FondsAnbieter- Union Investment: Marktticker

29. Februar 2016 von um 10:00 Uhr
Wie beurteilen FondsAnbieter ihre Anlagerreigionen ? Wie fällt die Analyse der Kapitalanlagegesellschaften (KAG) über Fundamentaldaten, Währungen und Kapitalflüsse aus? Informationen direkt aus dem Research Centern der FondsBranche finden SJB FondsBlogger in der Kategorie "Anbieter. Berichten."

unabhaengigkeitFondsAnbieter- Union Investment: Aktien

Leichte Gewinne an den weltweiten Börsen

Die globalen Aktienmärkte haben nach einem schwachen Wochenstart ins Plus gedreht und die Woche mit leichten Gewinnen beendet. Der MSCI World Index stieg in lokaler Währung bis Donnerstagabend um 0,8 Prozent, zeitweise hatte das Börsenbarometer bis zu drei Prozent eingebüßt. Auch deutsche Aktien ließen zunächst Federn, der Leitindex DAX konnte bis Freitagmittag aber ein Plus von 1,2 Prozent verzeichnen. Getrieben wurden die Börsen unter anderem von der Lage am Ölmarkt. Die Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Venezuela und Katar haben sich bei Gesprächen auf eine Begrenzung der Förderung verständigt, was deutliche Steigerungen beim Ölpreis zur Folge hatte. Schließlich war das üppige Angebot durch die großzügige Produktion lange Zeit ein wesentlicher Grund für die Preisschwäche.

Hugo ohne Boss

Der Modekonzern Hugo Boss hatte vergangene Woche schwer zu knabbern. Gleich zwei Negativnachrichten kamen in dieser Woche vom Modeunternehmen. Nachdem am Montag eine Gewinnwarnung ausgesprochen wurde, sank der Aktienkurs um rund 28 Prozent. Drei Tage später gab der seit fast acht Jahren im Unternehmen tätige Vorstandsvorsitzende ClausDietrich Lahrs bekannt, dass er Boss zum Monatsende verlassen werde. Laut Unternehmen sei dies aus freien Stücken geschehen. Nach der Bekanntgabe des Rücktritts des Vorstandsvorsitzenden legte die Aktie allerdings wieder um knapp vier Prozent zu.

Die Querelen bei Boss spiegeln die angespannte Situation im Modesektor wider. Auch Konkurrenten wie Tom Tailor, Esprit und Gerry Weber kämpfen um Marktanteile. Konzerne wie H&M oder Zara versuchen derweil, durch schnellere und effizientere Produktionsabläufe die Kollektionen schneller wechseln zu können und sich somit ihrer Kundschaft flexibel anzupassen.

Rorsted versüßt Henkel seinen Abgang

Beim Konsumgüterproduzent Henkel hat sich Vorstandschef Kasper Rorsted mit positiven Zahlen verabschiedet. Rorsted wird Ende Mai das Unternehmen verlassen, um ab Herbst bei Adidas den Vorstandsvorsitz zu übernehmen. Bei Henkel hinterließ er glänzende Zahlen. Der Umsatz kletterte auf das Rekordniveau von 18 Milliarden Euro. Auch die Dividende soll sich erhöhen: Bei den Stammaktien ist ein Anstieg von 1,29 Euro je Aktie auf 1,45 Euro geplant. Die Vorzugsaktien sollen von einer Dividende in Höhe von 1,47 Euro je Aktie profitieren, was einen Sprung von gut zwölf Prozent bedeutet. Dennoch gab der Titel an der Börse nach: Die Aktionäre von Henkel reagierten damit unter anderem auf die vorsichtigen Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2016, sodass die Aktie am Ende der Woche zu den Verlierern im DAX zählte. Unter dem Strich büßte der Titel auf Wochensicht mehr als vier Prozent ein.

Auch der Chemieriese BASF enttäuschte die Anleger mit einem zögerlichen Ausblick. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, soll der Gewinn im laufenden Jahr leicht unter dem Niveau von 2015 liegen. Die Dividende soll um zehn Cent auf 2,90 Euro pro Aktie steigen – obwohl der Gewinn im vergangenen Jahr um fast eine Viertel fiel. Der Titel legte nach Bekanntgabe der Zahlen rund 3,6 Prozent zu.

Renten

Europäische Staatsanleihen weiter freundlich

Die europäischen Staatsanleihemärkte zeigten sich in der Berichtswoche – trotz steigender Aktienkurse – weiter freundlich. Auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) konnte der Gesamtmarkt bis Freitagmittag um 0,5 Prozent zulegen. In erster Linie sorgte die immer näher rückende EZB-Sitzung (10. März) für gute Stimmung unter den Anlegern. Angesichts verhaltener Wirtschaftsdaten im Euroraum wird am Markt von weiteren expansiven geldpolitischen Maßnahmen ausgegangen. So fiel etwa der ifo-Index, ein guter Indikator für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft, in der Berichtswoche vor allem in der Ausblickskomponente der befragten Unternehmen unerwartet zurück. Es ist wohl davon auszugehen, dass die EZB ihre Projektionen zu Wachstum und Inflation herabsenken und die Märkte verstärkt mit weiterer Liquidität versorgen wird. Darüber hinaus unterstützten in den vergangenen Tagen auch politische Themen die als sicher geltenden Anleihen der europäischen Kernmärkte. So beispielsweise die anhaltende Diskussion um den Ausstieg Großbritanniens aus der EU. Die Briten werden am 23. Juni darüber abstimmen, das Britische Pfund wertete bereits im Vorfeld deutlich ab, während der dortige Rentenmarkt eher seitwärts tendierte. Auch leistete der weiterhin stark schwankende Ölpreis einen die Rentenmärkte unterstützenden Beitrag. Deutsche Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit rentierten zuletzt mit nur noch 0,15 Prozent, die deutsche Zinsstrukturkurve verflachte sich im Wochenverlauf um einige Basispunkte. Erst ab neun Jahren Laufzeit lagen die Renditen zuletzt im Plus, alle anderen Bereiche notierten renditeseitig weiterhin im negativen Bereich.

In den Peripherieländern waren ebenfalls fallende Renditen zu beobachten, der Rückgang betrug bis zu zehn Basispunkte. Entspannt hatte sich die Lage am portugiesischen Markt, der zuvor stark unter Druck geraten war. Die dortigen Zehnjahresrenditen haben sich mittlerweile um fast einen ganzen Prozentpunkt auf zuletzt 3,1 Prozent zurückgebildet. Portugal hatte sowohl kurzlaufende Papiere im Volumen von etwas mehr als einer Milliarde Euro zurückgekauft und eine vorzeitige Teilrückzahlung eines IWF-Darlehens vorgenommen. Somit trat am Markt eine deutliche Beruhigung ein. Unverändert gingen nach einigen Schwankungen irische Staatsanleihen aus dem Markt. Aufgrund der Nähe zu Großbritannien kam es im Rahmen der „Brexit“-Diskussion dort in der Handelswoche zu merklichen Schwankungen im Rentensegment. Am US-Rentenmarkt traten Treasuries mit zehn Jahren Laufzeit mit 1,75 Prozent Rendite auf der Stelle.

Unternehmenspapiere auf Erholungskurs

Europäische Unternehmensanleihen konnten sich in der Berichtswoche im Rahmen einer etwas verbesserten Marktstimmung leicht erholen. Auf Indexebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) gewann das Segment 0,3 Prozent hinzu. Am Primärmarkt konnten einige große Neuemissionen platziert werden, hervorzuheben ist hierbei die Emission von Vodafone. Die britische Mobilfunkgesellschaft emittierte Papiere im Gegenwert von insgesamt sechs Milliarden Euro in vier verschiedenen Tranchen. Darüber hinaus platzierten vor allem US-amerikanische Großunternehmen wie General Motors, Kellogg oder Johnson & Johnson neue auf USDollar lautende Papiere.

In den Schwellenländern wurden der Staat Brasilien (Moody’s) und dortige Unternehmenspapiere in den High Yield-Sektor herabgestuft.

Ausblick

Die erste Woche des Monats steht traditionell im Zeichen der Veröffentlichung wichtiger Makro-Daten. So sollen die Einkaufsmanagerindizes die aktuelle Stimmung vor allem in der verarbeitenden Industrie widerspiegeln. Den Anfang macht am Dienstagmorgen China. Schon seit einigen Monaten verharren sowohl der offizielle als auch der von der Mediengruppe Caixin herausgegebene Index unterhalb der wichtigen Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Für den Februar-Wert rechnen die Analysten mit einer Seitwärtsbewegung.

Es folgen Eurozone, Großbritannien und die USA. Auch hier liegen die Erwartungen auf einer stabilen Entwicklung. Dennoch dürften vor allem die Datenpunkte aus dem Euroraum für Aufmerksamkeit sorgen, nachdem die hiesige Konjunkturdynamik zuletzt das nötige Tempo vermissen ließ. In den USA schaut der Markt auf den ISM-Index. Hier gehen die Experten von einem leichten Anstieg aus. Die US-Notenbank dürfte sich vor allem auf den Freitag konzentrieren: Der neue Arbeitsmarktbericht ist ein wesentlicher Inputfaktor für die kommende Zinsentscheidung im März. Dabei dürften die Währungshüter ihr Augenmerk vor allem auf die Entwicklung der Stundenlöhne legen. Der erwartete leichte Anstieg würde eher den „Falken“ im Gremium Auftrieb geben.

Auf den verschiedenen Bilanz-Pressekonferenzen der Woche steht auch die Frage nach der Dividendenentwicklung im Vordergrund. Sowohl den Aktionären von Continental als auch von Evonik winkt eine höhere Ausschüttung. Nicht mehr in die Röhre schauen dürfte ab Donnerstag ProSiebenSat1: Der Medienkonzern steht vor dem Aufstieg in den DAX und würde dort K+S verdrängen. Dem Düngemittelproduzenten droht aufgrund des zu geringen Börsenwertes die Herabstufung.

 

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Mit rund 4,3 Millionen Kunden ist die Union Investment Gruppe einer der führenden Fondsanbieter in Deutschland und bietet Asset Management für private und institutionelle Anleger. Das Leistungsspektrum reicht von Renten-, Wertpapier- und Immobilienfonds über Vermögensverwaltung bis hin zu branchen- und firmenspezifischen Angeboten der betrieblichen Altersvorsorge. Insgesamt verwalten über 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kundengelder in Höhe von 180,8 Milliarden Euro.

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