit aber dennoch unter Zugzwang gesetzt und läuft dadurch Gefahr, die Marktteilnehmer im Juni zu enttäuschen.

Wechselkurs ist den Notenbankern zu hoch

Ursache für die ungewohnt klaren Worte sind weiterhin die Inflationsrate und der Euro-Wechselkurs. Im April kam es nur bedingt zu der erhofften Gegenbewegung bei den Teuerungsraten. Nach wie vor ist der übergeordnete Trend nur moderat steigender Preise intakt. Noch ist das nicht besorgniserregend, solange die Inflationserwartungen stabil bleiben. Die EZB tut hier sicher gut daran, die weitere Entwicklung sehr genau zu beobachten. Gegenwind erhält die Teuerungsrate weiterhin vom Euro-Wechselkurs. Aufgrund der gemachten Fortschritte in den Peripheriestaaten ist das Vertrauen in den gemeinsamen Währungsraum gestiegen. Eine Folge davon ist ein festerer Wechselkurs zum US-Dollar. Als besonders preistreibend im zur Messung der Inflation unterlegten Warenkorb gelten Energierohstoffe. Diese notieren allerdings in US-Dollar und wurden somit allein schon aufgrund der Bewegung an den Devisenmärkten billiger. Gern würde die EZB daher den Euro schwächen, um von dieser Seite her etwas Inflationsdruck aufzubauen.

Instrumentenkasten birgt Risiken

Mit Blick auf den zur Verfügung stehenden Instrumentenkasten bleibt es fraglich, wie „wohl“ sich der EZB-Rat mit eventuellen Maßnahmen im Juni tatsächlich fühlt. Die Möglichkeiten sind zwar vielfältig, unklar ist aber wie welches „Medikament“ wirken würde. Auch eventuelle Nebenwirkungen sind nicht auszuschließen. Eine neuerliche Leitzinssenkung bringt nur etwas, wenn der Einlagenzins für Übernachtgelder bei der EZB gleichzeitig in den negativen Bereich abgesenkt werden würde. Das dürfte viele Banken schon allein vor eine Reihe technischer Herausforderungen stellen. Auch ein Anleihekaufprogramm hat seine Schattenseiten. Damit laufen die Notenbanker Gefahr, marode Kreditinstitute zu stützen, obwohl man doch mit dem Asset Quality Review einen ganz anderen Ansatz verfolgt. Wichtig wäre es in jedem Fall kleinen und mittleren Unternehmen in den Peripherieländern den Zugang zu Kreditmitteln zu erreichen. Gemäß den jüngsten Umfragen haben sich die Kreditkonditionen zuletzt zumindest nicht mehr verschlechtert. Die EZB darf also hoffen, dass sie von der konjunkturellen Entwicklung im Euroraum bei ihrem Vorhaben unterstützt wird. Umso überraschender war die Ankündigung, da sie kaum Spielraum lässt, im Juni nichts zu unternehmen.

 

Über Union Investment

Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

 

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